Schlagwort: Grenzen setzen

  • Sommer, Sonne… und Symptome?

    Sommer, Sonne… und Symptome?

    Heiße Sommertage mit chronischer Erkrankung.

    Das Thermometer zeigt über 30 Grad und alle zieht es gefühlt nach draußen: Badesee, Biergarten, Grillpartys, Picknick im Park. Auch auf Social Media läuft die perfekte Sommershow: lachende, makellos gebräunte Menschen, die dem Sonnenuntergang entgegenpaddeln. Es sei ihnen gegönnt. Für viele Menschen mit chronischen Erkrankungen – sei es eine Autoimmunerkrankung, ME/CFS, Long Covid, Herz-Kreislauf-Probleme oder chronische Schmerzen – kann der Sommer zu einer großen Challenge werden. Auch für die mentale Gesundheit können die heißen Tage und Wochen eine besonders kräftezehrende Zeit sein. Kennst du das auch?

    Hohe Temperaturen fordern Körper und Nervensystem enorm heraus. Selbst viele gesunde Menschen klagen über die negativen Auswirkungen der Hitze auf ihr Wohlbefinden. Chronisch Kranke sind davon jedoch doppelt so stark betroffen. Die Erweiterung der Blutgefäße lässt den Blutdruck abfallen, die chronische Erschöpfung (Fatigue) nimmt drastisch zu und die Entzündungswerte können ansteigen. „Auch die Belastung der Organe, vor allem der Nieren, erhöht sich“, sagt Professorin Dr. Dr. med. Dagmar Führer-Sakel, Vorsitzende der DGIM und Direktorin der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Essen. Zudem verschlechtert sich die Schlafqualität, was das bereits dysregulierte Nervensystem zusätzlich extrem stressen kann.


    FOMO – die Angst das Leben zu verpassen

    Kommt dir das bekannt vor? Du verbringst den Tag im abgedunkelten Zimmer mit dem Ventilator, musst Verabredungen absagen – oder wirst gar nicht mehr eingeladen, weil deine Freund:innen davon ausgehen, dass du ohnehin nicht kommen kannst. Während die Welt draußen auf Festivals, Konzerten, im Park oder im Freibad das Leben feiert, suchst du Rückzug, Kühle und Sicherheit in deinen eigenen vier Wänden.

    Trauer, Frust oder Schuldgefühle: Das Gefühl, all das zu verpassen, was dein Leben einst erfüllt hat. Diese FOMO (Fear of Missing Out) ist unter Betroffenen leider weit verbreitet. Doch du bist so viel mehr als die verpassten Events und Verabredungen. Dein Wert misst sich nicht an deiner Aktivität im Sommer.

    Wertvolle Strategien für heiße Tage

    • Akzeptiere deine Grenzen. Du kannst das Wetter nicht beeinflussen, aber du kannst beeinflussen, wie du darüber denkst. Es ist keine Schwäche, Termine abzusagen oder Aktivitäten, die dir guttun, in die kühlen Morgen- und Abendstunden zu verlegen. Das ist Selbstfürsorge und Selbstliebe.
    • Hilfsmittel nutzen: Kühlpacks aus der Tiefkühltruhe, feuchte Tücher, erfrischende Kühlhandtücher, wohltuende Fußbäder, tragbare Mini-Ventilatoren für unterwegs oder wärmeableitende Bettwäsche aus Leinen sind kein unnötiger Schnickschnack, sondern wertvolle Hilfsmittel. Sie verschaffen dir echte Erleichterung und unterstützen deinen Körper.
    • Suche Schatten! Wenn du rausgehen möchtest, solltest du schattige Plätze bevorzugen. Ein kühler Ort im Schutz eines Baumes an einem Bächlein ist viel entspannender als ein überfülltes Strandbad und fördert die Gesundheit.
    • Priorisiere dein Pacing: Achte noch bewusster auf deinen Energiehaushalt und die Signale deines Körpers. Plane reichlich Pausen ein. Praktiziere sanfte Bewegung wie Yoga, Qigong oder Pilates in kurzen Sequenzen. An sehr heißen Tagen solltest du auf Übungen im Liegen oder Sitzen ausweichen. Für kurze Spaziergänge sind die Morgen- oder Abendstunden am besten geeignet.
    • Trinken: Achte auf genug Flüssigkeitszufuhr, am besten 2 bis 3 Liter Wasser. Aber auch Elektrolyte (ohne Zusatzstoffe) können deinen Kreislauf unterstützen.

