Schlagwort: Stress reduzieren

  • Was bewirken Meditationen? 

    Was bewirken Meditationen? 

    Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass regelmäßige Meditation vielfältige positive Effekte auf Körper, Geist und Psyche hat. Zu den nachgewiesenen Wirkungen zählen:

    • Nachlassen von Ängsten und Stress
    • Förderung innerer Ruhe und Gelassenheit
    • Unterstützung des positiven Denkens
    • Stärkung der körperlichen und mentalen Widerstandskraft
    • Verbesserung von Konzentration und kognitiver Leistungsfähigkeit
    • Wachstum von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen
    • Aktivierung der Selbstheilungskräfte

    Schon wenige Minuten täglicher Meditation können spürbare Veränderungen bewirken – sanft, aber nachhaltig.

    Geführte Meditationen – Raum für dich selbst

    Mit geführten Meditationen findest du in eine tiefe Entspannung von Körper, Geist und Seele. Du lernst, bewusst nach innen zu lauschen, dich selbst besser wahrzunehmen und achtsamer mit deinen Gedanken und Gefühlen umzugehen. Im geschützten Raum der Meditation können sich innere Blockaden sanft lösen – Blockaden, die dich auf körperlicher, emotionaler oder geistiger Ebene belasten. Du übst, den Moment so anzunehmen, wie er ist – auch wenn er schwierig oder unangenehm erscheint. Ohne Bewertung. Ohne Druck.

    Weitere positive Effekte auf deine mentale Gesundheit:

    • Zuversicht wächst
    • Ein tiefer innerer Frieden entsteht
    • Und du entwickelst mehr Vertrauen in dich selbst und in das Leben

    „Meditation ist die Bereitschaft, mit uns selbst zusammen zu sein – genau so, wie wir in diesem Moment sind, ohne Urteil und ohne Versuch, etwas zu verändern.“

    – Pema Chödrön (Buddhistische Nonne & Autorin)


    Übung

    Meditation mit dem Mantra „So ham“

    „So ham“ (Sanskrit: सोऽहम् ) bedeutet „Ich bin“.

    Ankommen

    Setze oder lege dich bequem hin.

    Schließe deine Augen. Spüre den Kontakt deines Körpers mit dem Boden oder dem Stuhl. Entspanne die Schultern. Du darfst jetzt loslassen.

    Atem beobachten

    Lenke deine Aufmerksamkeit auf den Atem, ohne ihn zu verändern. Der Atem kommt, der Atem geht.

    Einatmen: So

    Ausatmen: Ham

    Wiederhole dieses lautlose Mantra mit jedem Atemzug.

    Nächster Schritt

    Stelle dir beim Einatmen vor, du atmest Frieden, Vertrauen und Liebe ein. Beim Ausatmen lässt du Anspannung, Angst oder Selbstkritik los. 

    Abschluss

    Lege deine Hände auf dein Herz. Verbinde dich mit dir selbst. Lass alle Emotionen zu, ohne sie zu bewerten.

    Sag leise zu dir selbst:

    „Ich bin verbunden. Ich bin im Vertrauen. So ham.“

    Öffne langsam deine Augen, wenn du bereit bist. Spüre deinen Körper. Lächle, zieh deine Mundwinkel sanft nach oben. Beobachte, wie du dich jetzt fühlst.

    Dauer: 3–5 Minuten


    Wie geht es dir mit dieser Art der Meditation? Meditierst du bereits regelmäßig, oder tastest du dich gerade ganz entspannt Schritt für Schritt heran? Ich würde mich freuen zu hören, wo du auf deiner Reise stehst!

    Wenn du dir bei der Umsetzung eine feste Wegbegleiterin an deiner Seite wünschst: Ich habe aktuell 1 freien Platz im 1:1-Mentoring. Schreib mir gerne eine Nachricht🙂


    Mehr Übungen findest du hier (Partnerlink) oder in meinem monatlichen Newsletter.

    Bis bald, liebe Grüße!

    Yve

    Foto: Clarettephoto

  • Übungen zum Loslassen

    Übungen zum Loslassen

    Möchtest du den Loslassprozess aktiv unterstützen? Wie im Blogartikel Die Kunst des Loslassens bereits beschrieben, ist das Loslassen ein zentraler Baustein auf dem Weg zur inneren Heilung.

    1. Das Zettelritual

    Ein persönliches Abschiedsritual könnte eine schöne Möglichkeit sein, diesen vielleicht emotionalen Schritt zu begleiten. Durch das Niederschreiben dessen, was du loslassen möchtest, schaffst du Klarheit und machst den ersten Schritt zu innerem Frieden.

    Nimm dir für dieses Ritual ein paar kleine Zettel und notiere auf jedem Zettel ein Thema, das du loslassen möchtest. Gib dir dafür ausreichend Zeit und spüre nach, warum dir das so wichtig ist. Möchtest du dich von einem alten Glaubenssatz befreien, von belastenden Gefühlen gegenüber einer Person oder einen alten Lebensabschnitt abschließen?

    Im nächsten Schritt kannst du die Zettel entweder in einer feuerfesten Schale auf dem Balkon oder im Garten verbrennen – oder sie in der Erde vergraben. Bei einem buddhistischen Mönch habe ich einmal einen praktischen Tipp gelesen: Wer mag, nutzt stattdessen Klopapier und spült die Notizen einfach in der Toilette hinunter:)

    Spüre hinein, welche Methode dir ein gutes Gefühl gibt und dich behutsam auf diesem Weg begleitet. Ein Ritual schenkt dir den Raum, den Abschied bewusst zu durchleben und das Geschehene Schritt für Schritt zu akzeptieren.



    2. Einfache Atemübung mit Mantra

    Setze dich für die Atemübung an einen ruhigen Ort und atme zunächst ganz entspannt durch die Nase ein und aus. 

    Wenn dein Atem ruhig und gleichmäßig fließt, denke 

    – beim Einatmen bewusst „LOS“ und 

    – beim Ausatmen „LASSEN“. 

    Um den Effekt zu verstärken, kannst du auch durch den Mund ausatmen, falls es sich stimmig für dich anfühlt.

    Dauer: Etwa 3 bis 5 Minuten – stelle dir dafür am besten einen Timer.

    Mehr Übungen und Impulse für dein Wohlbefinden und weitere Selbstfürsorge-Tipps findest du in meinen Büchern (*Partnerlink) und auch in meinem Newsletter.


    Ich wünsche dir viel Freude beim Loslassen!

    Alles Liebe, Yve




    Foto: Van Trang Ho

  • Die Kunst des Loslassens: Raum für Neues schaffen und innere Freiheit finden

    Die Kunst des Loslassens: Raum für Neues schaffen und innere Freiheit finden

    „Du musst einfach loslassen.“ Ein Satz, den wir gefühlt hundertmal gehört und genauso oft empfohlen bekommen haben. Ein weiser Rat – der sich in der Praxis jedoch oft als unglaublich schwer erweist.

    Stell dir vor: Dein Herz schreit nach Veränderung und sagt dir ganz klar, dass du deine ungeliebte Arbeitsstelle kündigen solltest. Doch sofort schaltet sich der Verstand ein. Er äußert Bedenken, rät dir, lieber noch abzuwarten, und scheint dabei vernünftig abzuwägen. Das Ergebnis? Du bleibst, wo du bist, wirst von Tag zu Tag unglücklicher und ärgerst dich später vielleicht, die Chance auf etwas Besseres verpasst zu haben.

    Warum fällt uns das Loslassen so extrem schwer, obwohl wir wissen, wie gut es uns tun würde?

    Was Loslassen wirklich bedeutet

    Gehen wir einen Schritt zurück. Im Laufe unseres Lebens stehen wir immer wieder vor Situationen, in denen wir schweren Herzens Abschied nehmen müssen: von Menschen, von geliebten Haustieren oder von ganzen Lebensentwürfen.

    Doch nicht nur Ereignisse im Außen wollen losgelassen werden. Oft sind es innere Kämpfe, die uns blockieren:

    • Alte Glaubenssätze und unerreichbar hohe Erwartungen an uns selbst
    • Belastende Erfahrungen und tief sitzende Schuldgefühle
    • Ungesunde Beziehungen, die Energie rauben
    • Der Klammergriff der Vergangenheit

    Loslassen bewahrt uns vor Resignation und Stillstand. Es kann uns sogar vor Depressionen und Krankheiten schützen. Dennoch wehren wir uns oft mit Händen und Füßen dagegen.

    Der Grund ist simpel: Selbst wenn wir erkennen, wie gesund der Schritt wäre, kommen wir um Gefühle von Traurigkeit, Verlust, Enttäuschung und Schmerz nicht herum. Alles, was wir loslassen, hat uns schließlich über eine gewisse Zeit begleitet. Manch alter Glaubenssatz hat uns früher vielleicht sogar einmal beschützt und uns geholfen, schwierige Phasen zu überstehen.

    Zudem bedeutet Loslassen immer auch den Verlust von Kontrolle und vermeintlicher Sicherheit. Das löst Ängste aus – bekannte wie neue. Und wenn wir jemanden durch den Tod verlieren, erreicht dieser Schmerz eine Tiefe, die uns bis ins Mark erschüttern kann.

    Den Schmerz überwinden

    In solchen Phasen brauchen wir zwei Dinge ganz besonders: Selbstmitgefühl und Geduld. Es erfordert Mut, Zeit und das Vertrauen in uns selbst und in das Leben, das nach der Krise auf uns wartet.

    Rückblickend lässt sich jedoch oft etwas Erstaunliches feststellen: Gerade in den dunkelsten Zeiten des Loslassens – beim Durchleben von Trauer, Angst und Unsicherheit – wachsen wir über uns hinaus.

    Das mitten im Prozess zu erkennen, ist fast unmöglich. In solchen Momenten braucht es schlichtweg Zeit und manchmal auch professionelle Unterstützung. Therapeutische Hilfe einzufordern ist keine Schwäche, sondern Stärke und zeigt deine Bereitschaft, wirklich etwas verändern zu wollen.

