Schlagwort: Impulse

  • Was bewirken Meditationen? 

    Was bewirken Meditationen? 

    Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass regelmäßige Meditation vielfältige positive Effekte auf Körper, Geist und Psyche hat. Zu den nachgewiesenen Wirkungen zählen:

    • Nachlassen von Ängsten und Stress
    • Förderung innerer Ruhe und Gelassenheit
    • Unterstützung des positiven Denkens
    • Stärkung der körperlichen und mentalen Widerstandskraft
    • Verbesserung von Konzentration und kognitiver Leistungsfähigkeit
    • Wachstum von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen
    • Aktivierung der Selbstheilungskräfte

    Schon wenige Minuten täglicher Meditation können spürbare Veränderungen bewirken – sanft, aber nachhaltig.

    Geführte Meditationen – Raum für dich selbst

    Mit geführten Meditationen findest du in eine tiefe Entspannung von Körper, Geist und Seele. Du lernst, bewusst nach innen zu lauschen, dich selbst besser wahrzunehmen und achtsamer mit deinen Gedanken und Gefühlen umzugehen. Im geschützten Raum der Meditation können sich innere Blockaden sanft lösen – Blockaden, die dich auf körperlicher, emotionaler oder geistiger Ebene belasten. Du übst, den Moment so anzunehmen, wie er ist – auch wenn er schwierig oder unangenehm erscheint. Ohne Bewertung. Ohne Druck.

    Weitere positive Effekte auf deine mentale Gesundheit:

    • Zuversicht wächst
    • Ein tiefer innerer Frieden entsteht
    • Und du entwickelst mehr Vertrauen in dich selbst und in das Leben

    „Meditation ist die Bereitschaft, mit uns selbst zusammen zu sein – genau so, wie wir in diesem Moment sind, ohne Urteil und ohne Versuch, etwas zu verändern.“

    – Pema Chödrön (Buddhistische Nonne & Autorin)


    Übung

    Meditation mit dem Mantra „So ham“

    „So ham“ (Sanskrit: सोऽहम् ) bedeutet „Ich bin“.

    Ankommen

    Setze oder lege dich bequem hin.

    Schließe deine Augen. Spüre den Kontakt deines Körpers mit dem Boden oder dem Stuhl. Entspanne die Schultern. Du darfst jetzt loslassen.

    Atem beobachten

    Lenke deine Aufmerksamkeit auf den Atem, ohne ihn zu verändern. Der Atem kommt, der Atem geht.

    Einatmen: So

    Ausatmen: Ham

    Wiederhole dieses lautlose Mantra mit jedem Atemzug.

    Nächster Schritt

    Stelle dir beim Einatmen vor, du atmest Frieden, Vertrauen und Liebe ein. Beim Ausatmen lässt du Anspannung, Angst oder Selbstkritik los. 

    Abschluss

    Lege deine Hände auf dein Herz. Verbinde dich mit dir selbst. Lass alle Emotionen zu, ohne sie zu bewerten.

    Sag leise zu dir selbst:

    „Ich bin verbunden. Ich bin im Vertrauen. So ham.“

    Öffne langsam deine Augen, wenn du bereit bist. Spüre deinen Körper. Lächle, zieh deine Mundwinkel sanft nach oben. Beobachte, wie du dich jetzt fühlst.

    Dauer: 3–5 Minuten


    Wie geht es dir mit dieser Art der Meditation? Meditierst du bereits regelmäßig, oder tastest du dich gerade ganz entspannt Schritt für Schritt heran? Ich würde mich freuen zu hören, wo du auf deiner Reise stehst!

    Wenn du dir bei der Umsetzung eine feste Wegbegleiterin an deiner Seite wünschst: Ich habe aktuell 1 freien Platz im 1:1-Mentoring. Schreib mir gerne eine Nachricht🙂


    Mehr Übungen findest du hier (Partnerlink) oder in meinem monatlichen Newsletter.

    Bis bald, liebe Grüße!

