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  • Wie Frida Kahlo ihr Trauma verwandelte – und was wir von ihr lernen können

    Wie Frida Kahlo ihr Trauma verwandelte – und was wir von ihr lernen können

    Schmerz hat viele Gesichter. Oft ist er auf den ersten Blick nicht sichtbar. Wenn wir den Schmerz unterdrücken, schickt uns der Körper eindeutige Signale. Diese versuchen wir vielleicht lange Zeit zu ignorieren. Frida Kahlo zeigt uns eine Alternative: Wir sollten den Schmerz nicht verdrängen, sondern ihm künstlerisch Ausdruck verleihen.

    Zwischen Schmerz und Kunst

    Frida Kahlo wurde am 6. Juli 1907 in Coyoacán nahe Mexiko-Stadt geboren. Ihre Mutter war die Mexikanerin Matilde Calderón y González, ihr Vater der deutsche Fotograf Guillermo Kahlo.
    Mit sechs Jahren erkrankte Frida an Kinderlähmung. Bereits zuvor litt sie jedoch aufgrund einer angeborenen Fehlbildung unter gesundheitlichen Einschränkungen.

    Frida erlitt im Alter von 18 Jahren bei einem tragischen Busunfall schwerste körperliche Verletzungen. Danach folgten unzählige Operationen, lange Genesungsphasen im Bett und quälende Schmerzen. Da sie über Monate hinweg in einem Gipskorsett ans Bett gefesselt war, suchte sie nach Möglichkeiten, mit ihrer Verzweiflung und Isolation umzugehen. So begann sie mit der Malerei. Liegend mit einer speziell für sie angefertigten Staffelei und einem Spiegel, der an der Decke befestigt wurde. Dort entstand das erste Selbstporträt: „Selbstbildnis mit Samtkleid“ (1926).

    Neben den großen körperlichen Einschränkungen belastete Frida ein unerfüllter Kinderwunsch und die leidenschaftliche, oft qualvolle Liebe zu dem erfolgreichen Künstler Diego Rivera. die sie in eine tiefgreifende emotionale Abhängigkeit führte.

    Da sie ihren Körper, ihre Erkrankungen sowie ihre physischen und psychischen Verletzungen zur zentralen Bühne ihrer Kunst machte, konnte sie ihre Leiden besser verarbeiten.

    • Körper, Geist und Seele als Einheit:  In ihren Werken zeigt Frida eindrucksvoll, wie sehr sie einerseits unter ihren Schmerzen und Einschränkungen litt, andererseits spiegeln ihre Werke vor allem ihre unglaubliche Stärke wider. Ob Blutbahnen, offene Wunden, Amputation, Depression, Fehlgeburt, ein mit Dornen und Nägeln geschundener Körper – Frida hat keine Scheu, ihre körperlichen, seelischen und emotionalen Verletzungen zu teilen.
    • Kein Raum für Scham: Frida teilte schonungslos und ehrlich alles, was ihr Leben prägte. Ob Korsetts, Tränen oder chirurgische Narben. Sie brachte all das auf die Leinwand und nahm den traumatischen Erfahrungen so Gefühle wie Ohnmacht, Scham und Angst.
    • Den Schmerz loslassen: Indem sie ihren Schmerz in ihren Werken teilte, fühlte sie sich damit nicht mehr ganz allein. Zwar ist der Schmerz noch ein Teil ihres Lebens, doch auf einer tieferen Ebene ist sie davon auch losgelöst.


    Frida zeigt, dass Heilung nicht bedeutet, schmerzfrei durchs Leben zu gehen. Vielmehr geht es darum, einen Weg zu finden, trotz Verletzungen, Traumata und Wunden ein erfülltes Leben zu führen. Ungeachtet ihrer Einschränkungen war Frida eine starke Frau. Sie war politisch aktiv, zeigte durch das Tragen der traditionellen Tehuana-Tracht ihre tiefe Verbundenheit zur mexikanischen Kultur und war bereits zu Lebzeiten eine international anerkannte und erfolgreiche Künstlerin sowie eine Kämpferin für die weibliche Selbstbestimmung.