    Der Moment der Befreiung

    Erinnerst du dich an das Gefühl, wenn du es schließlich doch geschafft hast? Wenn der gefühlt zentnerschwere Rucksack endlich von deinen Schultern gleitet?

    Menschen beschreiben diesen Moment oft mit:

    • einer großen Leichtigkeit und inneren Freiheit
    • reiner Zufriedenheit und großer Dankbarkeit
    • neu gewonnenem Vertrauen und innerem Frieden


    3 Schritte für dein bewusstes Loslassen

    Wenn du dich aktuell in einer Umbruchphase befindest, können dir diese drei Schritte helfen, deinen Ballast Schritt für Schritt abzuwerfen:

    1. Akzeptanz – Nimm Veränderungen an

    Der entscheidende erste Schritt zu innerem Frieden ist das Annehmen dessen, was ist. An der Vergangenheit festzuhalten führt unweigerlich in den Stillstand. Wenn du lernst, das loszulassen, was dich am Wachstum hindert, wirst du wieder freier und unbeschwerter leben. Trennungen und Verluste schmerzen, ja – aber dahinter warten neue Abenteuer, Glücksmomente und Chancen auf dich. Die schönen Erinnerungen bleiben in deinem Herzen, während du Raum für Neues schaffst.

    2. Entrümple dein Leben – Außen wie Innen

    Die fernöstliche Philosophie des Feng Shui lehrt uns, dass alles, was uns belastet, den natürlichen Energiefluss blockiert. Das gilt für das Physische wie das Emotionale:

    • Im Außen: Miste deine Wohnung aus. (*Partnerlink-Buchtipp) Das Beseitigen von unnötigem Krempel schafft sofort Klarheit, Ordnung und Struktur im Geist.
    • Im Innen: Miste deine emotionale „Ramsch-Schublade“ aus. Befreie dich Schritt für Schritt von Schuldgefühlen, unterdrückten Emotionen oder Energieräubern. Das fördert die Gesundheit von Körper, Geist und Seele.

    3. Gehe in den Austausch

    Wir alle tragen unsere Päckchen mit uns und wissen, wie weh Abschiede tun können. Du musst da nicht alleine durch. Ein vertrauensvolles, mitfühlendes Gespräch mit einem nahestehenden Menschen kann sehr tröstlich sein. Es zeigt dir, dass du mit deinem Schmerz nicht allein bist, schenkt dir neue Perspektiven und hilft dir dabei, deine Situation neu einzuordnen.

    Loslassen ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein Prozess, der Zeit, Selbstliebe, *Selbstfürsorge und Selbstakzeptanz erfordert. Sei geduldig mit dir. (*Partnerlink -Leseempfehlung)

    Wie geht es dir mit dem Loslassen? Kennst du dieses befreiende Gefühl, nachdem du einen schweren Rucksack abgelegt hast – oder steckst du gerade mittendrin?


    Liebe Grüße und viel Freude beim Loslassen!

    Deine Yve

    P. S.: Der Text zum Artikel stammt aus meinem ersten Buch „Mein schönes unperfektes Leben“. (*Partnerlink)


    Foto: Nirmal Rajendharkumar

  • Mut zur Farbe, Mut zu sich selbst: Gabriele Münter

    Mut zur Farbe, Mut zu sich selbst: Gabriele Münter

    Hast du schon einmal vor einem Gemälde gestanden und gespürt, wie dich Farben, Formen oder Motive in den Bann ziehen? So, als ob sich in deinem Inneren eine lange verschlossene Tür öffnet? Genau das ist mir passiert, als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal die Werke von Gabriele Münter in einer Ausstellung im Kunstbau in München, und in ihrem Haus in Murnau gesehen habe.

    Ihr Name war mir zwar schon lange bekannt – als eine der Mitbegründerinnen des Expressionismus und die „Frau an der Seite“ von Wassily Kandinsky. Gabriele Münter war eine Pionierin. Mit ihrem einzigartigen Blick auf die Welt brachte sie ihre Vision in ausdrucksstarken Farben und Formen auf die Leinwand.


    Kurze Biografie

    Gabriele Münter (1877–1962) war eine bedeutende Künstlerin des Expressionismus. Nach einer Amerika-Reise im Jahr 1901 mit ihrer Schwester begann sie ihre künstlerische Laufbahn in München. Hier lernte sie Wassily Kandinsky kennen. Die beiden verband eine langjährige Partnerschaft sowie eine enge berufliche Zusammenarbeit.

    Zwischen 1908 und 1914 hatte Gabriele Münter in Murnau, Bayern, ihre produktivste Phase.: Sie war Mitbegründerin des berühmten „Blauen Reiter“ und prägte mit ihren klaren Formen und den kräftigen Farben den deutschen Expressionismus maßgeblich. Nach der Trennung von Kandinsky und Jahren in Skandinavien und Frankreich, kehrte sie 1930 dauerhaft in ihr Haus nach Murnau zurück, wo sie bis zu ihrem Tod mit ihrem Partner Johannes Eichner lebte und als Künstlerin arbeitete.


    Die Sprache der Farben

    Gabriele Münters Farbwahl war eine stille, künstlerische Revolution. Damals wurde von Künstlerinnen erwartet, zurückhaltend und akademisch angepasst zu malen. Sie setzte jedoch mutig auf starke, unverdünnte Farben.

    • Freie Farbwahl: Sie malte Objekte nicht in ihren „echten“ Farben, sondern wie sie sie fühlte. So malte sie einen Berg nicht in grau, wie es sonst üblich war, sondern in tiefem Blau und Violett.
    • Schwarze Konturen: Sie umrandete leuchtende Gelb-, Blau- und Rottöne mit dunklen, dominanten Linien. Erst durch diese Konturen kamen die Farben von innen heraus richtig zum Leuchten.
    • Die Seele malt mit. Ihre Werke und Farben spiegelten nicht wider, was das Auge sah, sondern was die Seele wahrnahm.

    Sie malte nicht, um zu gefallen, sondern um die Welt so zu zeigen, wie sie sie empfand.

    Gabriele Münters Botschaft an uns ist zeitlos, klar und hochaktuell:

    Nimm dir deinen Raum und vertraue deiner eigenen Stimme.



    Über viele Jahre stand Gabriele Münter im Schatten ihrer männlichen Kollegen wie Kandinsky, Marc, Klee und Macke. Sie wurde zur „Schülerin“, „Muse“ oder „Gefährtin von Kandinsky“ degradiert – während ihre männlichen Weggefährten als „Genies“ gefeiert wurden. Sie erlebte Phasen der Isolation und Ablehnung. Doch sie kämpfte für ihre Überzeugungen – als Künstlerin und als Frau. Mit ihrem außergewöhnlichen Mut versteckte sie während des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Kunstwerke des „Blauen Reiter“ in ihrem Haus in Murnau und bewahrte sie so vor den Nationalsozialisten.

    Ihre Werke und ihr Mut erinnern uns daran

    1. Trau dich, ganz du selbst zu sein!
    2. Setze deine Grenzen und vertraue deiner Intuition.
    3. Erkenne deine innere Kraft und entscheide dich mutig für deinen eigenen Weg!

    Gabriele Münter zeigt uns, dass Mitgefühl und Durchsetzungsvermögen einander nicht ausschließen. Doch das setzt voraus, dass wir trotz aller Widerstände – ob von außen oder in uns selbst – mutig unseren Weg gehen. Einen Weg, der mit unserem Herzen und unserer Seele resoniert. Und wenn du dich selbst erkennst, wirst auch du die Welt in deinen ganz eigenen Farben und in deinem eigenen Leuchten erleben.


    Kleine künstlerische Übung zum Schluss:

    1. Innehalten: Wie fühlst du dich gerade? Welches Gefühl ist jetzt in diesem Moment in dir am stärksten?
    2. Farben wählen: Gib diesem Gefühl eine Farbe. Vergiss die Realität: Dein Gefühl bestimmt die Farbwahl – egal ob neongelb, tiefviolett oder feurig rot.
    3. Einfach malen: Bringe die Farben ohne „schön“ malen zu wollen aufs Papier. Es muss kein konkretes Motiv sein – nur eine Form, eine Linie, dein Gefühl, das sich ganz intuitiv zeigt.



    Viel Freude, viel Mut und alles Liebe!

    Deine Yve




    Quellen, Leseempfehlungen und Farben:

    Gabriele Münter, Malen ohne Umschweife (*Partnerlink), Prestel Verlag, 2023

    Ausstellung „Blauer Reiter, Lenbachhaus, München

    Gabriele Münter, Eine Biografie, Insel Verlag, 2017

    Artecho Acrylfarben Set bei Amazon



    Foto: Pexels

  • Echte Dankbarkeit leben: Warum sie Körper, Geist und Herz guttut

    Echte Dankbarkeit leben: Warum sie Körper, Geist und Herz guttut

    In einer Zeit, in der negative Schlagzeilen wie Kriege, Gewalt, soziale Ungleichheit und Umweltkatastrophen unseren Alltag bestimmen, wird es immer wichtiger, positive Impulse zu setzen. Indem wir kleine Momente der Dankbarkeit zelebrieren, erkennen wir wieder, was im Leben wirklich zählt: geliebte Menschen, Frieden, die wunderschöne Natur, unsere Gesundheit und all die Dinge, die uns Erfüllung schenken. Dankbarkeit verändert unsere Perspektive und lässt uns bewusster und achtsamer durchs Leben gehen.

    Wenn Dankbarkeit nach Pflicht klingt

    Blicken wir einmal zurück in die Kindheit: Erinnert dich das auch an Worte deiner Eltern oder Großeltern wie „Sag Danke“ oder „Wie sagt man da?“

    Diese Erinnerungen lösen häufig negative Gefühle aus. Viele Menschen verbinden Dankbarkeit aufgrund dieser Erfahrung leider dann mit Scham, Pflichterfüllung oder Schuldgefühlen. Dankbar sein zu müssen, erzeugt dann verständlicherweise Widerstand. Manche von uns neigen deshalb später dazu, sich für jede Kleinigkeit übermäßig oft zu bedanken.