    Yve

    Foto: Clarettephoto

  • Über die Trauer, das Weiterleben und die Liebe, die bleibt

    Über die Trauer, das Weiterleben und die Liebe, die bleibt

    Wenn du mir schon länger folgst oder regelmäßig auf meinem Blog liest, weißt du: Hier geht es um mentale Gesundheit – um Impulse, Hintergründe und echte Lebenserfahrung. Genau deshalb gehört dieser Text hierher. Obwohl ich kurz gezögert habe, ob das nicht zu privat ist, möchte ich diesen Schmerz nicht verstecken. Wir müssen aufhören so zu tun, als müsste immer alles perfekt funktionieren. Auch Vermissen, Trauer und Verletzlichkeit brauchen ihren Platz.

    Über die Trauer…

    Und auch wenn ich weiß, dass du noch irgendwo hier bist … Nie wieder mit dir telefonieren zu können. Dich nie wieder in den Arm nehmen zu können. Nie wieder Rezepte auszutauschen. Nie wieder mit dir über missglückte Häkelversuche zu lachen. Nie wieder dein Lachen zu hören. Nie wieder …

    Wenn ein Mensch geht, der einen von klein auf begleitet, getröstet und beschützt hat, verändert sich alles. Es bleibt eine Lücke, die niemand sonst füllen kann. Beim Schreiben dieser Zeilen spüre ich den tiefen Schmerz über diesen Verlust – und doch zugleich eine große, unendliche Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit.



    Es ist mehr als nur Vermissen

    Obwohl wir tief in unserem Inneren spüren, dass die Liebe bleibt und der Mensch auf eine neue Art nah ist, fällt das Loslassen so schwer. Wir vermissen das Greifbare, das Vertraute: das Lächeln, die Stimme am Telefon, die kleinen Gesten. Wir halten an der bekannten Form fest – und genau das ist so menschlich.

    Trauer kommt in Wellen. Meist kommt sie unvorhersehbar und zieht einem ganz plötzlich den Boden unter den Füßen weg. An manchen Tagen überwiegt der Schmerz darüber, dass es nie wieder so sein wird. An anderen Tagen tröstet mich jedoch das Wissen, dass die Liebe für immer bleibt – und dass der Mensch nicht ganz geht, sondern seine Seele nach Hause zurückgekehrt ist.


    Wir alle lernen nach und nach, der Trauer und dem Leben gleichzeitig Raum zu geben.
    Das funktioniert nicht, indem wir versuchen, das Vermissen zu verdrängen, denn das würde bedeuten, zu vergessen, wie einzigartig diese Verbindung war. Sondern indem wir ihr einen festen Platz in unserem Alltag geben. Vielleicht in Form kleiner Rituale: eine Kerze anzünden, einen Dankesbrief schreiben, malen, tanzen, singen, Erinnerungen wie ein Schmuckstück bei sich tragen oder gemeinsame Hobbys weiterführen.

    Für mich war es ein wichtiger Schritt, die Gleichzeitigkeit aller Emotionen anzunehmen: Ich darf traurig sein und trotzdem lachen. Ich darf traurig sein und gleichzeitig voller Energie neue Projekte beginnen. Ich darf traurig sein und aussprechen, wie es mir geht. Ich darf traurig sein und trotzdem tanzen, singen und springen. Ich darf offen über meine Trauer sprechen, denn sie betrifft uns alle und braucht ebenso ihren Raum wie die Freude.

    Die Menschen, die gegangen sind, vermissen wir jeden Tag. Und doch spüren wir Dankbarkeit für all das, was war und uns für immer verbindet. Sie hinterlassen eine Lücke und zugleich Spuren, die uns durch unser ganzes Leben begleiten werden. Bis wir uns wiedersehen.

    Fühl dich umarmt,

    deine Yve



    Foto: Justyna Sieczka

  • Übungen zum Loslassen

    Übungen zum Loslassen

    Möchtest du den Loslassprozess aktiv unterstützen? Wie im Blogartikel Die Kunst des Loslassens bereits beschrieben, ist das Loslassen ein zentraler Baustein auf dem Weg zur inneren Heilung.

    1. Das Zettelritual

    Ein persönliches Abschiedsritual könnte eine schöne Möglichkeit sein, diesen vielleicht emotionalen Schritt zu begleiten. Durch das Niederschreiben dessen, was du loslassen möchtest, schaffst du Klarheit und machst den ersten Schritt zu innerem Frieden.