    Praxisübung: Versuche, deinen (Ur-)Schmerz auf kreative Weise auszudrücken.

    Du brauchst kein Talent, oder viele Farben, um Fridas Methode auch für dich zu nutzen. Es geht nicht um Perfektion oder Ästhetik, sondern darum, nach Innen zu schauen, es geht um Ehrlichkeit und deine Maske jetzt abzulegen.

    Nimm dir 15 Minuten Zeit, ziehe dich an einen Ort zurück, der dir Sicherheit schenkt:

    Option 1: Schreibe einen Brief. Versuche, dich mit deiner tiefsten Verletzung, deinem Ur-Schmerz zu verbinden. Beobachte den Schmerz, ganz ohne Bewertung.

    • Frage dich: Wo spüre ich den Schmerz? Was möchte er mir mitteilen? Was kann ich tun, um mit dem Schmerz, der Erkrankung oder der Verletzung in Frieden zu leben?
      Schreibe ohne lange nachzudenken alles auf, was sich an Gefühlen und Gedanken zeigt.

    Option 2: Male deinen Urschmerz
    Nimm dir einen Stift und, wenn du welche hast, Buntstifte sowie ein Blatt Papier. Schließe vor dem Malen kurz die Augen und spüre in deinen Körper hinein. Welche Farben, Formen und Texturen erscheinen vor deinem inneren Auge, wenn du an deinen persönlichen Schmerz denkst?

    • Beginne dann, ohne groß darüber nachzudenken, mit deinem „Schmerzbild”. Es darf ruhig einfarbig, krakelig, bunt, abstrakt oder ganz wild sein. Lass deine Gefühle durch die Hände auf das Blatt Papier fließen.

    Betrachte zum Abschluss nun dein Ergebnis. Was eben noch ungreifbar in deinem Körper oder Geist saß, liegt nun vor dir auf dem Papier. Du hast dem Schmerz eine Form gegeben und ihm damit ein Stück seiner zerstörerischen Kraft genommen. Indem du deinem Schmerz Ausdruck verliehen hast und nicht mehr wegsiehst, entziehst du ihm einen Teil seiner Macht. Du befreist dich vom Gefühl, damit alleine zu sein, und kannst den Schmerz teilen, ohne dich zu schämen, ohne dich schuldig zu fühlen, ohne ihn zu bewerten.

    Kunst und Kunstgeschichte sind eines meiner großen Herzensthemen. Ich hatte das große Glück, im zweiten Anlauf mit Mitte 30 Kunstgeschichte zu studieren. Besonders berührt haben mich Künstlerinnen wie Frida Kahlo, Gabriele Münter und Paula Modersohn-Becker mit ihren Werken und Lebensgeschichten. Welche Künstlerin hat dein Herz erobert?

    Ich freue mich über deine Rückmeldung in den Kommentaren.

    Alles Liebe, Yve


    Quellen und Leseempfehlungen:

    • Frida Kahlo (Taschen GmbH, 2021) – Bildband / Monografie für visuelle Werkanalysen und Symbolik.
    • Selbstbildnisse der Künstlerinnen Maria Lassnig und Frida Kahlo (GRIN Verlag, 2023) – Fachliteratur zum therapeutischen Potenzial und zur Identitätsarbeit.
    • Frida Kahlo und die Farben des Lebens: Roman (Aufbau Taschenbuch, 2019) – Biografischer Roman für erzählerische Einblicke in Kahlos Gefühls- und Lebenswelt.


    Bild: Brett Sayles

  • Ein chronisch dysreguliertes Nervensystem? Warum „Urlaub machen“ bei innerer Unruhe nicht hilft

    Ein chronisch dysreguliertes Nervensystem? Warum „Urlaub machen“ bei innerer Unruhe nicht hilft

    Als ich vor mittlerweile über 20 Jahren meine eigene bewusste Heilreise begann, stieß ich in Büchern, durch eine Traumatherapie und auch in meinem persönlichen Umfeld immer wieder auf ein Thema: das Nervensystem.