    Dabei spielt sich bewusst geäußerte und vor allem gefühlte Dankbarkeit auf einer ganz anderen Ebene ab: Sie ist ein ganz wesentlicher Faktor in der positiven Kommunikation – sie stärkt das Miteinander und drückt echte Wertschätzung aus. Danke ist also weit mehr als eine reine Höflichkeitsfloskel.

    Die Wissenschaft der Positiven Psychologie zeigt deutlich, dass wir diese tief empfundene, echte Dankbarkeit im Erwachsenenalter wieder ganz neu erlernen können.

    Was Dankbarkeit in uns verändert

    • Für den Geist: Sie stärkt das Selbstwertgefühl, fördert Gelassenheit sowie Optimismus und reduziert ständiges Gedankenkreisen.
    • Für die Seele: Sie macht uns glücklicher, zufriedener und kann mentale Erkrankungen wie Angststörungen und Panikattacken mildern.
    • Für den Körper: Sie senkt Stresshormone und den Blutdruck, fördert gesunden Schlaf, lindert körperliche Beschwerden und kann sogar die Herzgesundheit positiv beeinflussen.
    • Für das Miteinander: Sie stärkt soziale Beziehungen und unser allgemeines Wohlbefinden.



    Drei wirksame Dankbarkeitsroutinen

    Beginne langsam und in ganz kleinen Schritten. Setz dich nicht unter Druck, wenn das Gefühl nicht sofort da ist. Teste aus, was zu dir passt. Hier gilt ganz klar: Lieber täglich ein paar Minuten üben als einmal wöchentlich eine Stunde.

    • 1. Das Dankbarkeitstagebuch (*Partnerlink) Schreibe täglich drei Dinge auf, für die du dankbar bist. Das können Erlebnisse mit Menschen oder Tieren sein, aber auch ganz alltägliche Kleinigkeiten: die leckere Tasse Tee am Morgen, Wolkenbilder am Himmel, die Kuscheldecke, ein gutes Essen, warme Socken oder das Lächeln einer fremden Person auf der Straße. Eine Freundin nennt diese kleinen Augenblicke treffend die „Glimmer-Momente“ des Tages.
    • 2. Achtsamkeit im Alltag Schenke alltäglichen Verrichtungen wie Händewaschen, Zähneputzen, Kochen, Duschen oder deiner Atmung bewusste Aufmerksamkeit. Wenn du dir die Hände wäschst, lenke die Gedanken voll ins Hier und Jetzt: Nimm das Wasser auf der Haut, den Duft der Seife, die Temperatur und das Plätschern ganz bewusst wahr. Auch diese kleinen Anker fördern die Dankbarkeit.
    • 3. Affirmationen nutzen Eine Affirmation ist eine positiv formulierte, kraftvolle Aussage, die du dir laut vorliest oder gedanklich wiederholst. Dadurch verinnerlichst du positive Gedanken und findest in schwierigen Situationen Halt.
      Frage dich einfach: Wofür oder für wen empfindest du Dankbarkeit in deinem Leben? 



      Beispiele für deine Dankbarkeitsroutine:

    Ich bin dankbar für meinen Körper und für alles, was er täglich für mich leistet. 

    Ich bin dankbar für alle Möglichkeiten, die mir bisher geschenkt wurden.

    Ich bin dankbar für die Kuscheldecke, mein schönes Zuhause, den Blumenduft, die Sonne, meine warmen Socken, meine Bücher. ….

    Ich bin dankbar für die lieben Menschen, die mein Leben bereichern.




    Ich danke dir von Herzen für dein Interesse an meinen Texten, Artikeln und Büchern!

    Alles Liebe, Yve



    Buchtipps: Robert A. Emmons – Vom Glück, dankbar zu sein (Grundlagenwerk der Dankbarkeitsforschung).

    Yve Nicole Mohnfeld – Mein schönes unperfektes Leben – Stress reduzieren, innere Ruhe wiederfinden und einfach entspannen – mit echter Selbstfürsorge, gesunden Routinen und Selbstreflexion

    Wissenschaft: Emmons & McCullough (2003) zeigten in ihren Studien erstmals drastische Verbesserungen von Schlaf und Wohlbefinden durch tägliche Dankbarkeitsroutinen.


    Foto: Maksim Goncharenok

  • Die Kraft in dir: Wie Ressourcenaktivierung deine Resilienz stärkt und das Leben verändert

    Die Kraft in dir: Wie Ressourcenaktivierung deine Resilienz stärkt und das Leben verändert

    In herausfordernden Phasen unseres Lebens, richtet sich unsere Aufmerksamkeit fast automatisch auf das, was schief läuft. Doch was wäre, wenn der Schlüssel zur Lösung längst in dir liegt – du ihn nur gerade nicht findest?

    Hier kommt die Ressourcenarbeit zum Einsatz. Sie ist ein zentraler Baustein der Positiven Psychologie – ein wissenschaftlicher Bereich, der erforscht, was das menschliche Leben und Miteinander gelingen lässt – wie sich Vertrauen, Geborgenheit, Optimismus, Glück, Verzeihen und Solidarität auf die mentale Gesundheit des Menschen auswirken.

    Wie die Sozialpsychologin Ann Elisabeth Anhagen (Freie Universität Berlin) erklärt, knüpft die Positive Psychologie an die Humanistische Psychologie an. Ihr Ziel: Durch den Fokus auf die persönlichen Stärken, das Bedürfnis nach Glück, Ausgeglichenheit und seelische Gesundheit Wege aufzuzeigen, die das Erreichen von echtem Wohlbefinden erleichtern. Kurz gesagt: Wenn du dich selbst und deine Kraftquellen gut kennst, fühlst du dich automatisch wohler – auch in schwierigen Momenten.

    „Die Frage, wie Glück hergestellt wird, ist eine mindestens so wichtige Frage wie die, wie Unglück entsteht. […] Immer nur auf das zu schauen, was gescheitert ist, hilft nicht weiter […] sondern indem man möglichst viele neue positive und bedürfnisorientierte Erfahrungen macht.“

    — Klaus Grawe (1943–2005), Psychotherapieforscher


    Was sind Ressourcen überhaupt?

    Ressourcen sind deine persönlichen Kraftquellen. Sie stärken dein psychisches Immunsystem und erhöhen deine Resilienz, deine psychische Widerstandskraft. Dazu gehören oft ganz einfache Dinge im Alltag:

    • Bewegung und bewusste Wahrnehmung in der Natur
    • Musik, Kunst, Literatur und Kreativität
    • Schöne Erinnerungen
    • Tiere, Kochen, Tanzen, Humor und Lachen
    • Zeit mit Freunden und Familie

    In der ressourcenorientierten Begleitung gilt der Grundsatz: Jeder Mensch besitzt bereits die Fähigkeiten und die Stärke, die er zur Bewältigung seiner Herausforderungen braucht. Manchmal hat er sie nur vergessen oder noch nicht erkannt.

    Die Vielfalt deiner Kraftquellen

    In ihrem Buch „Coaching mit Ressourcenaktivierung“ unterscheiden Dr. Miriam Deubner-Böhme und Dr. Uta Deppe-Schmitz zwischen verschiedenen Ebenen:

    Ressourcen-KategorieBeispiele
    Interne RessourcenFähigkeiten, persönliche Eigenschaften, Interessen, Wissen, innere Haltungen
    Externe RessourcenSoziales Netz, Arbeitsumfeld, Infrastruktur, Natur, Kultur
    Körperliche & Psychische RessourcenGesundheit, Fitness, emotionale Stabilität, Achtsamkeit

    Wichtig zu wissen: Deine Ressourcen sind so individuell wie dein Fingerabdruck. Zwar gibt es Übereinstimmungen mit anderen (wie dem Wohnumfeld oder dem sozialen Status), aber dein Mix aus Kraftquellen gehört ganz allein dir. Zudem verändern sich Ressourcen mit dem Alter, der Lebenserfahrung oder der Gesundheit – hier ist die Flexibilität und die Anpassung an neue Lebensumstände wichtig.

    Vom Erkennen zum Tun: Wann ist eine Ressource wirklich aktiv?

    Schon der erste Blick auf die eigenen Kraftquellen ist ein wertvoller Schritt. Wissenschaftlich ist erwiesen, dass bereits das Nachdenken und Reflektieren über Ressourcen Akrivierungsprozesse auf neuronaler Ebene, in deinem Gehirn, in Gang setzt. Es erhöht dann die Wahrscheinlichkeit, dass du sie im Alltag tatsächlich auch nutzt um umsetzt.

    Wichtig: Solange eine Ressource nicht wirklich gelebt wird, profitierst du nicht in vollem Umfang von ihr.

    Ein einfaches Beispiel:

    Eva weiß, dass ihr ein Waldspaziergang guttut, um Abstand von Sorgen und Beschwerden zu gewinnen. Die Ressource existiert also bereits.

    Tatsächlich aktiviert ist sie aber erst in dem Moment, in dem Eva die Schuhe anzieht, in den Wald geht und vor Ort tiefe Entspannung und Glücksgefühle erlebt. Erst diese Aktivierung befriedigt ihre Grundbedürfnisse und löst die positiven Emotionen aus.

    Das klingt einfach, ist aber aus unterschiedlichsten Gründen – sei es wegen gesundheitlicher Einschränkungen oder aus Zeitmangel – nicht immer direkt machbar. Dann lohnt es sich, eine niederschwellige Alternative zu wählen, die sofort greifbar ist: wie etwa Lesen, Zeichnen, Musik hören, Meditation, Kochen oder Backen.