    Nimm dir für dieses Ritual ein paar kleine Zettel und notiere auf jedem Zettel ein Thema, das du loslassen möchtest. Gib dir dafür ausreichend Zeit und spüre nach, warum dir das so wichtig ist. Möchtest du dich von einem alten Glaubenssatz befreien, von belastenden Gefühlen gegenüber einer Person oder einen alten Lebensabschnitt abschließen?

    Im nächsten Schritt kannst du die Zettel entweder in einer feuerfesten Schale auf dem Balkon oder im Garten verbrennen – oder sie in der Erde vergraben. Bei einem buddhistischen Mönch habe ich einmal einen praktischen Tipp gelesen: Wer mag, nutzt stattdessen Klopapier und spült die Notizen einfach in der Toilette hinunter:)

    Spüre hinein, welche Methode dir ein gutes Gefühl gibt und dich behutsam auf diesem Weg begleitet. Ein Ritual schenkt dir den Raum, den Abschied bewusst zu durchleben und das Geschehene Schritt für Schritt zu akzeptieren.



    2. Einfache Atemübung mit Mantra

    Setze dich für die Atemübung an einen ruhigen Ort und atme zunächst ganz entspannt durch die Nase ein und aus. 

    Wenn dein Atem ruhig und gleichmäßig fließt, denke 

    – beim Einatmen bewusst „LOS“ und 

    – beim Ausatmen „LASSEN“. 

    Um den Effekt zu verstärken, kannst du auch durch den Mund ausatmen, falls es sich stimmig für dich anfühlt.

    Dauer: Etwa 3 bis 5 Minuten – stelle dir dafür am besten einen Timer.

    Mehr Übungen und Impulse für dein Wohlbefinden und weitere Selbstfürsorge-Tipps findest du in meinen Büchern (*Partnerlink) und auch in meinem Newsletter.


    Ich wünsche dir viel Freude beim Loslassen!

    Alles Liebe, Yve




    Foto: Van Trang Ho

  • Die Kunst des Loslassens: Raum für Neues schaffen und innere Freiheit finden

    Die Kunst des Loslassens: Raum für Neues schaffen und innere Freiheit finden

    „Du musst einfach loslassen.“ Ein Satz, den wir gefühlt hundertmal gehört und genauso oft empfohlen bekommen haben. Ein weiser Rat – der sich in der Praxis jedoch oft als unglaublich schwer erweist.

    Stell dir vor: Dein Herz schreit nach Veränderung und sagt dir ganz klar, dass du deine ungeliebte Arbeitsstelle kündigen solltest. Doch sofort schaltet sich der Verstand ein. Er äußert Bedenken, rät dir, lieber noch abzuwarten, und scheint dabei vernünftig abzuwägen. Das Ergebnis? Du bleibst, wo du bist, wirst von Tag zu Tag unglücklicher und ärgerst dich später vielleicht, die Chance auf etwas Besseres verpasst zu haben.

    Warum fällt uns das Loslassen so extrem schwer, obwohl wir wissen, wie gut es uns tun würde?

    Was Loslassen wirklich bedeutet

    Gehen wir einen Schritt zurück. Im Laufe unseres Lebens stehen wir immer wieder vor Situationen, in denen wir schweren Herzens Abschied nehmen müssen: von Menschen, von geliebten Haustieren oder von ganzen Lebensentwürfen.

    Doch nicht nur Ereignisse im Außen wollen losgelassen werden. Oft sind es innere Kämpfe, die uns blockieren:

    • Alte Glaubenssätze und unerreichbar hohe Erwartungen an uns selbst
    • Belastende Erfahrungen und tief sitzende Schuldgefühle
    • Ungesunde Beziehungen, die Energie rauben
    • Der Klammergriff der Vergangenheit

    Loslassen bewahrt uns vor Resignation und Stillstand. Es kann uns sogar vor Depressionen und Krankheiten schützen. Dennoch wehren wir uns oft mit Händen und Füßen dagegen.

