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  • Übungen zum Loslassen

    Übungen zum Loslassen

    Möchtest du den Loslassprozess aktiv unterstützen? Wie im Blogartikel Die Kunst des Loslassens bereits beschrieben, ist das Loslassen ein zentraler Baustein auf dem Weg zur inneren Heilung.

    1. Das Zettelritual

    Ein persönliches Abschiedsritual könnte eine schöne Möglichkeit sein, diesen vielleicht emotionalen Schritt zu begleiten. Durch das Niederschreiben dessen, was du loslassen möchtest, schaffst du Klarheit und machst den ersten Schritt zu innerem Frieden.

    Nimm dir für dieses Ritual ein paar kleine Zettel und notiere auf jedem Zettel ein Thema, das du loslassen möchtest. Gib dir dafür ausreichend Zeit und spüre nach, warum dir das so wichtig ist. Möchtest du dich von einem alten Glaubenssatz befreien, von belastenden Gefühlen gegenüber einer Person oder einen alten Lebensabschnitt abschließen?

    Im nächsten Schritt kannst du die Zettel entweder in einer feuerfesten Schale auf dem Balkon oder im Garten verbrennen – oder sie in der Erde vergraben. Bei einem buddhistischen Mönch habe ich einmal einen praktischen Tipp gelesen: Wer mag, nutzt stattdessen Klopapier und spült die Notizen einfach in der Toilette hinunter:)

    Spüre hinein, welche Methode dir ein gutes Gefühl gibt und dich behutsam auf diesem Weg begleitet. Ein Ritual schenkt dir den Raum, den Abschied bewusst zu durchleben und das Geschehene Schritt für Schritt zu akzeptieren.



    2. Einfache Atemübung mit Mantra

    Setze dich für die Atemübung an einen ruhigen Ort und atme zunächst ganz entspannt durch die Nase ein und aus. 

    Wenn dein Atem ruhig und gleichmäßig fließt, denke 

    – beim Einatmen bewusst „LOS“ und 

    – beim Ausatmen „LASSEN“. 

    Um den Effekt zu verstärken, kannst du auch durch den Mund ausatmen, falls es sich stimmig für dich anfühlt.

    Dauer: Etwa 3 bis 5 Minuten – stelle dir dafür am besten einen Timer.

    Mehr Übungen und Impulse für dein Wohlbefinden und weitere Selbstfürsorge-Tipps findest du in meinen Büchern (*Partnerlink) und auch in meinem Newsletter.


    Ich wünsche dir viel Freude beim Loslassen!

    Alles Liebe, Yve




    Foto: Van Trang Ho

  • Die Kunst des Loslassens: Raum für Neues schaffen und innere Freiheit finden

    Die Kunst des Loslassens: Raum für Neues schaffen und innere Freiheit finden

    „Du musst einfach loslassen.“ Ein Satz, den wir gefühlt hundertmal gehört und genauso oft empfohlen bekommen haben. Ein weiser Rat – der sich in der Praxis jedoch oft als unglaublich schwer erweist.

    Stell dir vor: Dein Herz schreit nach Veränderung und sagt dir ganz klar, dass du deine ungeliebte Arbeitsstelle kündigen solltest. Doch sofort schaltet sich der Verstand ein. Er äußert Bedenken, rät dir, lieber noch abzuwarten, und scheint dabei vernünftig abzuwägen. Das Ergebnis? Du bleibst, wo du bist, wirst von Tag zu Tag unglücklicher und ärgerst dich später vielleicht, die Chance auf etwas Besseres verpasst zu haben.

    Warum fällt uns das Loslassen so extrem schwer, obwohl wir wissen, wie gut es uns tun würde?

    Was Loslassen wirklich bedeutet

    Gehen wir einen Schritt zurück. Im Laufe unseres Lebens stehen wir immer wieder vor Situationen, in denen wir schweren Herzens Abschied nehmen müssen: von Menschen, von geliebten Haustieren oder von ganzen Lebensentwürfen.

    Doch nicht nur Ereignisse im Außen wollen losgelassen werden. Oft sind es innere Kämpfe, die uns blockieren:

    • Alte Glaubenssätze und unerreichbar hohe Erwartungen an uns selbst
    • Belastende Erfahrungen und tief sitzende Schuldgefühle
    • Ungesunde Beziehungen, die Energie rauben
    • Der Klammergriff der Vergangenheit

    Loslassen bewahrt uns vor Resignation und Stillstand. Es kann uns sogar vor Depressionen und Krankheiten schützen. Dennoch wehren wir uns oft mit Händen und Füßen dagegen.