    Was bringt dir die Ressourcenaktivierung? (Wissenschaftliche Insights)

    Das bewusste Aktivieren deiner Kraftquellen verändert nachweislich deine psychische Gesundheit:

    1. Mehr Handlungsoptionen: Du wirst offener, kreativer und entwickelst eine höhere Veränderungsbereitschaft sowie bessere Problemlösefähigkeiten.
    2. Der positive Rückkoppelungsprozess: Klaus Grawe beschrieb, dass ressourcenorientierte Unterstützung von außen deinen Selbstwert stärkt. Das Gefühl, von anderen geschätzt zu werden, macht dich wiederum aufgeschlossener und zugewandter – deine sozialen Beziehungen festigen sich.
    3. Erfolg in der Therapie und Coaching: Die Coaching-Studien von Behrendt (2012, 2014) zeigen, dass sich ressourcenaktivierende Beratung direkt positiv auf den Gesamterfolg von Veränderungsprozessen auswirkt.

    Unabhängig von Studien bedeutet das für dich ganz persönlich: Durch das Integrieren deiner Ressourcen lebst du gestärkter, glücklicher, ausgeglichener, achtsamer, mutiger und dankbarer.

    Die Hürden im Alltag überwinden

    Warum fällt es uns eigentlich oft so schwer, uns auf das Gute zu besinnen? Häufig stehen uns alte Erziehungsmuster, in der Kindheit verinnerlichte Glaubenssätze oder die unbewusste Überzeugung im Weg, Selbstfürsorge sei reine Zeitverschwendung.

    Der Psychologieprofessor Mihaly Csikszentmihalyi beschreibt in seinem Buch „Lebe gut. Wie Sie das Beste aus Ihrem Leben machen können“ den ersten Schritt zur Besserung:

    • Achtsamkeit im Alltag: Achte genau darauf, was du täglich tust und welche Gefühle bestimmte Tätigkeiten, Orte, Tageszeiten oder Menschen in dir auslösen.
    • Das Eigene finden: Finde heraus, was sich für dich ganz besonders wohltuend und nährend anfühlt.
    • Gegenwärtige Freude spüren: Achte auf Gefühle wie Freude, Gelassenheit, Schwung und Vergnügen. Was lässt dein Herz vor Freude hüpfen?
    • Dankbarkeit praktizieren: Eine regelmäßige Dankbarkeitsroutine vergrößert die Wertschätzung für das Gute in deinem Leben.

    Alle Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, sind ein Privileg, um unser Leben gesünder zu gestalten.

    Fazit: Jeder Tag ist ein neuer Anfang – Beginne noch heute!

    Ressourcenarbeit erinnert uns daran, liebevoll mit uns selbst umzugehen und die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. Wenn wir lernen, unsere Stärken gezielt einzusetzen, steigt unsere Lebenszufriedenheit, während depressive Verstimmungen nachlassen. Ziel ist es, diese Kraftquellen so fest im Alltag zu verankern, dass wir selbst in Krisen den Blick auf das Positive nicht verlieren.

    „Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen.“

    — Siddharta Gautama


    Impuls: Kennst du deine Ressourcen, deine Kraftquellen? Schreibe sie dir auf einen Zettel, um dich täglich daran zu erinnern, was dir wirklich guttut. Hänge ihn gut sichtbar an den Kühlschrank oder platziere ihn direkt auf deinem Schreibtisch.

    Alles Liebe, Yve



    Quellen und Leseempfehlungen:

    • Deutschlandfunk: Beiträge & Interviews mit Prof. Dr. Ann Elisabeth Anhagen
    • Klaus Grawe & Gerber: Psychotherapieforschung und Ressourcenaktivierung
    • Dr. Miriam Deubner-Böhme & Dr. Uta Deppe-Schmitz: Coaching mit Ressourcenaktivierung
    • Fredrickson, B. L. & Cohn / Joiner: Broaden-and-Build-Theorie der positiven Emotionen
    • David Burns: Kognitive Verhaltenstherapie & Selbstwert
    • Mihaly Csikszentmihalyi: Lebe gut. Wie Sie das Beste aus Ihrem Leben machen können
    • ZHAW: Psychologie im Alltag nutzen
    • Behrendt (2012, 2014): Coaching-Forschung zur Ressourcenaktivierung
  • Schlaflos in München

    Schlaflos in München

    Du schüttelst die Decke ab, weil dir plötzlich heiß wird, dein Herz klopft und der Blick auf das Handy zeigt, dass du schon wieder viel zu früh wach bist. Es ist drei Uhr morgens. Draußen ist es still, alles schläft – nur du liegst wach. Ein Vogel zwitschert. Ist es die Nachtigall?

    Vielleicht kennst du das auch? In den Wechseljahren sind solche Nächte leider keine Seltenheit. Und ganz ehrlich: Es nervt. Es gibt hier nichts schönzureden. Der größte Wunsch ist einfach nur zu schlafen, schlafen, SCHLAFEN! Klingt so einfach, früher war es doch auch möglich. Hinlegen, Augen zu und gemütlich und sanft einschlummern. Das waren noch Zeiten. Wie lange ist das her?

    Häufig versuchen wir dann, das Einschlafen krampfhaft zu erzwingen: noch etwas Hörbuch oder Podcast hören, angestrengt ein paar Seiten lesen oder – denkbar ungünstig – durch Instagram scrollen. Wir drehen uns rastlos von links nach rechts und merken, wie erst Frust und dann Verzweiflung hochkochen. Das Resultat? Das Nervensystem gerät nur noch mehr in den Panikmodus und läuft auf Hochtouren. An Schlaf ist jetzt gar nicht mehr zu denken.

    Hormone und Schlaf

    Schlafstörungen in den Wechseljahren sind oft auf natürliche biologische Veränderungen zurückzuführen. Die Progesteron- und Östrogenspiegel sinken, was unsere innere Temperaturregulation durcheinanderbringt. Auch das Stresshormon Cortisol wird nachts viel schneller ausgeschüttet, was unser Nervensystem vor weitere Herausforderungen stellt. Laut Studien gehörst du damit zu den bis zu 40 Prozent der Frauen ab 35, die unter Schlafstörungen leiden. Die US-amerikanische Gynäkologin Dr. Christiane Northrup beschreibt in ihrem Buch „Weisheit der Wechseljahre“, dass Erschöpfung und Schlafstörungen in dieser Phase des Wandels häufig auch das Ergebnis ungelöster Emotionen wie Angst, Trauer und Wut sind.

    Ein häufiger Grund für Schlaflosigkeit ist das Gefühl, im Alltag ständig die Kontrolle behalten zu müssen. Diese Hyperkontrolle haben wir Frauen uns keineswegs freiwillig ausgesucht. Sie ist die Reaktion auf ein krankes gesellschaftliches System, das uns in vielen Lebensbereichen am Loslassen hindert: Konflikte in der Partnerschaft, Care-Arbeit und die Last der Kindererziehung samt Mutter-Schuldgefühlen, Wissenslücken in der Frauenmedizin und finanzielle Benachteiligung im Job – um nur einige Beispiele zu nennen.

    Was kannst du tun, um den Druck herauszunehmen?

    Wenn du das nächste Mal um drei Uhr morgens aus dem Schlaf gerissen wirst, darfst du deine Erwartungshaltung ganz bewusst herunterschrauben:

    • Raus aus dem Bett bei Hitzewallungen: Bleibe nicht im Bett liegen, wenn dich Schweißausbrüche am Wiedereinschlafen hindern. Steh kurz auf, öffne das Fenster und atme tief die kühle Nachtluft ein. Auch ein Schluck kaltes Wasser oder kühlendes Wasser über den Handgelenken wirkt oft Wunder. Sollten die Beschwerden stärker sein, können – in Rücksprache mit einer Ärztin oder Heilpraktikerin – eine natürliche Progesteroncreme, die bioidentische Hormonersatztherapie, Melatonin oder pflanzliche Mittel helfen.
    • Tiefenentspannung üben: Den Schlaf können wir nachts nicht erzwingen – wir können aber lernen, tief zu entspannen. Ob Meditation, Yoga Nidra, Qigong, Atemübungen, oder Jin Shin Jyutsu (japanisches Heilströmen): Bereits tagsüber können wir Körper, Geist und Nervensystem darauf ausrichten, wieder loszulassen und zu vertrauen. So stimmen wir uns Schritt für Schritt auf einen erholsamen Schlaf ein. Das braucht etwas Geduld und regelmäßige Praxis, lohnt sich aber wirklich.
    • Gedankenkreisen unterbrechen: Wenn die Gedanken gar nicht aufhören wollen zu kreisen, nimm dir ein Blatt Papier und schreibe alles auf, was sich gerade zeigt. Alle Emotionen, wie Ängste, Sorgen, Wut, Trauer kannst du auf diese Weise loslassen. Ein Ventil, um dich von allem Ballast zu befreien.
    • Dein Tag beeinflusst deinen Schlaf: Da Koffein von Frauen langsamer abgebaut und verstoffwechselt wird, raten Expert:innen bei Schlafstörungen generell von Kaffeekonsum ab. Intensiver Sport wie Joggen oder Workouts gehört idealerweise in den Vor- oder Nachmittag – für den Abend eignen sich sanftes Yoga, Dehnen oder Entspannungsübungen. Vermeide, wenn möglich, auch emotional anstrengende Gespräche und Telefonate am Abend. Sie führen zur Ausschüttung der Stresshormone Cortisol und Adrenalin, was uns am Abschalten und Zur-Ruhe-Kommen hindert.
    • Nimm den Druck raus: Wer unbedingt schlafen muss, hält sich selbst wach. Hör auf, den Schlaf wie ein Projekt zu behandeln, das funktionieren muss. Auch Ruhen, Liegen und Stille schenken deinem Körper Kraft. Ersetze den Gedanken „Ich muss jetzt schlafen“ durch „Ich darf mich jetzt einfach ausruhen“ – das nimmt den Druck raus und holt dein Nervensystem aus dem Alarmmodus.

