Schlagwort: Frauengesundheit

  • Übungen zum Loslassen

    Übungen zum Loslassen

    Möchtest du den Loslassprozess aktiv unterstützen? Wie im Blogartikel Die Kunst des Loslassens bereits beschrieben, ist das Loslassen ein zentraler Baustein auf dem Weg zur inneren Heilung.

    1. Das Zettelritual

    Ein persönliches Abschiedsritual könnte eine schöne Möglichkeit sein, diesen vielleicht emotionalen Schritt zu begleiten. Durch das Niederschreiben dessen, was du loslassen möchtest, schaffst du Klarheit und machst den ersten Schritt zu innerem Frieden.

    Nimm dir für dieses Ritual ein paar kleine Zettel und notiere auf jedem Zettel ein Thema, das du loslassen möchtest. Gib dir dafür ausreichend Zeit und spüre nach, warum dir das so wichtig ist. Möchtest du dich von einem alten Glaubenssatz befreien, von belastenden Gefühlen gegenüber einer Person oder einen alten Lebensabschnitt abschließen?

    Im nächsten Schritt kannst du die Zettel entweder in einer feuerfesten Schale auf dem Balkon oder im Garten verbrennen – oder sie in der Erde vergraben. Bei einem buddhistischen Mönch habe ich einmal einen praktischen Tipp gelesen: Wer mag, nutzt stattdessen Klopapier und spült die Notizen einfach in der Toilette hinunter:)

    Spüre hinein, welche Methode dir ein gutes Gefühl gibt und dich behutsam auf diesem Weg begleitet. Ein Ritual schenkt dir den Raum, den Abschied bewusst zu durchleben und das Geschehene Schritt für Schritt zu akzeptieren.



    2. Einfache Atemübung mit Mantra

    Setze dich für die Atemübung an einen ruhigen Ort und atme zunächst ganz entspannt durch die Nase ein und aus. 

    Wenn dein Atem ruhig und gleichmäßig fließt, denke 

    – beim Einatmen bewusst „LOS“ und 

    – beim Ausatmen „LASSEN“. 

    Um den Effekt zu verstärken, kannst du auch durch den Mund ausatmen, falls es sich stimmig für dich anfühlt.

    Dauer: Etwa 3 bis 5 Minuten – stelle dir dafür am besten einen Timer.

    Mehr Übungen und Impulse für dein Wohlbefinden und weitere Selbstfürsorge-Tipps findest du in meinen Büchern (*Partnerlink) und auch in meinem Newsletter.


    Ich wünsche dir viel Freude beim Loslassen!

    Alles Liebe, Yve




    Foto: Van Trang Ho

  • Wieder ICH – sanfte Balance im Wandel

    Wieder ICH – sanfte Balance im Wandel

    Manchmal fühlt sich der Alltag wie ein Sturm an, in dem wir den Kontakt zu uns selbst verlieren. Besonders in Zeiten des hormonellen und emotionalen Wandels – in den Wechseljahren – reagiert unser Körper sensibler: Die Gefühle werden intensiver, die Energiereserven leerer. Viele von uns versuchen dann, wie gewohnt weiterzumachen, alles „zusammenzuhalten“ und einfach zu funktionieren. Doch die Wahrheit ist: Wenn dein Körper dir signalisiert, dass du nicht mehr alles stemmen kannst wie früher, ist das keine Schwäche. Es ist eine Einladung, deinen eigenen Rhythmus wiederzufinden.

    Es geht nicht darum, sich noch mehr anzustrengen, um wieder „in Balance“ zu kommen. Die wahre Regulation entsteht nicht durch den einen Entspannungstag am Wochenende, sondern durch die leisen, liebevollen Momente im Alltag – jeden Tag.

    Schenke deinem Nervensystem Sicherheit

    Dein Nervensystem unterscheidet nicht zwischen äußerem Stress und dem inneren Druck, den du dir selbst machst. Wenn du Emotionen ignorierst oder versuchst, sie immer wieder wegzudrücken, stauen sie sich an und lösen einen ständig anhaltenden Alarmzustand im Hintergrund aus. Gefühle zu erlauben bedeutet nicht, in ihnen zu versinken – es bedeutet lediglich, ihnen für einen Augenblick bewusst Raum zu geben.

    Wenn du das nächste Mal merkst, dass alles zu viel wird, halte kurz inne und stelle dir diese einfache Frage:

    „Was fühle ich gerade – und wo im Körper spüre ich es?“

    Ohne Bewertung, ohne Drama, ohne Selbstkritik. Sobald eine Emotion da sein darf, kann sie sich bewegen und langsam abfließen. Dein Körper spürt: Ich bin sicher. Und dein System beginnt ganz von allein, sich zu entspannen.

    Die Kraft der kleinen Impulse

    Wir glauben oft, wir müssten unser Leben komplett umkrempeln, um wieder zu uns zu finden. Doch Nervensystem-Regulation funktioniert wie ein Muskel – sie wächst durch kleine, regelmäßige Reize, nicht durch einmalige Aktionen:

    • Eine 2-Minuten-Atemübung am Schreibtisch wirkt tiefer als die perfekte Stunde Yoga, für die du eigentlich keine Kraft hast.
    • Eine sanfte Bewegung zwischendurch bringt aufgestaute Energie wieder ins Fließen und löst Blockaden.
    • Eine Pause ohne Smartphone schenkt deinem Geist echte Regeneration.
    • Ein kleines Ritual nur für dich zieht eine spürbare Grenze zur Welt im Außen.

    Milder werden mit sich selbst

    Ein liebevoller Umgang mit dir selbst erfordert keine große Veränderung. Es beginnt mit der Bereitschaft, weicher und sanfter mit dir selbst zu werden. Wann immer du spürst, dass die Anspannung steigt, erlaube dir, den Druck herauszunehmen, den Körper bewusst zu entspannen und dich zu fragen: „Was brauche ich jetzt wirklich?“

    Manchmal ist es ein Glas Wasser, manchmal einfach nur Stille, manchmal einfach die Erlaubnis, jetzt nein sagen zu dürfen.

    Das Workbook „Wieder Ich – Sanfte Balance im Wandel“ möchte genau hier dein leiser Begleiter sein. Es lädt dich mit einfachen täglichen Ritualen, Übungen aus dem Qigong, Yoga, Heilströmen, Nervensystemregulation und achtsamer Selbstfürsorge ein, Schritt für Schritt wieder bei dir anzukommen – verbunden, getragen und das ganz ohne Druck, ganz in deinem eigenen Tempo.


    Alles Liebe und viel Freude beim Reflektieren, Üben und zu dir selbst finden.

    Deine Yve






    Foto: Canva

  • Mut zur Farbe, Mut zu sich selbst: Gabriele Münter

    Mut zur Farbe, Mut zu sich selbst: Gabriele Münter

    Hast du schon einmal vor einem Gemälde gestanden und gespürt, wie dich Farben, Formen oder Motive in den Bann ziehen? So, als ob sich in deinem Inneren eine lange verschlossene Tür öffnet? Genau das ist mir passiert, als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal die Werke von Gabriele Münter in einer Ausstellung im Kunstbau in München, und in ihrem Haus in Murnau gesehen habe.