    Ehrlich gesagt: Damals konnte ich den Zusammenhang zwischen Körper und Geist noch nicht vollständig begreifen. Den Begriff „Psychosomatik“ kannte ich natürlich. Aber dass ich aktiv auf mein Nervensystem einwirken kann? Das erzählte mir niemand.

    Stattdessen bekam ich von meiner Hausärztin Ratschläge wie: „Nehmen Sie sich mal eine Auszeit, fahren Sie in den Urlaub.“ Oder: „Machen Sie sich doch einfach etwas weniger Sorgen.“

    Ach, wenn es doch so einfach wäre! Wie du sicher auch schon selbst festgestellt hast, ist es mit solchen Ratschlägen nicht getan. Das Problem sitzt viel tiefer. Damals gab es kaum Informationen darüber, wie eng unsere mentale und körperliche Gesundheit mit einem dysregulierten Nervensystem verbunden sind. Heute wissen wir zum Glück mehr – und vielleicht hast auch du schon selbst erkannt, welch entscheidenden Einfluss ein reguliertes Nervensystem auf dein Wohlbefinden hat.

    Das Nervensystem: Ein faszinierendes Alarmsystem

    Das Nervensystem ist ein komplexes Universum aus Milliarden von Nervenzellen, das fortlaufend von der Wissenschaft erforscht wird. Leider wird diesem Thema in den meisten Arztpraxen nach wie vor viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

    Eine der wichtigsten Funktionen deines Nervensystems ist es, dich vor Gefahren zu schützen. Die Zellen reagieren blitzschnell auf Sinnesreize, verarbeiten sie und lösen Reaktionen aus. Das passiert ganz automatisch, ohne dass wir bewusst darüber nachdenken müssen – dank unseres hoch entwickelten, inneren Alarmsystems.

    Stell dir vor, du berührst versehentlich eine heiße Herdplatte: Noch bevor du den Schmerz überhaupt bewusst wahrnimmst oder denken kannst „Aua, heiß!“, hat dein Nervensystem deine Hand schon reflexartig zurückgezogen.

    Doch hier kommt der entscheidende Punkt: Unser Nervensystem unterscheidet nicht zwischen der heißen Herdplatte und unserem emotionalen Erleben. Alle unsere Handlungen, Gefühle, Kindheitserfahrungen, Nachrichten und Gespräche beeinflussen dieses System. Und neben der Gefahrenabwehr reguliert das autonome Nervensystem eben auch dein Immunsystem, deine Atmung, die Herzfrequenz, die Körpertemperatur, die Verdauung und deine Hormone.

    Wenn der Körper unter Dauerstrom steht: Die Fawn-Response & Hypervigilanz

    Es gibt Zustände des Nervensystems, die erst seit kurzer Zeit mehr Aufmerksamkeit bekommen, die aber rückblickend mein Leben über lange Zeit massiv beeinflusst haben.

    1. Die Fawn-Response (Unterwerfungsreaktion)

    Ausgelöst durch belastende Erlebnisse oder eine fehlende Co-Regulation (die liebevolle emotionale Begleitung durch Bezugspersonen) in der Kindheit, entwickeln viele Menschen eine sogenannte Fawn-Response. Betroffene vernachlässigen oft ihre eigenen Bedürfnisse, um dem Gegenüber zu gefallen und Konflikte zu vermeiden. Man nennt es auch „People Pleasing“.

    Es fällt unglaublich schwer, eigene Grenzen überhaupt wahrzunehmen. Die Folge? Chronische Überforderung, schnelle Erschöpfung und ein Gefühl der Energielosigkeit. Dieses dringende Bedürfnis nach Harmonie hat auch mich in den ersten Jahrzehnten meines Lebens intensiv begleitet.

    2. Hypervigilanz (Ständige Alarmbereitschaft)

    Bist du besonders schreckhaft? Leidest du unter innerer Unruhe bei Lärm, wenn die Tür zufällt oder lauten Stimmen? Bei der Hypervigilanz ist dein Nervensystem in ständiger Alarmbereitschaft. Es scannt permanent die Umgebung ab, um abzuwägen, ob Gefahr droht.