    Jede Phase geht vorbei

    Die Wechseljahre sind für viele Frauen eine große Herausforderung – körperlich wie emotional. Es gibt Tage, an denen es super läuft, und Nächte, in denen man eben wach liegt. Das gehört für die allermeisten, zumindest phasenweise, dazu. Erinnere dich daran: Dein Körper leistet in dieser Phase des Wandels Unglaubliches. Er ist immer für dich – niemals gegen dich – und sendet dir wertvolle Signale. Wenn du ihm zuhörst, deine Grenzen spürst, dir mehr Pausen erlaubst und bewusste Auszeiten nimmst, schenkst du deinem Nervensystem die nötige Ruhe. Und genau das hilft dir, abends wieder abzuschalten und durchzuatmen.

    Wenn du das nächste Mal wach liegst, während alle anderen schlafen: Atme tief und lange aus. Nimm den Optimierungsdruck raus und spüre in dich hinein. Welche Signale sendet dir dein Körper? Sprich mit ihm, wenn es sich für dich gut anfühlt. Auch sanfte Affirmationen können helfen, den Druck abzubauen, dein Nervensystem zu beruhigen und dir wieder ein Gefühl von Sicherheit zu schenken.

    Affirmationen zum Schluss:

    „Liebevoll lasse ich den Tag hinter mir und gleite in friedlichen Schlaf mit dem Wissen, dass der morgige Tag für sich selbst sorgen wird.“

    „Meine Welt ist sicher und freundlich.“

    „Ich liebe und akzeptiere mich und traue dem Prozess des Lebens. Ich bin in Sicherheit.“


    Ich wünsche dir eine erholsame und gute Nacht!

    Yve



    Quellen und Leseempfehlungen:


    Hay, Louise: Heile deinen Körper. Seelisch-geistige Gründe für körperliche Krankheit. Arkana Verlag.

    Northrup, Dr. med. Christiane: Weisheit der Wechseljahre. Selbstheilung, Veränderung und Neuanfang in der zweiten Lebenshälfte. Zabert Sandmann Verlag

    Northrup, Dr. med. Christiane: Frauenkörper, Frauenweisheit. Wie Frauen körperliche und seelische Gesundheit erlangen können. Zabert Sandmann Verlag.

    Bild: kaboompics

  • Wie spirituell bist du? Spoiler: Viel mehr, als du denkst!

    Wie spirituell bist du? Spoiler: Viel mehr, als du denkst!

    Wenn du das Wort „Spiritualität“ hörst – woran denkst du da zuerst? An Menschen, die im Schneidersitz meditieren oder kniend beten? An Frauen in weißen, weiten Leinenkleidern, mit Kristallketten um den Hals? An Räucherstäbchen oder Heilsteine, die im Mondlicht aufgeladen werden müssen?

    Lange Zeit dachte ich selbst, dass man Spiritualität nur mit Disziplin und noch mehr Meditation erreichen kann. Der Buddhismus spielt seit meiner Jugend eine wichtige Rolle in meinem Leben und tatsächlich haben mich die buddhistische Philosophie und Meditation durch manch dunkle Stunde getragen. Doch je mehr ich im Einklang mit mir selbst, meinem Nervensystem und meiner Berufung lebe, desto klarer wird mir: Spiritualität finden wir vor allem in den kleinen Momenten – wie beispielsweise in der tiefen Verbindung mit der Natur, in der Stille, in ehrlichen Gesprächen sowie im Zusammensein mit Tieren – und in meinem Fall auch im Tierschutz.

    Spiritualität braucht keine Perfektion und keinen Druck.

    Die Magie der leisen Momente

    Verbindung ist die Essenz der Spiritualität. Wir stehen dabei nicht nur in Verbindung mit unserem wahren Selbst – mit dem, wer wir wirklich sind –, sondern gleichzeitig und oft ganz unbewusst mit allem, was uns umgibt. Vielleicht fühlst du dich besonders wohl, wenn du unter einem alten, großen Baum Platz nimmst? Oder wenn du ein bestimmtes Lied hörst? Vielleicht spürst du auch eine tiefe Liebe zu den Menschen und Tieren, die dir besonders nahestehen – oder du liebst es einfach zu tanzen, ganz für dich, in deinem eigenen Rhythmus, und alles um dich herum komplett zu vergessen. All das ist Spiritualität.

    Du musst nicht dein ganzes Leben verändern, um spirituell zu sein. Vermutlich bist du es schon längst, ohne es bewusst gewählt zu haben.

    Möchtest du wieder mehr von diesen bewussten Momenten der Verbindung in deinen Alltag integrieren? Hier sind vier einfache Inspirationen, wie du gelebte Spiritualität ganz ungezwungen in dein Leben einladen kannst:

    1. Achtsamer Waldspaziergang: Nimm den Duft von feuchter Erde wahr, setze jeden Schritt ganz bewusst auf den weichen Waldboden, lausche dem Rauschen der Blätter im sanften Wind und werde dir bewusst, dass du ein Teil dieser wunderschönen Erde bist.

    2. Bewusste Atemzüge: Schließe deine Augen und lege eine Hand auf dein Herz, die andere auf deinen Bauch. Atme tief durch die Nase ein und sanft durch den Mund wieder aus. Nimm wahr, wie du mit jedem Atemzug ein bisschen weicher wirst.

    3. Echte Dankbarkeit: Lege beide Hände auf dein Herz und spüre in Gedanken mindestens drei Dingen nach, für die du jetzt von ganzem Herzen dankbar bist. Das können Dinge sein wie: Ich bin dankbar für meinen Körper. Ich bin dankbar für die geliebten Menschen und Tiere in meinem Leben. Ich bin dankbar für mein sicheres Zuhause.

    4. Reine Stille: Nichts tun, nichts anhören, nicht sprechen, nicht lesen – einfach nur das Hier und Jetzt wahrnehmen. Zehn Minuten bewusste Stille sind für dein Nervensystem wie ein kleiner Urlaub – sie verbinden dich mit dir selbst, deiner inneren Stimme und deinem Herzen.
    Das alles ist gelebte Spiritualität.


    Der Blick nach innen

    Wenn wir den Kontakt zu uns selbst verlieren, können wir uns auch nur schwer in unser Gegenüber hineinfühlen. Wir verlieren die Verbindung.

    Spiritualität ist die Einladung, den Blick wieder nach innen zu richten und sich seiner selbst bewusst zu werden – mit allem, was uns ausmacht. Auch alte Verletzungen, Ängste, Wut und Trauer dürfen da sein und finden ihren Platz. Wir verleugnen unsere Emotionen nicht mehr. Im Gegenteil: Wir erkennen unseren alten Schmerz, ja sogar den Ur-Schmerz an, und schauen ganz genau hin, was dahinter liegt. Öffne dein Herz für dich selbst und verstehe, dass es nicht darauf ankommt, immer ein glückliches und perfektes Leben zu führen – es geht vielmehr darum, wie wir mit den Herausforderungen des Lebens umgehen.

    Es heißt nicht, die Realität zu ignorieren und alles nur noch positiv zu sehen. Im Gegenteil: Wahre Spiritualität bedeutet anzunehmen, dass wir in einer Welt der Polarität leben – in der es Licht und Schatten gibt, Yin und Yang, das „Gute“ und das „Böse“. Alles existiert. Auch in uns selbst.

    Dein ganz persönlicher Weg

    Es gibt kein „Richtig“ oder „Falsch“. Deine Spiritualität ist so individuell wie du selbst.

    Sei neugierig, was dich auf der Reise zu dir selbst erwartet. Es ist ein wundervolles Abenteuer – und ja, es werden dir kleine und ganz große Steine in den Weg gelegt werden. Du hast die Wahl: Bleibst du stehen und kapitulierst? Oder gehst du mutig einen kleinen Umweg um die Steine herum und folgst weiter deinem Herzen?

    Spüre jetzt einmal für dich nach: In welchen Momenten fühlst du diese magische Verbindung zu dir selbst am stärksten? Wann wird es in dir ganz still und friedlich?

    Schnapp dir am besten gleich ein Blatt Papier oder dein Journal und einen Stift. Nimm dir ein paar Minuten Zeit und schreibe all das auf, was dir ganz intuitiv zu den Fragen und zu deiner persönlichen Spiritualität einfällt.

    Hat dir dieser Impuls gutgetan? Dann teile deine Gedanken dazu in den Kommentaren – ich freue mich so sehr auf den Austausch mit dir!



    Liebe Grüße,

    Yve

  • Minimalismus: Wie weniger im Außen für mehr Ruhe im Innen sorgt

    Minimalismus: Wie weniger im Außen für mehr Ruhe im Innen sorgt

    Dein Schrank platzt aus allen Nähten – und trotzdem hast du nichts zum Anziehen? Du willst im Laden nur schnell zwei Dinge besorgen und gehst am Ende mit vollen Einkaufstüten nach Hause? Dieses Gefühl kenne ich selbst nur zu gut. Aus Angst, etwas zu verpassen, abonnieren wir auch unzählige Newsletter, folgen immer mehr Kanälen auf Social Media und saugen permanent Informationen auf. Unser Gehirn läuft auf Hochtouren. Kein Wunder, dass sich viele von uns erschöpft, gestresst und innerlich unruhig fühlen. Und das kurze Glücksgefühl nach dem Shoppen verpufft oft schneller, als wir denken.

    Wenn wir das Wort „Minimalismus” hören, denken viele zuerst an weiß-beige, leere Räume oder eine Capsule Wardrobe, also eine Auswahl weniger Kleidungsstücke, die nach dem radikalen Ausmisten des Kleiderschranks übrig bleibt. Doch Minimalismus ist viel mehr als nur ein Wohntrend oder eine von Influencern geprägte Stilrichtung. Er kann unsere mentale Gesundheit tatsächlich fördern.

    Denn äußerer Ballast ist meist auch innerer Ballast.