    Ihr Name war mir zwar schon lange bekannt – als eine der Mitbegründerinnen des Expressionismus und die „Frau an der Seite“ von Wassily Kandinsky. Gabriele Münter war eine Pionierin. Mit ihrem einzigartigen Blick auf die Welt brachte sie ihre Vision in ausdrucksstarken Farben und Formen auf die Leinwand.


    Kurze Biografie

    Gabriele Münter (1877–1962) war eine bedeutende Künstlerin des Expressionismus. Nach einer Amerika-Reise im Jahr 1901 mit ihrer Schwester begann sie ihre künstlerische Laufbahn in München. Hier lernte sie Wassily Kandinsky kennen. Die beiden verband eine langjährige Partnerschaft sowie eine enge berufliche Zusammenarbeit.

    Zwischen 1908 und 1914 hatte Gabriele Münter in Murnau, Bayern, ihre produktivste Phase.: Sie war Mitbegründerin des berühmten „Blauen Reiter“ und prägte mit ihren klaren Formen und den kräftigen Farben den deutschen Expressionismus maßgeblich. Nach der Trennung von Kandinsky und Jahren in Skandinavien und Frankreich, kehrte sie 1930 dauerhaft in ihr Haus nach Murnau zurück, wo sie bis zu ihrem Tod mit ihrem Partner Johannes Eichner lebte und als Künstlerin arbeitete.


    Die Sprache der Farben

    Gabriele Münters Farbwahl war eine stille, künstlerische Revolution. Damals wurde von Künstlerinnen erwartet, zurückhaltend und akademisch angepasst zu malen. Sie setzte jedoch mutig auf starke, unverdünnte Farben.

    • Freie Farbwahl: Sie malte Objekte nicht in ihren „echten“ Farben, sondern wie sie sie fühlte. So malte sie einen Berg nicht in grau, wie es sonst üblich war, sondern in tiefem Blau und Violett.
    • Schwarze Konturen: Sie umrandete leuchtende Gelb-, Blau- und Rottöne mit dunklen, dominanten Linien. Erst durch diese Konturen kamen die Farben von innen heraus richtig zum Leuchten.
    • Die Seele malt mit. Ihre Werke und Farben spiegelten nicht wider, was das Auge sah, sondern was die Seele wahrnahm.

    Sie malte nicht, um zu gefallen, sondern um die Welt so zu zeigen, wie sie sie empfand.

    Gabriele Münters Botschaft an uns ist zeitlos, klar und hochaktuell:

    Nimm dir deinen Raum und vertraue deiner eigenen Stimme.



    Über viele Jahre stand Gabriele Münter im Schatten ihrer männlichen Kollegen wie Kandinsky, Marc, Klee und Macke. Sie wurde zur „Schülerin“, „Muse“ oder „Gefährtin von Kandinsky“ degradiert – während ihre männlichen Weggefährten als „Genies“ gefeiert wurden. Sie erlebte Phasen der Isolation und Ablehnung. Doch sie kämpfte für ihre Überzeugungen – als Künstlerin und als Frau. Mit ihrem außergewöhnlichen Mut versteckte sie während des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Kunstwerke des „Blauen Reiter“ in ihrem Haus in Murnau und bewahrte sie so vor den Nationalsozialisten.

    Ihre Werke und ihr Mut erinnern uns daran

    1. Trau dich, ganz du selbst zu sein!
    2. Setze deine Grenzen und vertraue deiner Intuition.
    3. Erkenne deine innere Kraft und entscheide dich mutig für deinen eigenen Weg!

    Gabriele Münter zeigt uns, dass Mitgefühl und Durchsetzungsvermögen einander nicht ausschließen. Doch das setzt voraus, dass wir trotz aller Widerstände – ob von außen oder in uns selbst – mutig unseren Weg gehen. Einen Weg, der mit unserem Herzen und unserer Seele resoniert. Und wenn du dich selbst erkennst, wirst auch du die Welt in deinen ganz eigenen Farben und in deinem eigenen Leuchten erleben.


    Kleine künstlerische Übung zum Schluss:

    1. Innehalten: Wie fühlst du dich gerade? Welches Gefühl ist jetzt in diesem Moment in dir am stärksten?
    2. Farben wählen: Gib diesem Gefühl eine Farbe. Vergiss die Realität: Dein Gefühl bestimmt die Farbwahl – egal ob neongelb, tiefviolett oder feurig rot.
    3. Einfach malen: Bringe die Farben ohne „schön“ malen zu wollen aufs Papier. Es muss kein konkretes Motiv sein – nur eine Form, eine Linie, dein Gefühl, das sich ganz intuitiv zeigt.



    Viel Freude, viel Mut und alles Liebe!

    Deine Yve




    Quellen, Leseempfehlungen und Farben:

    Gabriele Münter, Malen ohne Umschweife (*Partnerlink), Prestel Verlag, 2023

    Ausstellung „Blauer Reiter, Lenbachhaus, München

    Gabriele Münter, Eine Biografie, Insel Verlag, 2017

    Artecho Acrylfarben Set bei Amazon



    Foto: Pexels

  • Echte Dankbarkeit leben: Warum sie Körper, Geist und Herz guttut

    Echte Dankbarkeit leben: Warum sie Körper, Geist und Herz guttut

    In einer Zeit, in der negative Schlagzeilen wie Kriege, Gewalt, soziale Ungleichheit und Umweltkatastrophen unseren Alltag bestimmen, wird es immer wichtiger, positive Impulse zu setzen. Indem wir kleine Momente der Dankbarkeit zelebrieren, erkennen wir wieder, was im Leben wirklich zählt: geliebte Menschen, Frieden, die wunderschöne Natur, unsere Gesundheit und all die Dinge, die uns Erfüllung schenken. Dankbarkeit verändert unsere Perspektive und lässt uns bewusster und achtsamer durchs Leben gehen.

    Wenn Dankbarkeit nach Pflicht klingt

    Blicken wir einmal zurück in die Kindheit: Erinnert dich das auch an Worte deiner Eltern oder Großeltern wie „Sag Danke“ oder „Wie sagt man da?“

    Diese Erinnerungen lösen häufig negative Gefühle aus. Viele Menschen verbinden Dankbarkeit aufgrund dieser Erfahrung leider dann mit Scham, Pflichterfüllung oder Schuldgefühlen. Dankbar sein zu müssen, erzeugt dann verständlicherweise Widerstand. Manche von uns neigen deshalb später dazu, sich für jede Kleinigkeit übermäßig oft zu bedanken.

    Dabei spielt sich bewusst geäußerte und vor allem gefühlte Dankbarkeit auf einer ganz anderen Ebene ab: Sie ist ein ganz wesentlicher Faktor in der positiven Kommunikation – sie stärkt das Miteinander und drückt echte Wertschätzung aus. Danke ist also weit mehr als eine reine Höflichkeitsfloskel.