    Ein schöner Sommer bedeutet nicht, die Tage an überfüllten Badeseen oder auf Grillpartys zu verbringen. Ein schöner Sommer kann bedeuten, dass du deine Grenzen erkennst und offen kommunizierst, auf dich achtest, dir etwas Besonderes wie die kühlende Bettwäsche aus Leinen gönnst, ein spannendes Buch liest, in der angenehm abgedunkelten Wohnung zu deinem Lieblingssong tanzt, einen inspirierenden Podcast hörst, ein neues kreatives Hobby findest, dich mit einer Freundin zum Morgenspaziergang im Wald triffst oder dir dein eigenes Eis zauberst und es mit der Familie auf dem Balkon genießt – eben all das, was dir wirklich guttut. In deinem Tempo – für deinen Körper, deinen Geist und deine Seele.

    Alles Liebe,

    Yve



    Foto: Pixabay

    Quellen & weiterführende Informationen:

    • Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
    • Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e. V.
    • Portal „Klima, Mensch, Gesundheit“
    • Umweltbundesamt

  • Was genau bedeutet Selfcare, und warum ist Selbstfürsorge so wichtig für dich?

    Was genau bedeutet Selfcare, und warum ist Selbstfürsorge so wichtig für dich?

    Weil du die Einzige bist, die wirklich weiß, wie es in dir drin aussieht.

    Wahrscheinlich hast du schon viel über Selbstfürsorge gehört – ob in Magazinen, sozialen Medien, Podcasts oder Büchern. Aber was steckt wirklich hinter dem Begriff „Selfcare“? Fragst du dich manchmal, wie du Selbstfürsorge im Alltag konkret umsetzen kannst?

    Die Ursprünge der Selbstfürsorge reichen weit zurück – bis in die Antike. Schon der griechische Philosoph Sokrates betrachtete die „kluge Selbstsorge“ als wesentlichen Teil eines gesunden Lebensstils. Selbstfürsorge bedeutet, bewusst Zeit für Pausen einzuplanen, achtsam mit dir selbst umzugehen und aktiv auf deine Bedürfnisse zu achten. Wie du diese Pausen gestaltest, liegt ganz bei dir – Hauptsache, du fühlst dich wohl und kannst einfach mal durchatmen. Wichtig ist, dass Selbstfürsorge und deine täglichen Auszeiten zu DIR passen und niemals zusätzlichen Druck oder Stress erzeugen. Wenn alle Welt von Yoga schwärmt, du dich auf der Matte aber nur unwohl fühlst – dann lass es. Es gibt kein ‚Richtig‘ oder ‚Falsch‘.

    Vielleicht ist es der Spaziergang im Wald, das Kuscheln mit deinem Hund oder einfach zehn Minuten in Ruhe lesen. Schau nicht darauf, was gerade Trend ist, sondern nur darauf, was dich wirklich wohlfühlen lässt.

    Klare Grenzen schützt dich vor Überlastung und innerem Stress. Deshalb: Höre gut auf deine Bedürfnisse. Kurze Momente des Innehaltens, wie eine kleine Atemübung, eine bewusste Teepause oder Tanzen zu deiner Lieblingsmusik, tragen wesentlich dazu bei, deinen Akku wieder aufzuladen und stärken langfristig deine psychische Widerstandskraft, deine Resilienz.

    Erlaube dir selbst, regelmäßig Pausen zu machen, und vergiss nicht: Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern die Voraussetzung, um langfristig gesund zu bleiben. Selbstfürsorge bedeutet nicht nur, sich kleine bewusste Pausen zu gönnen. Auch ausreichend Schlaf, Bewegung, achtsame Körperpflege, gesunde Ernährung, soziale Kontakte und das Annehmen von Hilfe, wenn du sie brauchst – all das gehört ebenfalls dazu.

    Tauche noch tiefer ein in die Welt der Selbstfürsorge.



    Der erste Schritt: Stelle dir selbst diese Fragen:

    •  Wie fühlt sich mein Körper gerade an?
    •  Bin ich verspannt?
    •  Fühle ich mich erschöpft?
    •  Atme ich tief und ruhig oder flach und schnell?
    •  Welche Signale sendet mein Körper?  Wie ist meine Körperhaltung? Aufrecht oder gebückt?
    •  Sind meine Schultern entspannt, oder ziehe ich sie bis zu den Ohren hoch?
    •  Presse ich die Zähne zusammen?
    •  Schmerzt mein Kiefergelenk, wenn ich den Mund öffne?
    •  Fühle ich mich chronisch müde?

      Hier geht’s zur Atemübung für zwischendurch.


    Ich freue mich über deinen Kommentar und deine Erfahrungen mit Selbstfürsorge im Alltag.

    Liebe Grüße,

    Yve Nicole


    Foto: www.kaboompics.com