    Zu viel „Zeug“ erschöpft uns mental

    Unser Nervensystem liebt Ordnung. Hat jeder Gegenstand in deiner Wohnung seinen festen Platz? Oder suchst du immer wieder deine Schlüssel, dein Portemonnaie oder dein Haarband in einem Haufen von Dingen, die einfach so herumliegen? Jedes einzelne unaufgeräumte Teil, jede unerledigte Aufgabe auf dem Schreibtisch sowie jede ungelesene Benachrichtigung auf dem Smartphone versetzen dich in einen latenten emotionalen Stresszustand.

    Die Wissenschaft nennt das „Visual Clutter“, also visuelles Chaos. In einer bekannten Langzeitstudie der University of California (UCLA) wurde das Alltagsleben von Familien und deren Cortisolspiegel untersucht. Das Ergebnis bestätigt: Bei Frauen, die ihr Zuhause als chaotisch oder unordentlich wahrnahmen, wurden den gesamten Tag über erhöhte Cortisolwerte gemessen. Erst wenn die Unordnung beseitigt und die Anzahl der Dinge reduziert wird, können die Stresshormone im Körper wieder sinken. Zu viele Reize in unserer Umgebung überfordern demnach unser Gehirn und verhindern innere Ruhe und echte Entspannung.

    Minimalismus bedeutet aber nicht, zukünftig gar nichts mehr kaufen zu dürfen oder Dinge achtlos wegzuwerfen. Im Gegenteil: Beim Minimalismus geht es um den achtsamen Umgang und die Wertschätzung der Dinge, die wir bereits besitzen. Es geht darum, bewusst zu reduzieren, ohne einen Monat später das Aussortierte gleich wieder neu zu kaufen.

    Meine Begeisterung für den Minimalismus begann vor genau zehn Jahren, als ich Marie Kondo und ihr KonMari-Prinzip entdeckte. Ihr Buch „Magic Cleaning“ begeisterte nicht nur mich, sondern auch meinen Mann. Noch im selben Monat begannen wir, die gesamte Wohnung und den Keller auf den Kopf zu stellen und zu entrümpeln. Wir fühlten uns danach wirklich befreit und leichter. Aktuell bin ich wieder an einem Punkt, an dem ich eine neue Ausmist- und Entrümpelungsaktion plane. Und dieses Mal hat mein Mann den ersten Schritt gemacht und unseren Keller bereits um die Hälfte erleichtert. 🙂

    Wie wirkt sich Minimalismus auf deine mentale Gesundheit aus?

    Wie schon erwähnt, wirkt sich der materielle Minimalismus laut Studien (UCLA und McMains u. Kastner, Princeton Neuroscience Institute 2011) positiv auf dein Stresslevel aus. Ich möchte dir noch weitere Bereiche vorstellen. Hier ein kleiner Überblick :

    1. Der materielle Minimalismus

    Dein Zuhause sollte ein Ort der Entspannung und Sicherheit sein – kein Ort, an dem dein Nervensystem wegen zu hoher Cortisolwerte verrückt spielt. Wenn du beginnst, dich von Dingen zu trennen, die du nicht mehr brauchst oder liebst, passiert etwas Magisches: du befreist dich Stück für Stück von einer Last, die dir lange Zeit nicht bewusst war. Du fühlst dich befreit und leichter.

    • Der Benefit: Weniger Entscheidungen treffen müssen, weniger Zeitaufwand fürs Aufräumen – mehr Zeit für die wichtigen Dinge, wie Pausen machen, kreativ sein, Zeit mit den Liebsten.

    2. Der digitale Minimalismus

    Hand aufs Herz: Wie oft hattest du heute schon dein Smartphone in der Hand? Wir scrollen durch das Leben anderer, in Momenten, in denen wir eigentlich eine Atempause von der Hektik des Alltags bräuchten – und spüren dabei gar nicht, dass unser Nervensystem damit völlig überfordert ist. Digitaler Minimalismus bedeutet, bewusste Grenzen zu setzen. Lösche Apps, die dir Lebenszeit und Energie rauben. Schalte Push-Benachrichtigungen stumm. Und lege dein Handy täglich für mehrere Stunden ganz bewusst in eine Schublade.

    • Der Benefit: Deine Konzentration nimmt zu, weil du dich nicht mehr ständig ablenken lässt. Dein Nervensystem kann sich regulieren, da es nicht mehr permanent mit Reizen geflutet wird. Ängste werden reduziert und auch das Gefühl, etwas zu verpassen – das Phänomen FOMO (Fear of missing out) – lässt spürbar nach.

    3. Der mentale Minimalismus

    Wie oft hast du in letzter Zeit „Ja” gesagt, obwohl du lieber „Nein” gesagt hättest? Wie oft vereinbarst du Termine, obwohl du energetisch schon am Ende bist? Und wie viele Beziehungen pflegst du nur, um niemanden zu enttäuschen? Es geht um das Thema Grenzen setzen. Sind deine eigenen Bedürfnisse wichtig für dich oder möchtest du vor allem für andere funktionieren? Ein „Nein“ zu einem Termin, der dich eigentlich nur anstrengt, ist ein liebevolles „Ja“ zu dir selbst.

    • Der Benefit: Du schützt dich aktiv vor mentaler Erschöpfung und Burnout. Indem du Grenzen setzt, gewinnst du innere Ruhe, Leichtigkeit und mehr Lebensfreude. Du erkennst, dass deine mentale Gesundheit Vorrang hat – du musst niemandem gefallen.

    Beginne gleich heute: Drei kleine Schritte

    Minimalismus ist kein Projekt, das du an einem Wochenende perfekt abschließen musst. Meine erste Minimalismus-Reise hat übrigens insgesamt fast sechs Monate gedauert. Es ist ein fortlaufender Prozess, der mit ganz kleinen, liebevollen Schritten beginnt:

    • Die Schublade: Miste heute für nur fünf Minuten eine einzige Schublade aus. Sortiere die Dinge dabei in drei klare Kategorien: „Müll“, „Wertstoffhof/Recycling“ und „Behalten“. Wie fühlt es sich an, in so kurzer Zeit Ordnung geschaffen zu haben?
      Tipp:  Sammle Sachen für den Wertstoffhof oder Dinge, die du spenden möchtest, am besten direkt in Extrakisten im Keller oder Abstellraum. Du kannst sie nach und nach befüllen und gesammelt wegbringen, wenn sie voll sind.
    • Der bildschirmfreie Morgen: Beginne deinen Tag nicht mit deinem Smartphone. Atme bewusst, höre deine Lieblingsmusik, trinke deinen Tee oder Kaffee, schaue aus dem Fenster, dehne und strecke dich, lese ein paar Seiten in deinem Buch, schreibe in ein Journal, meditiere für wenige Minuten, tanze oder singe. Schenke deinem Körper und Geist 30 Minuten, um langsam im neuen Tag anzukommen.
    • Die „Not-To-Do-Liste“: Was möchtest du in dieser Woche nicht tun? Schreibe drei Dinge auf, wie zum Beispiel: nichts Neues kaufen, das Smartphone morgens nach dem Aufwachen erstmal ignorieren, oder einen Termin absagen? Du entscheidest nur für dich, du hast die Wahl.

    Fazit: Lass los, was dich beschwert – und schenke dir Raum für mehr Leichtigkeit im Leben

    Minimalismus schenkt dir die Möglichkeit, dich wieder mit dir selbst zu verbinden – mit dem, was wirklich wichtig ist. Ganz ohne die Ablenkung von außen. Während du aussortierst und reduzierst, übst du dich gleichzeitig darin, mentalen Ballast loszulassen.

    Beginne am besten gleich heute mit der ersten Schublade. Deine mentale Gesundheit wird es dir danken.

    Ich freue mich über deine Erfahrungen! Teile sie gerne in den Kommentaren.


    Alles Liebe, Yve




    Quellen & Buchtipp aus diesem Artikel:

    Hier findest du die Studien und das Buch, auf die ich mich im Artikel beziehe:

    Die Princeton-Studie (Visuelles Chaos im Gehirn): McMains, S., & Kastner, S. (2011): Interactions of Top-Down and Bottom-Up Mechanisms in Human Visual Cortex. In: The Journal of Neuroscience, 31(2), 581–597.

    Der Klassiker zum Einstieg: Kondo, Marie (2013): Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert. Rowohlt Taschenbuch Verlag.

    Die UCLA-Studie (Cortisol & Unordnung): Arnold, J. E., Graesch, A. P., Ragazzini, E., & Ochs, E. (2012): Life at Home in the Twenty-First Century. Center on Everyday Lives of Families (CELF) an der University of California, Los Angeles.

  • Ein chronisch dysreguliertes Nervensystem? Warum „Urlaub machen“ bei innerer Unruhe nicht hilft

    Ein chronisch dysreguliertes Nervensystem? Warum „Urlaub machen“ bei innerer Unruhe nicht hilft

    Als ich vor mittlerweile über 20 Jahren meine eigene bewusste Heilreise begann, stieß ich in Büchern, durch eine Traumatherapie und auch in meinem persönlichen Umfeld immer wieder auf ein Thema: das Nervensystem.

    Ehrlich gesagt: Damals konnte ich den Zusammenhang zwischen Körper und Geist noch nicht vollständig begreifen. Den Begriff „Psychosomatik“ kannte ich natürlich. Aber dass ich aktiv auf mein Nervensystem einwirken kann? Das erzählte mir niemand.

    Stattdessen bekam ich von meiner Hausärztin Ratschläge wie: „Nehmen Sie sich mal eine Auszeit, fahren Sie in den Urlaub.“ Oder: „Machen Sie sich doch einfach etwas weniger Sorgen.“

    Ach, wenn es doch so einfach wäre! Wie du sicher auch schon selbst festgestellt hast, ist es mit solchen Ratschlägen nicht getan. Das Problem sitzt viel tiefer. Damals gab es kaum Informationen darüber, wie eng unsere mentale und körperliche Gesundheit mit einem dysregulierten Nervensystem verbunden sind. Heute wissen wir zum Glück mehr – und vielleicht hast auch du schon selbst erkannt, welch entscheidenden Einfluss ein reguliertes Nervensystem auf dein Wohlbefinden hat.