    Die Wissenschaft der Positiven Psychologie zeigt deutlich, dass wir diese tief empfundene, echte Dankbarkeit im Erwachsenenalter wieder ganz neu erlernen können.

    Was Dankbarkeit in uns verändert

    • Für den Geist: Sie stärkt das Selbstwertgefühl, fördert Gelassenheit sowie Optimismus und reduziert ständiges Gedankenkreisen.
    • Für die Seele: Sie macht uns glücklicher, zufriedener und kann mentale Erkrankungen wie Angststörungen und Panikattacken mildern.
    • Für den Körper: Sie senkt Stresshormone und den Blutdruck, fördert gesunden Schlaf, lindert körperliche Beschwerden und kann sogar die Herzgesundheit positiv beeinflussen.
    • Für das Miteinander: Sie stärkt soziale Beziehungen und unser allgemeines Wohlbefinden.



    Drei wirksame Dankbarkeitsroutinen

    Beginne langsam und in ganz kleinen Schritten. Setz dich nicht unter Druck, wenn das Gefühl nicht sofort da ist. Teste aus, was zu dir passt. Hier gilt ganz klar: Lieber täglich ein paar Minuten üben als einmal wöchentlich eine Stunde.

    • 1. Das Dankbarkeitstagebuch (*Partnerlink) Schreibe täglich drei Dinge auf, für die du dankbar bist. Das können Erlebnisse mit Menschen oder Tieren sein, aber auch ganz alltägliche Kleinigkeiten: die leckere Tasse Tee am Morgen, Wolkenbilder am Himmel, die Kuscheldecke, ein gutes Essen, warme Socken oder das Lächeln einer fremden Person auf der Straße. Eine Freundin nennt diese kleinen Augenblicke treffend die „Glimmer-Momente“ des Tages.
    • 2. Achtsamkeit im Alltag Schenke alltäglichen Verrichtungen wie Händewaschen, Zähneputzen, Kochen, Duschen oder deiner Atmung bewusste Aufmerksamkeit. Wenn du dir die Hände wäschst, lenke die Gedanken voll ins Hier und Jetzt: Nimm das Wasser auf der Haut, den Duft der Seife, die Temperatur und das Plätschern ganz bewusst wahr. Auch diese kleinen Anker fördern die Dankbarkeit.
    • 3. Affirmationen nutzen Eine Affirmation ist eine positiv formulierte, kraftvolle Aussage, die du dir laut vorliest oder gedanklich wiederholst. Dadurch verinnerlichst du positive Gedanken und findest in schwierigen Situationen Halt.
      Frage dich einfach: Wofür oder für wen empfindest du Dankbarkeit in deinem Leben? 



      Beispiele für deine Dankbarkeitsroutine:

    Ich bin dankbar für meinen Körper und für alles, was er täglich für mich leistet. 

    Ich bin dankbar für alle Möglichkeiten, die mir bisher geschenkt wurden.

    Ich bin dankbar für die Kuscheldecke, mein schönes Zuhause, den Blumenduft, die Sonne, meine warmen Socken, meine Bücher. ….

    Ich bin dankbar für die lieben Menschen, die mein Leben bereichern.




    Ich danke dir von Herzen für dein Interesse an meinen Texten, Artikeln und Büchern!

    Alles Liebe, Yve



    Buchtipps: Robert A. Emmons – Vom Glück, dankbar zu sein (Grundlagenwerk der Dankbarkeitsforschung).

    Yve Nicole Mohnfeld – Mein schönes unperfektes Leben – Stress reduzieren, innere Ruhe wiederfinden und einfach entspannen – mit echter Selbstfürsorge, gesunden Routinen und Selbstreflexion

    Wissenschaft: Emmons & McCullough (2003) zeigten in ihren Studien erstmals drastische Verbesserungen von Schlaf und Wohlbefinden durch tägliche Dankbarkeitsroutinen.


    Foto: Maksim Goncharenok

  • Sommer, Sonne… und Symptome?

    Sommer, Sonne… und Symptome?

    Heiße Sommertage mit chronischer Erkrankung.

    Das Thermometer zeigt über 30 Grad und alle zieht es gefühlt nach draußen: Badesee, Biergarten, Grillpartys, Picknick im Park. Auch auf Social Media läuft die perfekte Sommershow: lachende, makellos gebräunte Menschen, die dem Sonnenuntergang entgegenpaddeln. Es sei ihnen gegönnt. Für viele Menschen mit chronischen Erkrankungen – sei es eine Autoimmunerkrankung, ME/CFS, Long Covid, Herz-Kreislauf-Probleme oder chronische Schmerzen – kann der Sommer zu einer großen Challenge werden. Auch für die mentale Gesundheit können die heißen Tage und Wochen eine besonders kräftezehrende Zeit sein. Kennst du das auch?

    Hohe Temperaturen fordern Körper und Nervensystem enorm heraus. Selbst viele gesunde Menschen klagen über die negativen Auswirkungen der Hitze auf ihr Wohlbefinden. Chronisch Kranke sind davon jedoch doppelt so stark betroffen. Die Erweiterung der Blutgefäße lässt den Blutdruck abfallen, die chronische Erschöpfung (Fatigue) nimmt drastisch zu und die Entzündungswerte können ansteigen. „Auch die Belastung der Organe, vor allem der Nieren, erhöht sich“, sagt Professorin Dr. Dr. med. Dagmar Führer-Sakel, Vorsitzende der DGIM und Direktorin der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Essen. Zudem verschlechtert sich die Schlafqualität, was das bereits dysregulierte Nervensystem zusätzlich extrem stressen kann.


    FOMO – die Angst das Leben zu verpassen

    Kommt dir das bekannt vor? Du verbringst den Tag im abgedunkelten Zimmer mit dem Ventilator, musst Verabredungen absagen – oder wirst gar nicht mehr eingeladen, weil deine Freund:innen davon ausgehen, dass du ohnehin nicht kommen kannst. Während die Welt draußen auf Festivals, Konzerten, im Park oder im Freibad das Leben feiert, suchst du Rückzug, Kühle und Sicherheit in deinen eigenen vier Wänden.

    Trauer, Frust oder Schuldgefühle: Das Gefühl, all das zu verpassen, was dein Leben einst erfüllt hat. Diese FOMO (Fear of Missing Out) ist unter Betroffenen leider weit verbreitet. Doch du bist so viel mehr als die verpassten Events und Verabredungen. Dein Wert misst sich nicht an deiner Aktivität im Sommer.