    Vielleicht kennst du das: Du sitzt eigentlich entspannt auf dem Sofa, und plötzlich schießt Angst oder Unwohlsein in dir hoch. Schon ein einziger Gedanke an einen bevorstehenden Termin reicht aus, um den Alarm auszulösen. Dein Körper erinnert sich an alte, belastende Situationen und will dich um jeden Preis beschützen.

    In solchen Momenten schüttet der Körper Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus. Dein Herz rast, deine Atmung wird flacher – und das, obwohl du gemütlich auf dem Sofa unter deiner Kuscheldecke liegst.

    Bitte sei in solchen Momenten besonders liebevoll mit dir: Du bist weder falsch noch allein mit dem, was du fühlst. Dein Körper tut in diesem Moment genau das, was er gelernt hat – er reagiert auf tief abgespeicherte Erinnerungen. Es melden sich Anteile in dir, die noch nach Sicherheit suchen.

    Symptome: Wie sich ein chronisch dysreguliertes Nervensystem äußert

    Wenn das Nervensystem langfristig überreizt ist, kann sich das in einer Vielzahl von mentalen und körperlichen Symptomen zeigen:

    • Herzrasen und Herzklopfen
    • Schlafstörungen, bleierne Müdigkeit und Erschöpfung
    • Ängste, innere Unruhe und Konzentrationsprobleme
    • Druck auf der Brust oder Atemnot (Überatmung)
    • Verdauungsstörungen, Übelkeit und Kopfschmerzen
    • Muskelverspannungen und Aufgewühltheit
    • Fehlende Lebensfreude und das Gefühl, nicht genug oder richtig zu sein

    Langfristig erhöht dieser Dauerstress das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Magen-Darm-Beschwerden, ein geschwächtes Immunsystem sowie psychische Erkrankungen wie Panikattacken, Burnout oder Depressionen.


    „Du bist nicht dein Trauma!“ – Alfred Adler

    Erste Hilfe: Wie du dein Nervensystem regulieren kannst

    Was kannst du also tun, um deinem überreizten Nervensystem die Sicherheit zu geben, das es so dringend braucht?

    In meinen Kursen, Einzelstunden und im Austausch mit betroffenen Menschen haben sich bestimmte Tools als besonders wirksam erwiesen. Auch für mein eigenes, sensibles Nervensystem haben sie einen spürbaren Unterschied gemacht. Probier aus, was sich für dich gut anfühlt:

    Konsum überdenken: Es kann unglaublich entlastend sein, den Konsum von Social Media, Fernsehen, Kaffee und Zucker langfristig zu reduzieren.

    Regelmäßige Entspannungsübungen: Praktiken wie Qigong, Yoga Nidra, Yin Yoga, Meditation, japanisches Heilströmen oder gezielte Atemübungen, wie die tiefe Bauchatmung, helfen langfristig und auch im Notfall. Auch regelmäßige Bewegung und Zeit in der Natur bewirken Wunder.

    Achtsamkeitsübungen im Alltag: Gestalte eine feste Morgen- und Abendroutine. Versuche, alltägliche Handlungen wie Essen, Zähne putzen oder Wäsche zusammenlegen ganz bewusst und langsam durchzuführen.

    Selbstfürsorge: Gönne dir ganz bewusst Pausen. Ein warmes Fußbad, eine ruhige Teepause, Zeit für Kunst und Kreativität sowie gesunder Schlaf helfen dem Körper beim Herunterfahren.

    Heilsame Verbindungen: Der regelmäßige, ehrliche und vertrauensvolle Kontakt zu Familie, Freund:innen und zu Tieren spendet dem Nervensystem das Gefühl von Sicherheit.


    Du musst diesen Weg nicht alleine gehen

    Auch wenn diese Übungen und Verhaltensänderungen deine Gesundheit positiv beeinflussen werden, kann es sein, dass alte Gefühle und Muster aus der Kindheit oder ungesunde Beziehungen dein Nervensystem weiterhin stark belasten.

