Schlagwort: Nervensystem

  • Eine Atemübung für zwischendurch

    Eine Atemübung für zwischendurch

    Folgende Übung kann ich dir, aus langjähriger Erfahrung, ganz besonders ans Herz legen.

    Plane für die Atemübung gerne etwas mehr Zeit ein und gönne dir damit eine kleine Auszeit vom Alltag.

    Finde deinen Sitz, auf einem Meditationskissen, dem Boden oder einem Stuhl. Sitze dabei aufrecht und entspanne deine Schultern. Wenn du möchtest, kannst du deine Augen schließen. Natürlich kannst du die Atemübung auch im Liegen praktizieren. Lege deine Hände auf deinen Bauch oder, im Sitzen auf deine Knie und beobachte, wie sich der Bauch beim Einatmen hebt und beim Ausatmen senkt.

    Atme nun ein – deine Zunge bewegt sich hoch zum Gaumen, hinter die Schneidezähne.
    Denke: „Ich bin ganz ruhig und …“

    Atme aus – die Zunge sinkt entspannt in den Unterkiefer. Denke: „…entspannt.“

    Wiederhole sie mindestens 3 Minuten, besser 5 bis 10 Minuten.

    Positiver Effekt: beruhigt das überreizte Nervensystem und fördert den gesunden Schlaf.

    Viel Freude beim Üben und Entspannen! Mehr Übungen findest du hier.

    Yve



    Foto: Andrea Piacquadio

  • Einfach nur sein dürfen, so wie ich bin.

    Einfach nur sein dürfen, so wie ich bin.

    Lass die Worte einen kleinen Moment auf dich wirken. Schließe die Augen und wiederhole noch einmal: Einfach nur sein dürfen, so wie ich bin. Wie fühlt sich das für dich an?

    Schmerzvolle Erfahrungen, Fehler, Makel, körperliche Veränderungen, ungelöste innere Konflikte, Scheitern – wir alle kennen das. Wir alle sind durch schmerzvolle Tage, Wochen, Monate und manchmal auch Jahre gegangen. Es ist Teil unseres Lebens und gehört zum Menschsein dazu. Wenn wir lernen, das zu akzeptieren, können wir nach und nach die Schönheit im Unvollkommenen erkennen. Ja, es ist nicht immer einfach, denn wir können nicht alles Negative aus unserem Leben verbannen – doch Akzeptanz kann diesen Prozess erheblich erleichtern. Und selbst wenn wir lernen zu akzeptieren, kann es sich dennoch schmerzhaft anfühlen.

    Habe den Mut, deine wahre Persönlichkeit zu zeigen und deinen eigenen Weg zu gehen. Höre auf dein Herz und vertraue deiner Intuition, auch wenn es bedeutet, gegen den Strom zu schwimmen. Veränderungen brauchen Zeit und Geduld.

    Alles, was du tust und deinem wahren Wesen entspricht, macht dich – ganz ohne Druck und ohne Selbstoptimierungszwang – mit Leichtigkeit zur besten Version deiner selbst. Du bist gut so, wie du bist! Es braucht kein „Upgrade“, es sei denn, du möchtest es einzig und allein für dich tun – aus Freude, aus eigenem Antrieb, aus dem innersten Wunsch heraus zu entdecken, was alles in dir steckt. Es ist eine spannende und heilsame Reise zu dir selbst.

    Sicherlich kennst du den Gedanken: „Erst wenn ich das erreicht habe, werde ich glücklich sein.“ Vielleicht ist dir aber auch aufgefallen, dass das Glücksgefühl oft nur von kurzer Dauer ist und schnell wieder verfliegt. Frage dich deshalb: Was macht mein Leben wirklich erfüllt und reich?

    Alles Liebe,
    Yve



    Foto: Jure Širić

  • Wie dein Nervensystem im Stress reagiert

    Wie dein Nervensystem im Stress reagiert

    Unser Nervensystem kennt verschiedene Überlebensmodi.

    Der Sympathikus aktiviert den Zustand von „Kampf oder Flucht“. Wenn wir zu lange im Dauerstress bleiben, läuft dieses Notfallprogramm ununterbrochen. Das führt zu Symptomen wie Herzrasen, Unruhe, Angst, schneller Atmung, Muskelverspannungen, Verdauungsproblemen und einem Gefühl innerer Überforderung. Kein Wunder, dass wir uns irgendwann erschöpft und ausgelaugt fühlen.

    Der Parasympathikus hingegen ist für Ruhe, Regeneration und Wohlbefinden zuständig. Wird er aktiviert, beruhigen sich Herzschlag und Atmung, der Körper kann sich entspannen, Emotionen stabilisieren sich, und wir fühlen uns wieder klarer, kreativer und ausgeglichener.

    In extremen Situationen kann der Körper zudem in einen Zustand der Erstarrung fallen – eine Art Schutzmechanismus, wenn weder Kampf noch Flucht möglich erscheint. Dieser Zustand kann, besonders bei unverarbeiteten Erlebnissen aus der Kindheit, länger anhalten und sich in Erschöpfung, Energielosigkeit oder depressiver Stimmung zeigen.

    Ein weiterer, oft übersehener Überlebensmodus ist die Fawn-Response – die Unterwerfungs- oder „People Pleasing“-Reaktion. Betroffene versuchen, durch Gefallen und Anpassung Sicherheit zu gewinnen. Eigene Bedürfnisse werden übergangen, Grenzen sind schwer spürbar, und innere Erschöpfung entsteht schnell.

    Zu verstehen, wie dein Nervensystem funktioniert, ist der erste Schritt, um sanft herauszufinden, welche Form der Selbstfürsorge dir wirklich hilft, wieder mehr Ruhe, Balance und innere Stärke aufzubauen.

    Dein Körper will dich nicht überfordern, sondern schützen. Doch im Überlebensmodus verlierst du leicht den Kontakt zu dir selbst: du funktionierst mehr, als du fühlst. Der Weg zurück beginnt nicht mit Anstrengung, sondern mit Sicherheit, Sanftheit und kleinen Momenten, in denen du dich wieder spüren darfst.


    Hier gehts zu meinen Büchern, wenn du mehr über das Nervensystem erfahren möchtest.

    Liebe Grüße,
    Yve

    Foto: Mikhail Nilov