    Wertvolle Strategien für heiße Tage

    • Akzeptiere deine Grenzen. Du kannst das Wetter nicht beeinflussen, aber du kannst beeinflussen, wie du darüber denkst. Es ist keine Schwäche, Termine abzusagen oder Aktivitäten, die dir guttun, in die kühlen Morgen- und Abendstunden zu verlegen. Das ist Selbstfürsorge und Selbstliebe.
    • Hilfsmittel nutzen: Kühlpacks aus der Tiefkühltruhe, feuchte Tücher, erfrischende Kühlhandtücher, wohltuende Fußbäder, tragbare Mini-Ventilatoren für unterwegs oder wärmeableitende Bettwäsche aus Leinen sind kein unnötiger Schnickschnack, sondern wertvolle Hilfsmittel. Sie verschaffen dir echte Erleichterung und unterstützen deinen Körper.
    • Suche Schatten! Wenn du rausgehen möchtest, solltest du schattige Plätze bevorzugen. Ein kühler Ort im Schutz eines Baumes an einem Bächlein ist viel entspannender als ein überfülltes Strandbad und fördert die Gesundheit.
    • Priorisiere dein Pacing: Achte noch bewusster auf deinen Energiehaushalt und die Signale deines Körpers. Plane reichlich Pausen ein. Praktiziere sanfte Bewegung wie Yoga, Qigong oder Pilates in kurzen Sequenzen. An sehr heißen Tagen solltest du auf Übungen im Liegen oder Sitzen ausweichen. Für kurze Spaziergänge sind die Morgen- oder Abendstunden am besten geeignet.
    • Trinken: Achte auf genug Flüssigkeitszufuhr, am besten 2 bis 3 Liter Wasser. Aber auch Elektrolyte (ohne Zusatzstoffe) können deinen Kreislauf unterstützen.

    Ein schöner Sommer bedeutet nicht, die Tage an überfüllten Badeseen oder auf Grillpartys zu verbringen. Ein schöner Sommer kann bedeuten, dass du deine Grenzen erkennst und offen kommunizierst, auf dich achtest, dir etwas Besonderes wie die kühlende Bettwäsche aus Leinen gönnst, ein spannendes Buch liest, in der angenehm abgedunkelten Wohnung zu deinem Lieblingssong tanzt, einen inspirierenden Podcast hörst, ein neues kreatives Hobby findest, dich mit einer Freundin zum Morgenspaziergang im Wald triffst oder dir dein eigenes Eis zauberst und es mit der Familie auf dem Balkon genießt – eben all das, was dir wirklich guttut. In deinem Tempo – für deinen Körper, deinen Geist und deine Seele.

    Alles Liebe,

    Yve



    Foto: Pixabay

    Quellen & weiterführende Informationen:

    • Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
    • Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e. V.
    • Portal „Klima, Mensch, Gesundheit“
    • Umweltbundesamt

  • Schlaflos in München

    Schlaflos in München

    Du schüttelst die Decke ab, weil dir plötzlich heiß wird, dein Herz klopft und der Blick auf das Handy zeigt, dass du schon wieder viel zu früh wach bist. Es ist drei Uhr morgens. Draußen ist es still, alles schläft – nur du liegst wach. Ein Vogel zwitschert. Ist es die Nachtigall?

    Vielleicht kennst du das auch? In den Wechseljahren sind solche Nächte leider keine Seltenheit. Und ganz ehrlich: Es nervt. Es gibt hier nichts schönzureden. Der größte Wunsch ist einfach nur zu schlafen, schlafen, SCHLAFEN! Klingt so einfach, früher war es doch auch möglich. Hinlegen, Augen zu und gemütlich und sanft einschlummern. Das waren noch Zeiten. Wie lange ist das her?

    Häufig versuchen wir dann, das Einschlafen krampfhaft zu erzwingen: noch etwas Hörbuch oder Podcast hören, angestrengt ein paar Seiten lesen oder – denkbar ungünstig – durch Instagram scrollen. Wir drehen uns rastlos von links nach rechts und merken, wie erst Frust und dann Verzweiflung hochkochen. Das Resultat? Das Nervensystem gerät nur noch mehr in den Panikmodus und läuft auf Hochtouren. An Schlaf ist jetzt gar nicht mehr zu denken.

    Hormone und Schlaf

    Schlafstörungen in den Wechseljahren sind oft auf natürliche biologische Veränderungen zurückzuführen. Die Progesteron- und Östrogenspiegel sinken, was unsere innere Temperaturregulation durcheinanderbringt. Auch das Stresshormon Cortisol wird nachts viel schneller ausgeschüttet, was unser Nervensystem vor weitere Herausforderungen stellt. Laut Studien gehörst du damit zu den bis zu 40 Prozent der Frauen ab 35, die unter Schlafstörungen leiden. Die US-amerikanische Gynäkologin Dr. Christiane Northrup beschreibt in ihrem Buch „Weisheit der Wechseljahre“, dass Erschöpfung und Schlafstörungen in dieser Phase des Wandels häufig auch das Ergebnis ungelöster Emotionen wie Angst, Trauer und Wut sind.

    Ein häufiger Grund für Schlaflosigkeit ist das Gefühl, im Alltag ständig die Kontrolle behalten zu müssen. Diese Hyperkontrolle haben wir Frauen uns keineswegs freiwillig ausgesucht. Sie ist die Reaktion auf ein krankes gesellschaftliches System, das uns in vielen Lebensbereichen am Loslassen hindert: Konflikte in der Partnerschaft, Care-Arbeit und die Last der Kindererziehung samt Mutter-Schuldgefühlen, Wissenslücken in der Frauenmedizin und finanzielle Benachteiligung im Job – um nur einige Beispiele zu nennen.

    Was kannst du tun, um den Druck herauszunehmen?

    Wenn du das nächste Mal um drei Uhr morgens aus dem Schlaf gerissen wirst, darfst du deine Erwartungshaltung ganz bewusst herunterschrauben:

    • Raus aus dem Bett bei Hitzewallungen: Bleibe nicht im Bett liegen, wenn dich Schweißausbrüche am Wiedereinschlafen hindern. Steh kurz auf, öffne das Fenster und atme tief die kühle Nachtluft ein. Auch ein Schluck kaltes Wasser oder kühlendes Wasser über den Handgelenken wirkt oft Wunder. Sollten die Beschwerden stärker sein, können – in Rücksprache mit einer Ärztin oder Heilpraktikerin – eine natürliche Progesteroncreme, die bioidentische Hormonersatztherapie, Melatonin oder pflanzliche Mittel helfen.
    • Tiefenentspannung üben: Den Schlaf können wir nachts nicht erzwingen – wir können aber lernen, tief zu entspannen. Ob Meditation, Yoga Nidra, Qigong, Atemübungen, oder Jin Shin Jyutsu (japanisches Heilströmen): Bereits tagsüber können wir Körper, Geist und Nervensystem darauf ausrichten, wieder loszulassen und zu vertrauen. So stimmen wir uns Schritt für Schritt auf einen erholsamen Schlaf ein. Das braucht etwas Geduld und regelmäßige Praxis, lohnt sich aber wirklich.
    • Gedankenkreisen unterbrechen: Wenn die Gedanken gar nicht aufhören wollen zu kreisen, nimm dir ein Blatt Papier und schreibe alles auf, was sich gerade zeigt. Alle Emotionen, wie Ängste, Sorgen, Wut, Trauer kannst du auf diese Weise loslassen. Ein Ventil, um dich von allem Ballast zu befreien.
    • Dein Tag beeinflusst deinen Schlaf: Da Koffein von Frauen langsamer abgebaut und verstoffwechselt wird, raten Expert:innen bei Schlafstörungen generell von Kaffeekonsum ab. Intensiver Sport wie Joggen oder Workouts gehört idealerweise in den Vor- oder Nachmittag – für den Abend eignen sich sanftes Yoga, Dehnen oder Entspannungsübungen. Vermeide, wenn möglich, auch emotional anstrengende Gespräche und Telefonate am Abend. Sie führen zur Ausschüttung der Stresshormone Cortisol und Adrenalin, was uns am Abschalten und Zur-Ruhe-Kommen hindert.
    • Nimm den Druck raus: Wer unbedingt schlafen muss, hält sich selbst wach. Hör auf, den Schlaf wie ein Projekt zu behandeln, das funktionieren muss. Auch Ruhen, Liegen und Stille schenken deinem Körper Kraft. Ersetze den Gedanken „Ich muss jetzt schlafen“ durch „Ich darf mich jetzt einfach ausruhen“ – das nimmt den Druck raus und holt dein Nervensystem aus dem Alarmmodus.