    Der Grund ist simpel: Selbst wenn wir erkennen, wie gesund der Schritt wäre, kommen wir um Gefühle von Traurigkeit, Verlust, Enttäuschung und Schmerz nicht herum. Alles, was wir loslassen, hat uns schließlich über eine gewisse Zeit begleitet. Manch alter Glaubenssatz hat uns früher vielleicht sogar einmal beschützt und uns geholfen, schwierige Phasen zu überstehen.

    Zudem bedeutet Loslassen immer auch den Verlust von Kontrolle und vermeintlicher Sicherheit. Das löst Ängste aus – bekannte wie neue. Und wenn wir jemanden durch den Tod verlieren, erreicht dieser Schmerz eine Tiefe, die uns bis ins Mark erschüttern kann.

    Den Schmerz überwinden

    In solchen Phasen brauchen wir zwei Dinge ganz besonders: Selbstmitgefühl und Geduld. Es erfordert Mut, Zeit und das Vertrauen in uns selbst und in das Leben, das nach der Krise auf uns wartet.

    Rückblickend lässt sich jedoch oft etwas Erstaunliches feststellen: Gerade in den dunkelsten Zeiten des Loslassens – beim Durchleben von Trauer, Angst und Unsicherheit – wachsen wir über uns hinaus.

    Das mitten im Prozess zu erkennen, ist fast unmöglich. In solchen Momenten braucht es schlichtweg Zeit und manchmal auch professionelle Unterstützung. Therapeutische Hilfe einzufordern ist keine Schwäche, sondern Stärke und zeigt deine Bereitschaft, wirklich etwas verändern zu wollen.

    Der Moment der Befreiung

    Erinnerst du dich an das Gefühl, wenn du es schließlich doch geschafft hast? Wenn der gefühlt zentnerschwere Rucksack endlich von deinen Schultern gleitet?

    Menschen beschreiben diesen Moment oft mit:

    • einer großen Leichtigkeit und inneren Freiheit
    • reiner Zufriedenheit und großer Dankbarkeit
    • neu gewonnenem Vertrauen und innerem Frieden


    3 Schritte für dein bewusstes Loslassen

    Wenn du dich aktuell in einer Umbruchphase befindest, können dir diese drei Schritte helfen, deinen Ballast Schritt für Schritt abzuwerfen:

    1. Akzeptanz – Nimm Veränderungen an

    Der entscheidende erste Schritt zu innerem Frieden ist das Annehmen dessen, was ist. An der Vergangenheit festzuhalten führt unweigerlich in den Stillstand. Wenn du lernst, das loszulassen, was dich am Wachstum hindert, wirst du wieder freier und unbeschwerter leben. Trennungen und Verluste schmerzen, ja – aber dahinter warten neue Abenteuer, Glücksmomente und Chancen auf dich. Die schönen Erinnerungen bleiben in deinem Herzen, während du Raum für Neues schaffst.

    2. Entrümple dein Leben – Außen wie Innen

    Die fernöstliche Philosophie des Feng Shui lehrt uns, dass alles, was uns belastet, den natürlichen Energiefluss blockiert. Das gilt für das Physische wie das Emotionale:

    • Im Außen: Miste deine Wohnung aus. (*Partnerlink-Buchtipp) Das Beseitigen von unnötigem Krempel schafft sofort Klarheit, Ordnung und Struktur im Geist.
    • Im Innen: Miste deine emotionale „Ramsch-Schublade“ aus. Befreie dich Schritt für Schritt von Schuldgefühlen, unterdrückten Emotionen oder Energieräubern. Das fördert die Gesundheit von Körper, Geist und Seele.

    3. Gehe in den Austausch

    Wir alle tragen unsere Päckchen mit uns und wissen, wie weh Abschiede tun können. Du musst da nicht alleine durch. Ein vertrauensvolles, mitfühlendes Gespräch mit einem nahestehenden Menschen kann sehr tröstlich sein. Es zeigt dir, dass du mit deinem Schmerz nicht allein bist, schenkt dir neue Perspektiven und hilft dir dabei, deine Situation neu einzuordnen.

    Loslassen ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein Prozess, der Zeit, Selbstliebe, *Selbstfürsorge und Selbstakzeptanz erfordert. Sei geduldig mit dir. (*Partnerlink -Leseempfehlung)

    Wie geht es dir mit dem Loslassen? Kennst du dieses befreiende Gefühl, nachdem du einen schweren Rucksack abgelegt hast – oder steckst du gerade mittendrin?


    Liebe Grüße und viel Freude beim Loslassen!

    Deine Yve

    P. S.: Der Text zum Artikel stammt aus meinem ersten Buch „Mein schönes unperfektes Leben“. (*Partnerlink)


    Foto: Nirmal Rajendharkumar