    Der Grund ist simpel: Selbst wenn wir erkennen, wie gesund der Schritt wäre, kommen wir um Gefühle von Traurigkeit, Verlust, Enttäuschung und Schmerz nicht herum. Alles, was wir loslassen, hat uns schließlich über eine gewisse Zeit begleitet. Manch alter Glaubenssatz hat uns früher vielleicht sogar einmal beschützt und uns geholfen, schwierige Phasen zu überstehen.

    Zudem bedeutet Loslassen immer auch den Verlust von Kontrolle und vermeintlicher Sicherheit. Das löst Ängste aus – bekannte wie neue. Und wenn wir jemanden durch den Tod verlieren, erreicht dieser Schmerz eine Tiefe, die uns bis ins Mark erschüttern kann.

    Den Schmerz überwinden

    In solchen Phasen brauchen wir zwei Dinge ganz besonders: Selbstmitgefühl und Geduld. Es erfordert Mut, Zeit und das Vertrauen in uns selbst und in das Leben, das nach der Krise auf uns wartet.

    Rückblickend lässt sich jedoch oft etwas Erstaunliches feststellen: Gerade in den dunkelsten Zeiten des Loslassens – beim Durchleben von Trauer, Angst und Unsicherheit – wachsen wir über uns hinaus.

    Das mitten im Prozess zu erkennen, ist fast unmöglich. In solchen Momenten braucht es schlichtweg Zeit und manchmal auch professionelle Unterstützung. Therapeutische Hilfe einzufordern ist keine Schwäche, sondern Stärke und zeigt deine Bereitschaft, wirklich etwas verändern zu wollen.

    Der Moment der Befreiung

    Erinnerst du dich an das Gefühl, wenn du es schließlich doch geschafft hast? Wenn der gefühlt zentnerschwere Rucksack endlich von deinen Schultern gleitet?

    Menschen beschreiben diesen Moment oft mit:

    • einer großen Leichtigkeit und inneren Freiheit
    • reiner Zufriedenheit und großer Dankbarkeit
    • neu gewonnenem Vertrauen und innerem Frieden


    3 Schritte für dein bewusstes Loslassen

    Wenn du dich aktuell in einer Umbruchphase befindest, können dir diese drei Schritte helfen, deinen Ballast Schritt für Schritt abzuwerfen:

    1. Akzeptanz – Nimm Veränderungen an

    Der entscheidende erste Schritt zu innerem Frieden ist das Annehmen dessen, was ist. An der Vergangenheit festzuhalten führt unweigerlich in den Stillstand. Wenn du lernst, das loszulassen, was dich am Wachstum hindert, wirst du wieder freier und unbeschwerter leben. Trennungen und Verluste schmerzen, ja – aber dahinter warten neue Abenteuer, Glücksmomente und Chancen auf dich. Die schönen Erinnerungen bleiben in deinem Herzen, während du Raum für Neues schaffst.

    2. Entrümple dein Leben – Außen wie Innen

    Die fernöstliche Philosophie des Feng Shui lehrt uns, dass alles, was uns belastet, den natürlichen Energiefluss blockiert. Das gilt für das Physische wie das Emotionale:

    • Im Außen: Miste deine Wohnung aus. (*Partnerlink-Buchtipp) Das Beseitigen von unnötigem Krempel schafft sofort Klarheit, Ordnung und Struktur im Geist.
    • Im Innen: Miste deine emotionale „Ramsch-Schublade“ aus. Befreie dich Schritt für Schritt von Schuldgefühlen, unterdrückten Emotionen oder Energieräubern. Das fördert die Gesundheit von Körper, Geist und Seele.

    3. Gehe in den Austausch

    Wir alle tragen unsere Päckchen mit uns und wissen, wie weh Abschiede tun können. Du musst da nicht alleine durch. Ein vertrauensvolles, mitfühlendes Gespräch mit einem nahestehenden Menschen kann sehr tröstlich sein. Es zeigt dir, dass du mit deinem Schmerz nicht allein bist, schenkt dir neue Perspektiven und hilft dir dabei, deine Situation neu einzuordnen.