    Jede Phase geht vorbei

    Die Wechseljahre sind für viele Frauen eine große Herausforderung – körperlich wie emotional. Es gibt Tage, an denen es super läuft, und Nächte, in denen man eben wach liegt. Das gehört für die allermeisten, zumindest phasenweise, dazu. Erinnere dich daran: Dein Körper leistet in dieser Phase des Wandels Unglaubliches. Er ist immer für dich – niemals gegen dich – und sendet dir wertvolle Signale. Wenn du ihm zuhörst, deine Grenzen spürst, dir mehr Pausen erlaubst und bewusste Auszeiten nimmst, schenkst du deinem Nervensystem die nötige Ruhe. Und genau das hilft dir, abends wieder abzuschalten und durchzuatmen.

    Wenn du das nächste Mal wach liegst, während alle anderen schlafen: Atme tief und lange aus. Nimm den Optimierungsdruck raus und spüre in dich hinein. Welche Signale sendet dir dein Körper? Sprich mit ihm, wenn es sich für dich gut anfühlt. Auch sanfte Affirmationen können helfen, den Druck abzubauen, dein Nervensystem zu beruhigen und dir wieder ein Gefühl von Sicherheit zu schenken.

    Affirmationen zum Schluss:

    „Liebevoll lasse ich den Tag hinter mir und gleite in friedlichen Schlaf mit dem Wissen, dass der morgige Tag für sich selbst sorgen wird.“

    „Meine Welt ist sicher und freundlich.“

    „Ich liebe und akzeptiere mich und traue dem Prozess des Lebens. Ich bin in Sicherheit.“


    Ich wünsche dir eine erholsame und gute Nacht!

    Yve



    Quellen und Leseempfehlungen:


    Hay, Louise: Heile deinen Körper. Seelisch-geistige Gründe für körperliche Krankheit. Arkana Verlag.

    Northrup, Dr. med. Christiane: Weisheit der Wechseljahre. Selbstheilung, Veränderung und Neuanfang in der zweiten Lebenshälfte. Zabert Sandmann Verlag

    Northrup, Dr. med. Christiane: Frauenkörper, Frauenweisheit. Wie Frauen körperliche und seelische Gesundheit erlangen können. Zabert Sandmann Verlag.

    Bild: kaboompics

  • Wie spirituell bist du? Spoiler: Viel mehr, als du denkst!

    Wie spirituell bist du? Spoiler: Viel mehr, als du denkst!

    Wenn du das Wort „Spiritualität“ hörst – woran denkst du da zuerst? An Menschen, die im Schneidersitz meditieren oder kniend beten? An Frauen in weißen, weiten Leinenkleidern, mit Kristallketten um den Hals? An Räucherstäbchen oder Heilsteine, die im Mondlicht aufgeladen werden müssen?

    Lange Zeit dachte ich selbst, dass man Spiritualität nur mit Disziplin und noch mehr Meditation erreichen kann. Der Buddhismus spielt seit meiner Jugend eine wichtige Rolle in meinem Leben und tatsächlich haben mich die buddhistische Philosophie und Meditation durch manch dunkle Stunde getragen. Doch je mehr ich im Einklang mit mir selbst, meinem Nervensystem und meiner Berufung lebe, desto klarer wird mir: Spiritualität finden wir vor allem in den kleinen Momenten – wie beispielsweise in der tiefen Verbindung mit der Natur, in der Stille, in ehrlichen Gesprächen sowie im Zusammensein mit Tieren – und in meinem Fall auch im Tierschutz.

    Spiritualität braucht keine Perfektion und keinen Druck.

    Die Magie der leisen Momente

    Verbindung ist die Essenz der Spiritualität. Wir stehen dabei nicht nur in Verbindung mit unserem wahren Selbst – mit dem, wer wir wirklich sind –, sondern gleichzeitig und oft ganz unbewusst mit allem, was uns umgibt. Vielleicht fühlst du dich besonders wohl, wenn du unter einem alten, großen Baum Platz nimmst? Oder wenn du ein bestimmtes Lied hörst? Vielleicht spürst du auch eine tiefe Liebe zu den Menschen und Tieren, die dir besonders nahestehen – oder du liebst es einfach zu tanzen, ganz für dich, in deinem eigenen Rhythmus, und alles um dich herum komplett zu vergessen. All das ist Spiritualität.

    Du musst nicht dein ganzes Leben verändern, um spirituell zu sein. Vermutlich bist du es schon längst, ohne es bewusst gewählt zu haben.

    Möchtest du wieder mehr von diesen bewussten Momenten der Verbindung in deinen Alltag integrieren? Hier sind vier einfache Inspirationen, wie du gelebte Spiritualität ganz ungezwungen in dein Leben einladen kannst:

    1. Achtsamer Waldspaziergang: Nimm den Duft von feuchter Erde wahr, setze jeden Schritt ganz bewusst auf den weichen Waldboden, lausche dem Rauschen der Blätter im sanften Wind und werde dir bewusst, dass du ein Teil dieser wunderschönen Erde bist.

    2. Bewusste Atemzüge: Schließe deine Augen und lege eine Hand auf dein Herz, die andere auf deinen Bauch. Atme tief durch die Nase ein und sanft durch den Mund wieder aus. Nimm wahr, wie du mit jedem Atemzug ein bisschen weicher wirst.

    3. Echte Dankbarkeit: Lege beide Hände auf dein Herz und spüre in Gedanken mindestens drei Dingen nach, für die du jetzt von ganzem Herzen dankbar bist. Das können Dinge sein wie: Ich bin dankbar für meinen Körper. Ich bin dankbar für die geliebten Menschen und Tiere in meinem Leben. Ich bin dankbar für mein sicheres Zuhause.

    4. Reine Stille: Nichts tun, nichts anhören, nicht sprechen, nicht lesen – einfach nur das Hier und Jetzt wahrnehmen. Zehn Minuten bewusste Stille sind für dein Nervensystem wie ein kleiner Urlaub – sie verbinden dich mit dir selbst, deiner inneren Stimme und deinem Herzen.
    Das alles ist gelebte Spiritualität.