    Das Nervensystem: Ein faszinierendes Alarmsystem

    Das Nervensystem ist ein komplexes Universum aus Milliarden von Nervenzellen, das mittlerweile fortlaufend von der Wissenschaft erforscht wird. Leider wird diesem Thema in den meisten Arztpraxen nach wie vor viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

    Eine der wichtigsten Funktionen deines Nervensystems ist es, dich vor Gefahren zu schützen. Die Nervenzellen reagieren blitzschnell auf Sinnesreize, verarbeiten sie und lösen Reaktionen aus. Das passiert ganz automatisch, ohne dass wir bewusst darüber nachdenken müssen – dank unseres hoch entwickelten, inneren Alarmsystems.

    Stell dir vor: du berührst versehentlich eine heiße Herdplatte: Noch bevor du den Schmerz überhaupt bewusst wahrnimmst oder denken kannst „Aua, heiß!“, hat dein Nervensystem deine Hand schon reflexartig zurückgezogen.

    Doch hier kommt der entscheidende Punkt: Unser Nervensystem unterscheidet nicht zwischen der heißen Herdplatte und unserem emotionalen Erleben. Alle unsere Handlungen, Gefühle, Kindheitserfahrungen, Nachrichten und Gespräche beeinflussen dieses System. Neben der Gefahrenabwehr reguliert das autonome Nervensystem auch dein Immunsystem, deine Atmung, die Herzfrequenz, die Körpertemperatur, die Verdauung sowie deine Hormone.

    Wenn der Körper unter Dauerstrom steht: Die Fawn-Response & Hypervigilanz

    Es gibt Zustände des Nervensystems, die erst seit kurzer Zeit mehr Aufmerksamkeit bekommen, die aber rückblickend auch mein Leben über lange Zeit massiv beeinflusst haben.

    1. Die Fawn-Response (Unterwerfungsreaktion)

    Ausgelöst durch belastende Erlebnisse oder eine fehlende Co-Regulation (die liebevolle emotionale Begleitung durch Bezugspersonen) in der Kindheit, entwickeln viele Menschen eine sogenannte Fawn-Response. Betroffene vernachlässigen oft ihre eigenen Bedürfnisse, um dem Gegenüber zu gefallen und Konflikte zu vermeiden. Man nennt es auch „People Pleasing“.

    Es fällt unglaublich schwer, eigene Grenzen überhaupt wahrzunehmen. Die Folge? Chronische Überforderung, schnelle Erschöpfung und ein Gefühl der Energielosigkeit. Dieses dringende Bedürfnis nach Harmonie hat auch mich in den ersten Jahrzehnten meines Lebens intensiv begleitet.

    2. Hypervigilanz (Ständige Alarmbereitschaft)

    Bist du besonders schreckhaft? Leidest du unter innerer Unruhe bei Lärm, wenn die Tür zufällt oder lauten Stimmen? Bei der Hypervigilanz ist dein Nervensystem in ständiger Alarmbereitschaft. Es scannt permanent die Umgebung ab, um abzuwägen, ob Gefahr droht.

    Vielleicht kennst du das: Du sitzt eigentlich entspannt auf dem Sofa, und plötzlich breitet sich Angst oder Unwohlsein in dir aus. Schon ein einziger Gedanke an einen bevorstehenden Termin, oder ein Gespräch, reichen aus, um den Alarm auszulösen. Dein Körper erinnert sich an alte, belastende Situationen und will dich um jeden Preis beschützen.

    In solchen Momenten schüttet der Körper Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus. Dein Herz rast, deine Atmung wird flacher – und das, obwohl du gemütlich auf dem Sofa unter deiner Kuscheldecke liegst.

    Bitte sei in solchen Momenten besonders liebevoll mit dir: Du bist weder falsch noch allein mit dem, was du fühlst. Dein Körper tut in diesem Moment genau das, was er gelernt hat – er reagiert auf tief abgespeicherte Erinnerungen. Es melden sich Anteile in dir, die noch nach Sicherheit suchen.

    Symptome: Wie sich ein chronisch dysreguliertes Nervensystem äußert

    Wenn das Nervensystem langfristig überreizt ist, kann sich das in einer Vielzahl von mentalen und körperlichen Symptomen zeigen:

    • Herzrasen und Herzklopfen
    • Schlafstörungen, bleierne Müdigkeit und Erschöpfung
    • Ängste, innere Unruhe und Konzentrationsprobleme
    • Druck auf der Brust oder Atemnot (Überatmung)
    • Verdauungsstörungen, Übelkeit und Kopfschmerzen
    • Muskelverspannungen und Aufgewühltheit
    • Fehlende Lebensfreude und das Gefühl, nicht genug oder richtig zu sein

    Langfristig erhöht dieser Dauerstress das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Magen-Darm-Beschwerden, ein geschwächtes Immunsystem sowie psychische Erkrankungen wie Panikattacken, Burnout oder Depressionen.


    Erste Hilfe: Wie du dein Nervensystem regulieren kannst

    Was kannst du also tun, um deinem überreizten Nervensystem die Sicherheit zu geben, das es so dringend braucht?

    In meinen Kursen, Einzelstunden und im Austausch mit betroffenen Menschen haben sich bestimmte Tools als besonders wirksam erwiesen. Auch für mein eigenes, sensibles Nervensystem haben sie einen spürbaren Unterschied gemacht. Probier aus, was sich für dich gut anfühlt:

    Konsum überdenken: Es kann unglaublich entlastend sein, den Konsum von Social Media, Fernsehen, Kaffee und Zucker langfristig zu reduzieren oder sogar ganz einzustellen.

    Regelmäßige Entspannungsübungen: Praktiken wie Qigong, Yoga Nidra, Yin Yoga, Meditation, japanisches Heilströmen oder gezielte Atemübungen, wie die tiefe Bauchatmung, helfen langfristig und auch im Notfall. Auch regelmäßige Bewegung und Zeit in der Natur bewirken Wunder.

    Achtsamkeitsübungen im Alltag: Gestalte eine feste Morgen- und Abendroutine. Versuche, alltägliche Handlungen wie Essen, Zähne putzen oder Wäsche zusammenlegen ganz bewusst und langsam durchzuführen.

    Selbstfürsorge: Gönne dir ganz bewusst Pausen. Ein warmes Fußbad, eine ruhige Teepause, Zeit für Kunst und Kreativität sowie gesunder Schlaf helfen dem Körper beim Herunterfahren.

    Heilsame Verbindungen: Der regelmäßige, ehrliche und vertrauensvolle Kontakt zu Familie, Freund:innen und zu Tieren spendet dem Nervensystem das Gefühl von Sicherheit.


    Du musst diesen Weg nicht alleine gehen

    Auch wenn diese Übungen und Verhaltensänderungen deine Gesundheit positiv beeinflussen werden, kann es sein, dass alte Gefühle und Muster aus der Kindheit oder ungesunde Beziehungen dein Nervensystem weiterhin stark belasten.

    Wenn du merkst, dass du alleine nicht weiterkommst, ist das absolut in Ordnung. In diesem Fall kann es unglaublich wertvoll sein, die Unterstützung einer Psychologin oder einer auf Trauma spezialisierten Therapeutin, Trainerin oder Mentorin in Anspruch zu nehmen. Gemeinsam könnt ihr negative Verhaltensmuster aufdecken und Schritt für Schritt loslassen.

    Vergiss nie: Deine Reise zu mehr innerer Sicherheit braucht Zeit – und du bist nicht allein auf diesem Weg. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass bereits der Weg dorthin eine wundervolle Reise zu dir selbst sein kann. Ja, es darf herausfordernd sein und es darf auch mal weh tun. Doch die Erkenntnisse, die du daraus gewinnen wirst, sind unbezahlbar.


    FAQ: Häufig gestellte Fragen zum dysregulierten Nervensystem

    Was ist ein chronisch dysreguliertes Nervensystem?

    Ein chronisch dysreguliertes Nervensystem befindet sich in einem dauerhaften Alarmzustand, ohne dass eine reale, akute Gefahr vorliegt. Ausgelöst durch anhaltenden Stress, ungelöste Traumata oder emotionale Belastungen in der Kindheit, verliert der Körper die Fähigkeit, sich nach Stressphasen wieder eigenständig in den Zustand der Sicherheit und Ruhe zu regulieren.

    Was sind typische Symptome eines dysregulierten Nervensystems?

    Die Symptome können sowohl körperlicher als auch mentaler Natur sein. Häufige Anzeichen sind chronische Erschöpfung, innere Unruhe, Herzrasen, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden, Muskelverspannungen und erhöhte Schreckhaftigkeit (Hypervigilanz). Auf psychischer Ebene äußert es sich oft durch Ängste, emotionale Taubheit, Konzentrationsprobleme oder durch das schon bekannte People Pleasing (Fawn-Response).

    Was ist die Fawn-Response – die Unterwerfungsreaktion?

    Die Fawn-Response ist eine biologische Überlebensstrategie des Nervensystems, die meist auf Kindheitserfahrungen zurückgeht. Statt mit Kampf (Fight) oder Flucht (Flight) zu reagieren, versuchen Betroffene, Gefahren und Konflikte abzuwenden, indem sie sich anpassen, die eigenen Bedürfnisse ignorieren und es anderen Menschen um jeden Preis recht machen wollen. Im Alltag zeigt sich dies oft als chronisches People Pleasing.

    Warum hilft Urlaub nicht bei einem dysregulierten Nervensystem?

    Eine kurze Auszeit oder ein Urlaub bekämpfen oft nur die oberflächlichen Symptome, ändern jedoch nichts an den tief sitzenden, im Körper gespeicherten Mustern und Erinnerungen. Da ein dysreguliertes Nervensystem Gefahr wittert, obwohl man „entspannt auf dem Sofa sitzt“, braucht es kontinuierliche, alltägliche Routinen und oft auch traumatherapeutische Begleitung, um dem Körper langfristig wieder echte Sicherheit zu vermitteln.