    Loslassen ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein Prozess, der Zeit, Selbstliebe, *Selbstfürsorge und Selbstakzeptanz erfordert. Sei geduldig mit dir. (*Partnerlink -Leseempfehlung)

    Wie geht es dir mit dem Loslassen? Kennst du dieses befreiende Gefühl, nachdem du einen schweren Rucksack abgelegt hast – oder steckst du gerade mittendrin?


    Liebe Grüße und viel Freude beim Loslassen!

    Deine Yve

    P. S.: Der Text zum Artikel stammt aus meinem ersten Buch „Mein schönes unperfektes Leben“. (*Partnerlink)


    Foto: Nirmal Rajendharkumar

  • Schlaflos in München

    Schlaflos in München

    Du schüttelst die Decke ab, weil dir plötzlich heiß wird, dein Herz klopft und der Blick auf das Handy zeigt, dass du schon wieder viel zu früh wach bist. Es ist drei Uhr morgens. Draußen ist es still, alles schläft – nur du liegst wach. Ein Vogel zwitschert. Ist es die Nachtigall?

    Vielleicht kennst du das auch? In den Wechseljahren sind solche Nächte leider keine Seltenheit. Und ganz ehrlich: Es nervt. Es gibt hier nichts schönzureden. Der größte Wunsch ist einfach nur zu schlafen, schlafen, SCHLAFEN! Klingt so einfach, früher war es doch auch möglich. Hinlegen, Augen zu und gemütlich und sanft einschlummern. Das waren noch Zeiten. Wie lange ist das her?

    Häufig versuchen wir dann, das Einschlafen krampfhaft zu erzwingen: noch etwas Hörbuch oder Podcast hören, angestrengt ein paar Seiten lesen oder – denkbar ungünstig – durch Instagram scrollen. Wir drehen uns rastlos von links nach rechts und merken, wie erst Frust und dann Verzweiflung hochkochen. Das Resultat? Das Nervensystem gerät nur noch mehr in den Panikmodus und läuft auf Hochtouren. An Schlaf ist jetzt gar nicht mehr zu denken.

    Hormone und Schlaf

    Schlafstörungen in den Wechseljahren sind oft auf natürliche biologische Veränderungen zurückzuführen. Die Progesteron- und Östrogenspiegel sinken, was unsere innere Temperaturregulation durcheinanderbringt. Auch das Stresshormon Cortisol wird nachts viel schneller ausgeschüttet, was unser Nervensystem vor weitere Herausforderungen stellt. Laut Studien gehörst du damit zu den bis zu 40 Prozent der Frauen ab 35, die unter Schlafstörungen leiden. Die US-amerikanische Gynäkologin Dr. Christiane Northrup beschreibt in ihrem Buch „Weisheit der Wechseljahre“, dass Erschöpfung und Schlafstörungen in dieser Phase des Wandels häufig auch das Ergebnis ungelöster Emotionen wie Angst, Trauer und Wut sind.

    Ein häufiger Grund für Schlaflosigkeit ist das Gefühl, im Alltag ständig die Kontrolle behalten zu müssen. Diese Hyperkontrolle haben wir Frauen uns keineswegs freiwillig ausgesucht. Sie ist die Reaktion auf ein krankes gesellschaftliches System, das uns in vielen Lebensbereichen am Loslassen hindert: Konflikte in der Partnerschaft, Care-Arbeit und die Last der Kindererziehung samt Mutter-Schuldgefühlen, Wissenslücken in der Frauenmedizin und finanzielle Benachteiligung im Job – um nur einige Beispiele zu nennen.

    Was kannst du tun, um den Druck herauszunehmen?

    Wenn du das nächste Mal um drei Uhr morgens aus dem Schlaf gerissen wirst, darfst du deine Erwartungshaltung ganz bewusst herunterschrauben:

    • Raus aus dem Bett bei Hitzewallungen: Bleibe nicht im Bett liegen, wenn dich Schweißausbrüche am Wiedereinschlafen hindern. Steh kurz auf, öffne das Fenster und atme tief die kühle Nachtluft ein. Auch ein Schluck kaltes Wasser oder kühlendes Wasser über den Handgelenken wirkt oft Wunder. Sollten die Beschwerden stärker sein, können – in Rücksprache mit einer Ärztin oder Heilpraktikerin – eine natürliche Progesteroncreme, die bioidentische Hormonersatztherapie, Melatonin oder pflanzliche Mittel helfen.
    • Tiefenentspannung üben: Den Schlaf können wir nachts nicht erzwingen – wir können aber lernen, tief zu entspannen. Ob Meditation, Yoga Nidra, Qigong, Atemübungen, oder Jin Shin Jyutsu (japanisches Heilströmen): Bereits tagsüber können wir Körper, Geist und Nervensystem darauf ausrichten, wieder loszulassen und zu vertrauen. So stimmen wir uns Schritt für Schritt auf einen erholsamen Schlaf ein. Das braucht etwas Geduld und regelmäßige Praxis, lohnt sich aber wirklich.
    • Gedankenkreisen unterbrechen: Wenn die Gedanken gar nicht aufhören wollen zu kreisen, nimm dir ein Blatt Papier und schreibe alles auf, was sich gerade zeigt. Alle Emotionen, wie Ängste, Sorgen, Wut, Trauer kannst du auf diese Weise loslassen. Ein Ventil, um dich von allem Ballast zu befreien.
    • Dein Tag beeinflusst deinen Schlaf: Da Koffein von Frauen langsamer abgebaut und verstoffwechselt wird, raten Expert:innen bei Schlafstörungen generell von Kaffeekonsum ab. Intensiver Sport wie Joggen oder Workouts gehört idealerweise in den Vor- oder Nachmittag – für den Abend eignen sich sanftes Yoga, Dehnen oder Entspannungsübungen. Vermeide, wenn möglich, auch emotional anstrengende Gespräche und Telefonate am Abend. Sie führen zur Ausschüttung der Stresshormone Cortisol und Adrenalin, was uns am Abschalten und Zur-Ruhe-Kommen hindert.
    • Nimm den Druck raus: Wer unbedingt schlafen muss, hält sich selbst wach. Hör auf, den Schlaf wie ein Projekt zu behandeln, das funktionieren muss. Auch Ruhen, Liegen und Stille schenken deinem Körper Kraft. Ersetze den Gedanken „Ich muss jetzt schlafen“ durch „Ich darf mich jetzt einfach ausruhen“ – das nimmt den Druck raus und holt dein Nervensystem aus dem Alarmmodus.

    Jede Phase geht vorbei

    Die Wechseljahre sind für viele Frauen eine große Herausforderung – körperlich wie emotional. Es gibt Tage, an denen es super läuft, und Nächte, in denen man eben wach liegt. Das gehört für die allermeisten, zumindest phasenweise, dazu. Erinnere dich daran: Dein Körper leistet in dieser Phase des Wandels Unglaubliches. Er ist immer für dich – niemals gegen dich – und sendet dir wertvolle Signale. Wenn du ihm zuhörst, deine Grenzen spürst, dir mehr Pausen erlaubst und bewusste Auszeiten nimmst, schenkst du deinem Nervensystem die nötige Ruhe. Und genau das hilft dir, abends wieder abzuschalten und durchzuatmen.

    Wenn du das nächste Mal wach liegst, während alle anderen schlafen: Atme tief und lange aus. Nimm den Optimierungsdruck raus und spüre in dich hinein. Welche Signale sendet dir dein Körper? Sprich mit ihm, wenn es sich für dich gut anfühlt. Auch sanfte Affirmationen können helfen, den Druck abzubauen, dein Nervensystem zu beruhigen und dir wieder ein Gefühl von Sicherheit zu schenken.

    Affirmationen zum Schluss:

    „Liebevoll lasse ich den Tag hinter mir und gleite in friedlichen Schlaf mit dem Wissen, dass der morgige Tag für sich selbst sorgen wird.“

    „Meine Welt ist sicher und freundlich.“

    „Ich liebe und akzeptiere mich und traue dem Prozess des Lebens. Ich bin in Sicherheit.“


    Ich wünsche dir eine erholsame und gute Nacht!

    Yve



    Quellen und Leseempfehlungen:


    Hay, Louise: Heile deinen Körper. Seelisch-geistige Gründe für körperliche Krankheit. Arkana Verlag.