    Der Blick nach innen

    Wenn wir den Kontakt zu uns selbst verlieren, können wir uns auch nur schwer in unser Gegenüber hineinfühlen. Wir verlieren die Verbindung.

    Spiritualität ist die Einladung, den Blick wieder nach innen zu richten und sich seiner selbst bewusst zu werden – mit allem, was uns ausmacht. Auch alte Verletzungen, Ängste, Wut und Trauer dürfen da sein und finden ihren Platz. Wir verleugnen unsere Emotionen nicht mehr. Im Gegenteil: Wir erkennen unseren alten Schmerz, ja sogar den Ur-Schmerz an, und schauen ganz genau hin, was dahinter liegt. Öffne dein Herz für dich selbst und verstehe, dass es nicht darauf ankommt, immer ein glückliches und perfektes Leben zu führen – es geht vielmehr darum, wie wir mit den Herausforderungen des Lebens umgehen.

    Es heißt nicht, die Realität zu ignorieren und alles nur noch positiv zu sehen. Im Gegenteil: Wahre Spiritualität bedeutet anzunehmen, dass wir in einer Welt der Polarität leben – in der es Licht und Schatten gibt, Yin und Yang, das „Gute“ und das „Böse“. Alles existiert. Auch in uns selbst.

    Dein ganz persönlicher Weg

    Es gibt kein „Richtig“ oder „Falsch“. Deine Spiritualität ist so individuell wie du selbst.

    Sei neugierig, was dich auf der Reise zu dir selbst erwartet. Es ist ein wundervolles Abenteuer – und ja, es werden dir kleine und ganz große Steine in den Weg gelegt werden. Du hast die Wahl: Bleibst du stehen und kapitulierst? Oder gehst du mutig einen kleinen Umweg um die Steine herum und folgst weiter deinem Herzen?

    Spüre jetzt einmal für dich nach: In welchen Momenten fühlst du diese magische Verbindung zu dir selbst am stärksten? Wann wird es in dir ganz still und friedlich?

    Schnapp dir am besten gleich ein Blatt Papier oder dein Journal und einen Stift. Nimm dir ein paar Minuten Zeit und schreibe all das auf, was dir ganz intuitiv zu den Fragen und zu deiner persönlichen Spiritualität einfällt.

    Hat dir dieser Impuls gutgetan? Dann teile deine Gedanken dazu in den Kommentaren – ich freue mich so sehr auf den Austausch mit dir!



    Liebe Grüße,

    Yve

  • Mini-Auszeit: Finde Ruhe mit der Nierenatmung

    Mini-Auszeit: Finde Ruhe mit der Nierenatmung

    Kennst du diese Tage, an denen die Gedanken rasen, das Herz wie wild schlägt und der Körper einfach nicht zur Ruhe kommt? Gerade wenn sich emotional und hormonell viel verändert, tut eine kleine Pause unheimlich gut. Eine meiner absoluten Lieblingsübungen dafür ist die Nierenatmung.

    Sie beruhigt dein Nervensystem, entspannt den unteren Rücken und stärkt deine Nierenenergie (in der TCM auch Jing genannt). Deine Nierenenergie ist das Fundament für deine Vitalität und Lebensenergie – gleichzeitig schenkt sie dir tiefe innere Gelassenheit und macht dich im Alltag spürbar resilienter.

    Nimm dir einfach ein paar Minuten Zeit, mach es dir gemütlich und probiere es direkt aus:

    Schritt-für-Schritt-Anleitung

    Lege deine Hände entspannt auf den Bauch, schließe sanft die Augen und atme ganz weich durch die Nase ein und aus. Lass deinen Atem nun Schritt für Schritt weiterwandern:

    • In den Bauch: Atme für mehrere Atemzüge tief und gleichzeitig sanft in deinen Bauch hinein. Spüre, wie sich deine Bauchdecke hebt und senkt.
    • In die Flanken: Wandere mit deiner Aufmerksamkeit weiter nach außen. Lass den Atem für einige Züge in deine Körperseiten fließen.
    • In den unteren Rücken: Lenke den Atem nun nach hinten. Schicke die Luft ganz bewusst in den unteren Rücken, um dort Raum und Weite zu schaffen.
    • In deine Nieren: Lass den Atem schließlich in deine Nieren fließen. Stell dir vor, wie sie sich mit jeder Einatmung sanft ausdehnen und mit der Ausatmung wieder entspannt kleiner werden.

    Mein Tipp für dich: Du kannst deine Hände im Alltag einfach immer genau auf den Bereich legen, in den du gerade hineinfatmen möchtest. Das hilft deinem Körper, den Atem leichter zu spüren und den Fokus dorthin zu lenken.



    Warum dir diese Übung so gut tut

    Schon nach wenigen Minuten wirst du merken, wie sich etwas verändert. Diese einfache Atemübung schenkt dir sofort wohlige Wärme, tiefe Ruhe und ein Gefühl von innerer Sicherheit. Ein perfekter Anker für jeden Tag!

    Viel Freude und Entspannung von Herzen.

    Yve


    P.S. Eine weitere einfache Atemübung findest du hier.


    Foto: Karola G./Pexels

  • Worte, die verändern: Wie wirksam sind Affirmationen wirklich?

    Worte, die verändern: Wie wirksam sind Affirmationen wirklich?

    „Ich kann das nicht.“ „Ich bin nicht gut genug.“ „Alles ist gerade so anstrengend.“ Hand aufs Herz: Wie oft ertappst du dich bei solchen Sätzen? Oder fällt es dir vielleicht schon gar nicht mehr auf? Diese Form des Selftalks läuft meist auf Autopilot, also ganz unbewusst – und ist leider viel zu häufig gegen uns selbst gerichtet. Doch genau hier können wir mit positiven und wohlwollenden Affirmationen gegensteuern. Sie sind viel mehr als nur spirituelles „Schöngerede“: Affirmationen sind ein wundervolles Tool, um unser Gehirn auf Ruhe, Selbstliebe und sogar Heilung zu programmieren.

    Was genau sind Affirmationen?

    Eine Affirmation ist ein positiv formulierter Satz – abgeleitet vom lateinischen Wort für „Bejahung“ – den wir laut oder gedanklich wiederholen, um tief sitzende, negative Überzeugungen über uns selbst bewusst aufzulösen. Die bekannte US-amerikanische Bestsellerautorin Louise Hay erklärte schon vor Jahrzehnten, dass die bewusste Wahl unserer Worte nicht nur unsere mentale, sondern auch unsere körperliche Gesundheit maßgeblich positiv beeinflussen kann.


    Die Wissenschaft dahinter: Neuroplastizität

    Dass Affirmationen helfen, gehört schon lange nicht mehr nur in die Welt der Spiritualität oder Esoterik. Die Neurowissenschaft erklärt dies mit dem Prinzip der Neuroplastizität. Bis ins hohe Alter kann sich unser Gehirn verändern und bleibt lern- sowie wandlungsfähig. So hat jeder Gedanke, jedes Wort, das wir regelmäßig wiederholen, Auswirkungen auf unsere Lebensqualität. Man spricht hierbei von neuronalen Autobahnen, die sich aufgrund von Wiederholungen bilden.