    Sei geduldig mit dir und deinem Körper. Jeder Schritt zurück in die Sicherheit, so klein er auch sein mag, zählt.

    Alles Liebe,

    Yve




    Quellen und weiterführende Literaturempfehlungen:

    Wenn du tiefer in die neurobiologischen Zusammenhänge von Trauma, Stress und Nervensystemregulation eintauchen möchtest, empfehle ich dir diese Standardwerke der modernen Traumaforschung:

    Maté, Gabor (2023): Vom Mythos des Normalen: Trauma, Krankheit und Heilung in einer toxischen Kultur.(Original: The Myth of Normal).

    Van der Kolk, Bessel (2015): Verkörperter Schrecken: Wie Trauma in Körper, Geist und Gehirn heilt und wie wir wieder ganz werden. (Original: The Body Keeps the Score).

    Maté, Gabor (2004): Wenn der Körper Nein sagt: Wie verborgener Stress krank macht und wie wir gesund werden.(Original: When the Body Says No).

    Foto: Nuta Sorokina

  • Mini-Auszeit: Finde Ruhe mit der Nierenatmung

    Mini-Auszeit: Finde Ruhe mit der Nierenatmung

    Kennst du diese Tage, an denen die Gedanken rasen, das Herz wie wild schlägt und der Körper einfach nicht zur Ruhe kommt? Gerade wenn sich emotional und hormonell viel verändert, tut eine kleine Pause unheimlich gut. Eine meiner absoluten Lieblingsübungen dafür ist die Nierenatmung.

    Sie beruhigt dein Nervensystem, entspannt den unteren Rücken und stärkt deine Nierenenergie (in der TCM auch Jing genannt). Deine Nierenenergie ist das Fundament für deine Vitalität und Lebensenergie – gleichzeitig schenkt sie dir tiefe innere Gelassenheit und macht dich im Alltag spürbar resilienter.

    Nimm dir einfach ein paar Minuten Zeit, mach es dir gemütlich und probiere es direkt aus:

    Schritt-für-Schritt-Anleitung

    Lege deine Hände entspannt auf den Bauch, schließe sanft die Augen und atme ganz weich durch die Nase ein und aus. Lass deinen Atem nun Schritt für Schritt weiterwandern:

    • In den Bauch: Atme für mehrere Atemzüge tief und gleichzeitig sanft in deinen Bauch hinein. Spüre, wie sich deine Bauchdecke hebt und senkt.
    • In die Flanken: Wandere mit deiner Aufmerksamkeit weiter nach außen. Lass den Atem für einige Züge in deine Körperseiten fließen.
    • In den unteren Rücken: Lenke den Atem nun nach hinten. Schicke die Luft ganz bewusst in den unteren Rücken, um dort Raum und Weite zu schaffen.
    • In deine Nieren: Lass den Atem schließlich in deine Nieren fließen. Stell dir vor, wie sie sich mit jeder Einatmung sanft ausdehnen und mit der Ausatmung wieder entspannt kleiner werden.

    Mein Tipp für dich: Du kannst deine Hände im Alltag einfach immer genau auf den Bereich legen, in den du gerade hineinfatmen möchtest. Das hilft deinem Körper, den Atem leichter zu spüren und den Fokus dorthin zu lenken.



    Warum dir diese Übung so gut tut

    Schon nach wenigen Minuten wirst du merken, wie sich etwas verändert. Diese einfache Atemübung schenkt dir sofort wohlige Wärme, tiefe Ruhe und ein Gefühl von innerer Sicherheit. Ein perfekter Anker für jeden Tag!

    Viel Freude und Entspannung von Herzen.

    Yve


    P.S. Eine weitere einfache Atemübung findest du hier.


    Foto: Karola G./Pexels

  • Worte, die verändern: Wie wirksam sind Affirmationen wirklich?

    Worte, die verändern: Wie wirksam sind Affirmationen wirklich?

    „Ich kann das nicht.“ „Ich bin nicht gut genug.“ „Alles ist gerade so anstrengend.“ Hand aufs Herz: Wie oft ertappst du dich bei solchen Sätzen? Oder fällt es dir vielleicht schon gar nicht mehr auf? Diese Form des Selftalks läuft meist auf Autopilot, also ganz unbewusst – und ist leider viel zu häufig gegen uns selbst gerichtet. Doch genau hier können wir mit positiven und wohlwollenden Affirmationen gegensteuern. Sie sind viel mehr als nur spirituelles „Schöngerede“: Affirmationen sind ein wundervolles Tool, um unser Gehirn auf Ruhe, Selbstliebe und sogar Heilung zu programmieren.

    Was genau sind Affirmationen?

    Eine Affirmation ist ein positiv formulierter Satz – abgeleitet vom lateinischen Wort für „Bejahung“ – den wir laut oder gedanklich wiederholen, um tief sitzende, negative Überzeugungen über uns selbst bewusst aufzulösen. Die bekannte US-amerikanische Bestsellerautorin Louise Hay erklärte schon vor Jahrzehnten, dass die bewusste Wahl unserer Worte nicht nur unsere mentale, sondern auch unsere körperliche Gesundheit maßgeblich positiv beeinflussen kann.


    Die Wissenschaft dahinter: Neuroplastizität

    Dass Affirmationen helfen, gehört schon lange nicht mehr nur in die Welt der Spiritualität oder Esoterik. Die Neurowissenschaft erklärt dies mit dem Prinzip der Neuroplastizität. Bis ins hohe Alter kann sich unser Gehirn verändern und bleibt lern- sowie wandlungsfähig. So hat jeder Gedanke, jedes Wort, das wir regelmäßig wiederholen, Auswirkungen auf unsere Lebensqualität. Man spricht hierbei von neuronalen Autobahnen, die sich aufgrund von Wiederholungen bilden.

    Wenn du heute beginnst, täglich einen neuen, positiven Satz zu wiederholen, baut das Gehirn eine neue neuronale Autobahn. Nach einer gewissen Zeit – meist ca. drei bis vier Wochen, wenn die Affirmation emotional stark aufgeladen ist – verändert sich dadurch nicht nur deine Wahrnehmung, sondern nachweislich auch dein Stresslevel. Der Cortisolspiegel sinkt und du fühlst dich gelassener sowie in herausfordernden Phasen resilienter – also widerstands- und handlungsfähiger.

    Wenn du dir die Affirmation nicht nur vorsagst, sondern sie auch mit Bildern (Visualisierungen) und Gefühlen verknüpfst, beschleunigt das den Prozess.

    Die 3 goldenen Regeln für wirksame Affirmationen

    Damit eine Affirmation im Unterbewusstsein wirken kann, sollte sie drei Kriterien erfüllen:

    1. Gegenwart: Formuliere den Satz so, als wäre er schon Realität. Also nicht: „Ich werde gelassen sein und vertrauen“, sondern: „Ich bin gelassen und im Vertrauen.“
    2. Positiv formulieren: Das Wort „nicht“ kann unser Unterbewusstsein nur schwer verarbeiten. Wähle statt „Ich fühle mich nicht mehr unsicher“ lieber eine Formulierung wie: „Ich vertraue dem Prozess des Lebens. Ich bin in Sicherheit.“
    3. Es muss sich richtig anfühlen: Der Satz sollte keinen inneren Widerstand auslösen. Löst deine Affirmation ein gutes Gefühl aus? Zaubert sie dir vielleicht sogar ein Lächeln ins Gesicht? Dann hast du deine Affirmation gefunden:)

    Ein kleiner Satz mit großer Wirkung

    Als ich vor etwa sieben Jahren während einer Ausbildung zum ersten Mal von der heilenden Wirkung von Affirmationen hörte, war ich sofort fasziniert. Ich begann direkt mit eigenen Selbstversuchen und testete die Wirkung unterschiedlichster Sätze.

    Probiere es am besten gleich selbst aus: Formuliere eine einzige Affirmation, die dich emotional berührt. Schreibe sie auf ein Post-it und klebe es an einen Ort, den du oft siehst – beispielsweise an den Badezimmerspiegel, an den Kühlschrank oder an deinen Schreibtisch. Sprich den Satz jeden Morgen nach dem Aufwachen dreimal laut und bewusst aus. Lege dabei deine Hände auf dein Herz, schließe die Augen und verknüpfe die Worte mit einem positiven Bild. Nutze dafür deine Vorstellungskraft – das kann ein goldenes Licht sein oder ein schöner Ort in der Natur.

    Schon eine einzige Minute deiner bewussten Aufmerksamkeit reicht aus, um dein Unterbewusstsein positiv zu beeinflussen und dein mentales sowie körperliches Wohlbefinden langfristig zu fördern.

    Inspirationen von Luise Hay (*Partnerlink)

    • Ich liebe und akzeptiere mich und vertraue dem Prozess des Lebens.
    • Freudig lasse ich die Vergangenheit hinter mir.
    • Ich bin im Frieden und in Sicherheit.
    • Liebevoll lasse ich Freude durch Herz, Geist, Körper und meine Gedanken fließen.
    • Ich bin ganz in meiner Mitte und lebe im Frieden.
    • Ich bin gut genug, genau so wie ich bin.
    • Ich bin willens, mich zu wandeln und zu wachsen.


      Mach dir keinen Druck, es muss nicht von Anfang an perfekt sein. Such dir einfach für den Start einen Satz aus, schreibe ihn auf ein Post-it und probier’s aus. Du wirst sehen, es tut einfach unheimlich gut.

      Alles Liebe,
      Yve


      Quellen:
      Louise Hay, Heile deinen Körper, 3.Aufl. 2025
      Cascio, C. N., O’Donnell, M. B., Bayer, J., Tinney, F. J., Lieberman, M. D., Taylor, S. E., … & Falk, E. B. (2016). Self-affirmation activates brain systems associated with valuation and self-processing. Social Cognitive and Affective Neuroscience

      Foto: Josh Willink