    Wenn du merkst, dass du alleine nicht weiterkommst, ist das absolut in Ordnung. In diesem Fall kann es unglaublich wertvoll sein, die Unterstützung einer Psychologin oder einer auf Trauma spezialisierten Therapeutin oder Trainerin in Anspruch zu nehmen. Gemeinsam könnt ihr negative Verhaltensmuster aufdecken und Schritt für Schritt loslassen.

    Vergiss nie: Deine Reise zu mehr innerer Sicherheit braucht Zeit – und du bist nicht allein auf diesem Weg. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass bereits der Weg dorthin eine wundervolle Reise zu dir selbst sein kann. Ja, es darf herausfordernd sein und es darf auch mal weh tun. Doch die Erkenntnisse, die du daraus gewinnen wirst, sind unbezahlbar.


    FAQ: Häufig gestellte Fragen zum dysregulierten Nervensystem

    Was ist ein chronisch dysreguliertes Nervensystem?

    Ein chronisch dysreguliertes Nervensystem befindet sich in einem dauerhaften Alarmzustand, ohne dass eine reale, akute Gefahr vorliegt. Ausgelöst durch anhaltenden Stress, ungelöste Traumata oder emotionale Belastungen in der Kindheit, verliert der Körper die Fähigkeit, sich nach Stressphasen wieder eigenständig in den Zustand der Sicherheit und Ruhe zu regulieren.

    Was sind typische Symptome eines dysregulierten Nervensystems?

    Die Symptome können sowohl körperlicher als auch mentaler Natur sein. Häufige Anzeichen sind chronische Erschöpfung, innere Unruhe, Herzrasen, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden, Muskelverspannungen und erhöhte Schreckhaftigkeit (Hypervigilanz). Auf psychischer Ebene äußert es sich oft durch Ängste, emotionale Taubheit, Konzentrationsprobleme oder durch das schon bekannte People Pleasing (Fawn-Response).

    Was ist die Fawn-Response – die Unterwerfungsreaktion?

    Die Fawn-Response ist eine biologische Überlebensstrategie des Nervensystems, die meist auf Kindheitserfahrungen zurückgeht. Statt mit Kampf (Fight) oder Flucht (Flight) zu reagieren, versuchen Betroffene, Gefahren und Konflikte abzuwenden, indem sie sich anpassen, die eigenen Bedürfnisse ignorieren und es anderen Menschen um jeden Preis recht machen wollen. Im Alltag zeigt sich dies oft als chronisches People Pleasing.

    Warum hilft Urlaub nicht bei einem dysregulierten Nervensystem?

    Eine kurze Auszeit oder ein Urlaub bekämpfen oft nur die oberflächlichen Symptome, ändern jedoch nichts an den tief sitzenden, im Körper gespeicherten Mustern und Erinnerungen. Da ein dysreguliertes Nervensystem Gefahr wittert, obwohl man „entspannt auf dem Sofa sitzt“, braucht es kontinuierliche, alltägliche Routinen und oft auch traumatherapeutische Begleitung, um dem Körper langfristig wieder echte Sicherheit zu vermitteln.

    Sei geduldig mit dir und deinem Körper; jeder noch so kleine Schritt zurück in die Sicherheit zählt.

    Alles Liebe,

    Yve




    Quellen und weiterführende Literaturempfehlungen:

    Wenn du tiefer in die neurobiologischen Zusammenhänge von Trauma, Stress und Nervensystemregulation eintauchen möchtest, empfehle ich dir diese Standardwerke der modernen Traumaforschung:

    Maté, Gabor (2023): Vom Mythos des Normalen: Trauma, Krankheit und Heilung in einer toxischen Kultur.(Original: The Myth of Normal).

    Van der Kolk, Bessel (2015): Verkörperter Schrecken: Wie Trauma in Körper, Geist und Gehirn heilt und wie wir wieder ganz werden. (Original: The Body Keeps the Score).

    Maté, Gabor (2004): Wenn der Körper Nein sagt: Wie verborgener Stress krank macht und wie wir gesund werden.(Original: When the Body Says No).

    Foto: Nuta Sorokina