    Wenn du heute beginnst, täglich einen neuen, positiven Satz zu wiederholen, baut das Gehirn eine neue neuronale Autobahn. Nach einer gewissen Zeit – meist ca. drei bis vier Wochen, wenn die Affirmation emotional stark aufgeladen ist – verändert sich dadurch nicht nur deine Wahrnehmung, sondern nachweislich auch dein Stresslevel. Der Cortisolspiegel sinkt und du fühlst dich gelassener sowie in herausfordernden Phasen resilienter – also widerstands- und handlungsfähiger.

    Wenn du dir die Affirmation nicht nur vorsagst, sondern sie auch mit Bildern (Visualisierungen) und Gefühlen verknüpfst, beschleunigt das den Prozess.

    Die 3 goldenen Regeln für wirksame Affirmationen

    Damit eine Affirmation im Unterbewusstsein wirken kann, sollte sie drei Kriterien erfüllen:

    1. Gegenwart: Formuliere den Satz so, als wäre er schon Realität. Also nicht: „Ich werde gelassen sein und vertrauen“, sondern: „Ich bin gelassen und im Vertrauen.“
    2. Positiv formulieren: Das Wort „nicht“ kann unser Unterbewusstsein nur schwer verarbeiten. Wähle statt „Ich fühle mich nicht mehr unsicher“ lieber eine Formulierung wie: „Ich vertraue dem Prozess des Lebens. Ich bin in Sicherheit.“
    3. Es muss sich richtig anfühlen: Der Satz sollte keinen inneren Widerstand auslösen. Löst deine Affirmation ein gutes Gefühl aus? Zaubert sie dir vielleicht sogar ein Lächeln ins Gesicht? Dann hast du deine Affirmation gefunden:)

    Ein kleiner Satz mit großer Wirkung

    Als ich vor etwa sieben Jahren während einer Ausbildung zum ersten Mal von der heilenden Wirkung von Affirmationen hörte, war ich sofort fasziniert. Ich begann direkt mit eigenen Selbstversuchen und testete die Wirkung unterschiedlichster Sätze.

    Probiere es am besten gleich selbst aus: Formuliere eine einzige Affirmation, die dich emotional berührt. Schreibe sie auf ein Post-it und klebe es an einen Ort, den du oft siehst – beispielsweise an den Badezimmerspiegel, an den Kühlschrank oder an deinen Schreibtisch. Sprich den Satz jeden Morgen nach dem Aufwachen dreimal laut und bewusst aus. Lege dabei deine Hände auf dein Herz, schließe die Augen und verknüpfe die Worte mit einem positiven Bild. Nutze dafür deine Vorstellungskraft – das kann ein goldenes Licht sein oder ein schöner Ort in der Natur.

    Schon eine einzige Minute deiner bewussten Aufmerksamkeit reicht aus, um dein Unterbewusstsein positiv zu beeinflussen und dein mentales sowie körperliches Wohlbefinden langfristig zu fördern.

    Inspirationen von Luise Hay (*Partnerlink)

    • Ich liebe und akzeptiere mich und vertraue dem Prozess des Lebens.
    • Freudig lasse ich die Vergangenheit hinter mir.
    • Ich bin im Frieden und in Sicherheit.
    • Liebevoll lasse ich Freude durch Herz, Geist, Körper und meine Gedanken fließen.
    • Ich bin ganz in meiner Mitte und lebe im Frieden.
    • Ich bin gut genug, genau so wie ich bin.
    • Ich bin willens, mich zu wandeln und zu wachsen.


      Mach dir keinen Druck, es muss nicht von Anfang an perfekt sein. Such dir einfach für den Start einen Satz aus, schreibe ihn auf ein Post-it und probier’s aus. Du wirst sehen, es tut einfach unheimlich gut.

      Alles Liebe,
      Yve


      Quellen:
      Louise Hay, Heile deinen Körper, 3.Aufl. 2025
      Cascio, C. N., O’Donnell, M. B., Bayer, J., Tinney, F. J., Lieberman, M. D., Taylor, S. E., … & Falk, E. B. (2016). Self-affirmation activates brain systems associated with valuation and self-processing. Social Cognitive and Affective Neuroscience

      Foto: Josh Willink
  • Energie im Fluss: Warum Qigong weit mehr ist als nur Bewegung

    Energie im Fluss: Warum Qigong weit mehr ist als nur Bewegung

    Kennst du diese Tage, an denen du schon kurz nach dem Aufwachen weißt: Das wird verdammt anstrengend. Der Nacken schmerzt, du fühlst dich schwummrig und erschöpft. In unserer westlichen Welt versuchen wir oft, diese Symptome isoliert zu bekämpfen: Eine Kopfschmerztablette hier, ein paar Tropfen für die Nerven da. Nur um am Ende festzustellen, dass sie sich auf diesem Weg einfach nicht beseitigen lassen – sie kommen immer wieder.

    Einen ganz anderen Ansatz verfolgt die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Sie fragt nicht bloß nach dem Schmerz, sondern sucht nach der Blockade im Energiefluss des Körpers. Die Suche nach den Ursachen verbindet dabei ganzheitlich die körperliche, mentale und die energetische Ebene.

    Eine der kraftvollsten Tools dieser jahrtausendealten Medizin ist Qigong. Denkst du dabei auch sofort an ältere Menschen, die sich in Zeitlupe durch den Stadtpark bewegen? Damit bist du nicht allein:) Doch Qigong ist so viel mehr als ein bisschen Dehnen und sanfte Gymnastik. Als eine der fünf Säulen der TCM betrachtet Qigong deinen Körper, deinen Geist und deine Seele als unzertrennliche Einheit – und genau so wird es gelehrt und praktiziert.

    Neben Qigong gibt es in der TCM noch vier weitere Säulen: die Akupunktur, die Phytotherapie, die Manualtherapie (Tuina) und die Ernährungslehre.


    Was ist Qigong?

    Um Qigong zu verstehen, werfen wir zuerst einen Blick auf die Übersetzung:

    • Qi steht für die Lebensenergie, die Lebenskraft, die durch alles Lebendige fließt.
    • Gong bedeutet regelmäßiges Üben, Kultivieren oder Arbeit.

    Qigong ist also das bewusste Üben und Kultivieren unserer Lebensenergie. Durch die Kombination aus sanften, fließenden Bewegungen, tiefer Bauchatmung und Visualisierung wird das Qi in den Meridianen (den Energiebahnen des Körpers) aktiviert und Blockaden aufgelöst.

    Der ganzheitliche Ansatz

    In der TCM dreht sich alles um das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang. Um dieses Gleichgewicht herzustellen werden im Qigong drei Ebenen miteinander verbunden:

    1. Die körperliche Ebene

    Die Bewegungen im Qigong werden meist langsam und fließend ausgeführt, was den Körper sanft fordert, ohne ihn anzustrengen. Die Gelenke werden sanft mobilisiert, die Faszien gedehnt und die tiefe Muskulatur gestärkt. Gleichzeitig stärkt die tiefe Atmung die Lunge, aktiviert die inneren Organe sowie das Immunsystem.