    Northrup, Dr. med. Christiane: Weisheit der Wechseljahre. Selbstheilung, Veränderung und Neuanfang in der zweiten Lebenshälfte. Zabert Sandmann Verlag

    Northrup, Dr. med. Christiane: Frauenkörper, Frauenweisheit. Wie Frauen körperliche und seelische Gesundheit erlangen können. Zabert Sandmann Verlag.

    Bild: kaboompics

  • Was genau bedeutet Selfcare, und warum ist Selbstfürsorge so wichtig für dich?

    Was genau bedeutet Selfcare, und warum ist Selbstfürsorge so wichtig für dich?

    Weil du die Einzige bist, die wirklich weiß, wie es in dir drin aussieht.

    Wahrscheinlich hast du schon viel über Selbstfürsorge gehört – ob in Magazinen, sozialen Medien, Podcasts oder Büchern. Aber was steckt wirklich hinter dem Begriff „Selfcare“? Fragst du dich manchmal, wie du Selbstfürsorge im Alltag konkret umsetzen kannst?

    Die Ursprünge der Selbstfürsorge reichen weit zurück – bis in die Antike. Schon der griechische Philosoph Sokrates betrachtete die „kluge Selbstsorge“ als wesentlichen Teil eines gesunden Lebensstils. Selbstfürsorge bedeutet, bewusst Zeit für Pausen einzuplanen, achtsam mit dir selbst umzugehen und aktiv auf deine Bedürfnisse zu achten. Wie du diese Pausen gestaltest, liegt ganz bei dir – Hauptsache, du fühlst dich wohl und kannst einfach mal durchatmen. Wichtig ist, dass Selbstfürsorge und deine täglichen Auszeiten zu DIR passen und niemals zusätzlichen Druck oder Stress erzeugen. Wenn alle Welt von Yoga schwärmt, du dich auf der Matte aber nur unwohl fühlst – dann lass es. Es gibt kein ‚Richtig‘ oder ‚Falsch‘.

    Vielleicht ist es der Spaziergang im Wald, das Kuscheln mit deinem Hund oder einfach zehn Minuten in Ruhe lesen. Schau nicht darauf, was gerade Trend ist, sondern nur darauf, was dich wirklich wohlfühlen lässt.

    Klare Grenzen schützt dich vor Überlastung und innerem Stress. Deshalb: Höre gut auf deine Bedürfnisse. Kurze Momente des Innehaltens, wie eine kleine Atemübung, eine bewusste Teepause oder Tanzen zu deiner Lieblingsmusik, tragen wesentlich dazu bei, deinen Akku wieder aufzuladen und stärken langfristig deine psychische Widerstandskraft, deine Resilienz.

    Erlaube dir selbst, regelmäßig Pausen zu machen, und vergiss nicht: Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern die Voraussetzung, um langfristig gesund zu bleiben. Selbstfürsorge bedeutet nicht nur, sich kleine bewusste Pausen zu gönnen. Auch ausreichend Schlaf, Bewegung, achtsame Körperpflege, gesunde Ernährung, soziale Kontakte und das Annehmen von Hilfe, wenn du sie brauchst – all das gehört ebenfalls dazu.

    Tauche noch tiefer ein in die Welt der Selbstfürsorge.



    Der erste Schritt: Stelle dir selbst diese Fragen:

    •  Wie fühlt sich mein Körper gerade an?
    •  Bin ich verspannt?
    •  Fühle ich mich erschöpft?
    •  Atme ich tief und ruhig oder flach und schnell?
    •  Welche Signale sendet mein Körper?  Wie ist meine Körperhaltung? Aufrecht oder gebückt?
    •  Sind meine Schultern entspannt, oder ziehe ich sie bis zu den Ohren hoch?
    •  Presse ich die Zähne zusammen?
    •  Schmerzt mein Kiefergelenk, wenn ich den Mund öffne?
    •  Fühle ich mich chronisch müde?

      Hier geht’s zur Atemübung für zwischendurch.


    Ich freue mich über deinen Kommentar und deine Erfahrungen mit Selbstfürsorge im Alltag.

    Liebe Grüße,

    Yve Nicole


    Foto: www.kaboompics.com