    2. Die energetische Ebene

    Nach der TCM haben Beschwerden, Schmerzen und Krankheiten oft dieselbe Ursache: Blockaden in unserem Energiefluss. Wenn die Lebensenergie ins Stocken gerät, meldet sich der Körper. Qigong löst diese energetischen Stagnationen auf und sorgt dafür, dass dein Qi wieder frei und ungehindert fließen kann. Deine Organe arbeiten wieder Hand in Hand und finden zurück in ihre ursprüngliche Kraft.

    3. Die geistige Ebene

    „Where intention goes, Qi flows“ – wo die Aufmerksamkeit hingeht, dorthin fließt auch die Energie. Dieses alte Qigong-Sprichwort bringt es auf den Punkt. Wenn wir uns voll und ganz auf unseren Atem, den Fluss der Lebensenergie und die sanften Bewegungen einlassen, kommt das Gedankenkarussell im Kopf wie von selbst zur Ruhe. Qigong ist Meditation in Bewegung. Während du übst, baut dein Körper Stresshormone ab und dein vegetatives Nervensystem schaltet ganz automatisch in den tiefen Entspannungsmodus.

    Der TCM-Ansatz zusammengefasst: Qigong behandelt nicht die Krankheit, sondern aktiviert die Selbstheilungskräfte, löst Stagnation auf und stärkt somit die körperliche und mentale Gesundheit.


    Vom Denken ins Spüren: Ein kleiner Impuls für deinen Alltag

    Das Schöne am Qigong ist: Du brauchst keine Vorkenntnisse, kein besonderes Trainings-Outfit oder eine teure Ausrüstung. Es geht nicht um Perfektion oder Leistung, sondern um das bewusste Spüren.

    Eine kleine Übung für sofort:

    Stell dich hüftbreit und locker hin, die Knie sind entspannt und leicht gebeugt. Der Rücken ist gerade, Schultern sind locker.

    Lass deine Arme zuerst locker hängen. Handflächen zeigen zum Körper. Erde dich über die Fußsohlen. Atme bewusst drei Mal ein und aus.

    Nimm die Hände nun vor den Unterbauch; die Handflächen zeigen nach oben, die Fingerspitzen zeigen zueinander. Die Finger berühren sich nicht, sind ebenfalls entspannt.

    Atme sanft durch die Nase ein und hebe die Hände dabei vor dem Körper nach oben bis auf Brusthöhe. Dann drehst du die Handflächen nach unten.

    Atme lange aus. Die Hände sinken wieder bis zum Unterbauch.

    Handflächen wieder nach oben drehen, einatmen, Hände anheben bis zur Brust, Handflächen nach unten drehen, sinken lassen, ausatmen.

    Beim Ausatmen beugst du deine Knie ein wenig mehr, beim Einatmen richtest du dich wieder auf.

    Wiederhole das 5- bis 10-mal ganz im Rhythmus deines Atems. Stell dir dabei vor, wie du mit dem Einatmen frische Energie aufnimmst und mit dem Ausatmen Ballast, Anspannung, Sorgen in die Erde abgibst.

    Weitere Übungen findest du hier .

    Ganz viel Freude beim Üben und Entspannen!

    Yve




    Foto: Lerkrat Tangsri
    Quellen:

    Gunawan, Y. A. et al. (2025). Effect of Tai Chi and Qigong on Heart Rate Variability: A Systematic Review and Meta-Analysis. publiziert via PubMed / Frontiers in Physiology.

    Sun, J. et al. (2025). Differences in acute physiological response to a Qigong exercise among middle-aged adults.erschienen in: Frontiers in Physiology.

    Yeung, A. et al. Qigong and Tai-Chi for Mood Regulation. erschienen in: Focus – The Journal of Lifelong Learning in Psychiatry (American Psychiatric Association)

  • Heilströmen bei Ängsten

    Heilströmen bei Ängsten

    In Phasen, in denen dich Ängste oder innere Unruhe überwältigen, kannst du dich mit dem Halten deines Zeigefingers ganz einfach selbst unterstützen. Es ist eine kleine, unkomplizierte Übung mit großer Wirkung für dein emotionales Wohlbefinden.

    Im japanischen Heilströmen steht der Zeigefinger in direkter Verbindung zu Emotionen wie Angst, Unruhe und Unsicherheit.

    Anleitung

    Umschließe hierfür einfach deinen linken Zeigefinger locker mit der rechten Hand und verweile ohne Druck in dieser Position, bis du ein sanftes Pulsieren spürst oder merkst, wie dein Atem tiefer und ruhiger fließt. Ströme mehrere Minuten in Stille und wiederhole gerne mehrmals täglich.

    Diese einfache Übung signalisiert deinem Nervensystem Sicherheit, unterstützt das Loslassen von tiefsitzenden Spannungen und fördert ein Gefühl von tiefem Vertrauen und innerer Stabilität im Alltag.

    Möchtest du es gleich testen?

    Eine weitere Übung aus dem Heilströmen findest du hier.

    Herzliche Grüße,

    Yve

  • Raus aus dem Stress-Modus

    Raus aus dem Stress-Modus

    Wie du mit Qigong dein Nervensystem sanft beruhigst.

    In meiner Praxis als Qigong-Lehrerin gehört diese Übung zu meinen absoluten Favoriten beim Aufwärmen.
    Dein ganzer Körper wird weich und locker.

    Schritt 1: Beginne damit, dich leicht zu schütteln – ganz ohne Anstrengung. Lass die Schultern entspannt nach unten sinken, die Arme schwingen frei mit. Das Becken bleibt locker und die Knie sind sanft gebeugt. So kann sich die Energie leicht durch den ganzen Körper bis in die Füße verteilen.

    Schritt 2: Wenn du einen guten Rhythmus gefunden hast, lass deine Arme seitlich um deinen Körper schwingen. Drehe dich dabei weich von einer Seite zur anderen, sodass eine leichte Rotation in deiner Wirbelsäule entsteht.
    Die Hände klopfen dabei sanft deinen Körper.

    Atme während der Übung ganz natürlich ein und möglichst lange aus. Wenn du dabei durch den Mund ausatmest, spürst du oft noch ein bisschen schneller, wie dein Körper lockerlässt.

    Die Bewegung darf ganz natürlich fließen – schüttle alles ab, was sich schwer anfühlt, und lass mehr Leichtigkeit in deinen Körper kommen.

    Das Ausschütteln ist eine der einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Methoden, um das Nervensystem zu beruhigen und den Energiefluss, das sogenannte Qi, zu aktivieren.

    Gleichzeitig hilft das Schwingen der Arme, Emotionen und innere Unruhe abzubauen.

    Schon wenige Minuten reichen aus, um sich freier, leichter und innerlich ruhiger zu fühlen. Es ist eine kleine, aber kraftvolle Übung, die deinem Nervensystem signalisiert:

    „Du darfst loslassen. Dein Körper ist sicher.“

    Viel Freude beim Schütteln, Schwingen und Loslassen!

    Yve



    Foto: Alexey Demidov