Schlagwort: Perimenopause

  • Wieder ICH – sanfte Balance im Wandel

    Wieder ICH – sanfte Balance im Wandel

    Manchmal fühlt sich der Alltag wie ein Sturm an, in dem wir den Kontakt zu uns selbst verlieren. Besonders in Zeiten des hormonellen und emotionalen Wandels – in den Wechseljahren – reagiert unser Körper sensibler: Die Gefühle werden intensiver, die Energiereserven leerer. Viele von uns versuchen dann, wie gewohnt weiterzumachen, alles „zusammenzuhalten“ und einfach zu funktionieren. Doch die Wahrheit ist: Wenn dein Körper dir signalisiert, dass du nicht mehr alles stemmen kannst wie früher, ist das keine Schwäche. Es ist eine Einladung, deinen eigenen Rhythmus wiederzufinden.

    Es geht nicht darum, sich noch mehr anzustrengen, um wieder „in Balance“ zu kommen. Die wahre Regulation entsteht nicht durch den einen Entspannungstag am Wochenende, sondern durch die leisen, liebevollen Momente im Alltag – jeden Tag.

    Schenke deinem Nervensystem Sicherheit

    Dein Nervensystem unterscheidet nicht zwischen äußerem Stress und dem inneren Druck, den du dir selbst machst. Wenn du Emotionen ignorierst oder versuchst, sie immer wieder wegzudrücken, stauen sie sich an und lösen einen ständig anhaltenden Alarmzustand im Hintergrund aus. Gefühle zu erlauben bedeutet nicht, in ihnen zu versinken – es bedeutet lediglich, ihnen für einen Augenblick bewusst Raum zu geben.

    Wenn du das nächste Mal merkst, dass alles zu viel wird, halte kurz inne und stelle dir diese einfache Frage:

    „Was fühle ich gerade – und wo im Körper spüre ich es?“

    Ohne Bewertung, ohne Drama, ohne Selbstkritik. Sobald eine Emotion da sein darf, kann sie sich bewegen und langsam abfließen. Dein Körper spürt: Ich bin sicher. Und dein System beginnt ganz von allein, sich zu entspannen.

    Die Kraft der kleinen Impulse

    Wir glauben oft, wir müssten unser Leben komplett umkrempeln, um wieder zu uns zu finden. Doch Nervensystem-Regulation funktioniert wie ein Muskel – sie wächst durch kleine, regelmäßige Reize, nicht durch einmalige Aktionen:

    • Eine 2-Minuten-Atemübung am Schreibtisch wirkt tiefer als die perfekte Stunde Yoga, für die du eigentlich keine Kraft hast.
    • Eine sanfte Bewegung zwischendurch bringt aufgestaute Energie wieder ins Fließen und löst Blockaden.
    • Eine Pause ohne Smartphone schenkt deinem Geist echte Regeneration.
    • Ein kleines Ritual nur für dich zieht eine spürbare Grenze zur Welt im Außen.

    Milder werden mit sich selbst

    Ein liebevoller Umgang mit dir selbst erfordert keine große Veränderung. Es beginnt mit der Bereitschaft, weicher und sanfter mit dir selbst zu werden. Wann immer du spürst, dass die Anspannung steigt, erlaube dir, den Druck herauszunehmen, den Körper bewusst zu entspannen und dich zu fragen: „Was brauche ich jetzt wirklich?“

    Manchmal ist es ein Glas Wasser, manchmal einfach nur Stille, manchmal einfach die Erlaubnis, jetzt nein sagen zu dürfen.

    Das Workbook „Wieder Ich – Sanfte Balance im Wandel“ möchte genau hier dein leiser Begleiter sein. Es lädt dich mit einfachen täglichen Ritualen, Übungen aus dem Qigong, Yoga, Heilströmen, Nervensystemregulation und achtsamer Selbstfürsorge ein, Schritt für Schritt wieder bei dir anzukommen – verbunden, getragen und das ganz ohne Druck, ganz in deinem eigenen Tempo.


    Alles Liebe und viel Freude beim Reflektieren, Üben und zu dir selbst finden.

    Deine Yve






    Foto: Canva

  • Japanisches Heilströmen

    Japanisches Heilströmen

    Japanisches Heilströmen, auch bekannt als Jin Shin Jyutsu, ist eine alte Kunst der liebevollen Selbstberührung. Mit den Händen hältst du bestimmte Punkte am Körper – die sogenannten Sicherheitsenergieschlösser –, die wie kleine Türöffner wirken.

    Durch diese sanfte, achtsame Berührung beruhigt sich dein Nervensystem, der Atem wird ruhiger und der Energiefluss im Körper beginnt sich wieder zu harmonisieren.

    Heilströmen hilft dabei, innere Anspannung zu lösen und die natürlichen Selbstheilungskräfte zu unterstützen. Viele Frauen erleben dadurch schon nach kurzer Zeit mehr Gelassenheit, innere Stabilität und eine wohltuende Balance.

    Das Besondere: Du kannst jederzeit deine Hände auflegen – ob zuhause vor dem Einschlafen, unterwegs im Bus oder einfach zwischendurch im Alltag. Schon 10 bis 15 Minuten reichen oft aus, um wieder mehr Ruhe, Halt und Verbindung zu dir selbst zu spüren.

    Probier`s gleich mal aus!

    Die beiden Sicherheitsenergieschlösser 22,, liegen unterhalb der beiden Schlüsselbeine, rechts und links vom Brustbein. (siehe Illustration)

    Das Energieschloss 22 öffnet den Brustraum, vertieft die Atmung und beruhigt das Nervensystem. Da Atmung und Hormonsystem eng zusammenarbeiten, wirkt SES 22 besonders ausgleichend bei Stress, emotionalem Belastungen, Ängsten und hormonellen Schwankungen. Außerdem unterstützt es dich dabei, all das abfließen zu lassen, was dir schadet.

    Anwendung:

    Lege beide Hände sanft unter das Schlüsselbein, halte die Punkte ohne Druck und atme ruhig weiter. Ströme 10 bis 15 Minuten, gerne im Liegen mit geschlossenen Augen.

    Viele Freude beim Strömen und Entspannen!

    Foto: Puwadon Sang-ngern

  • Wie dein Nervensystem im Stress reagiert

    Wie dein Nervensystem im Stress reagiert

    Unser Nervensystem kennt verschiedene Überlebensmodi.

    Der Sympathikus aktiviert den Zustand von „Kampf oder Flucht“. Wenn wir zu lange im Dauerstress bleiben, läuft dieses Notfallprogramm ununterbrochen. Das führt zu Symptomen wie Herzrasen, Unruhe, Angst, schneller Atmung, Muskelverspannungen, Verdauungsproblemen und einem Gefühl innerer Überforderung. Kein Wunder, dass wir uns irgendwann erschöpft und ausgelaugt fühlen.

    Der Parasympathikus hingegen ist für Ruhe, Regeneration und Wohlbefinden zuständig. Wird er aktiviert, beruhigen sich Herzschlag und Atmung, der Körper kann sich entspannen, Emotionen stabilisieren sich, und wir fühlen uns wieder klarer, kreativer und ausgeglichener.

    In extremen Situationen kann der Körper zudem in einen Zustand der Erstarrung fallen – eine Art Schutzmechanismus, wenn weder Kampf noch Flucht möglich erscheint. Dieser Zustand kann, besonders bei unverarbeiteten Erlebnissen aus der Kindheit, länger anhalten und sich in Erschöpfung, Energielosigkeit oder depressiver Stimmung zeigen.

    Ein weiterer, oft übersehener Überlebensmodus ist die Fawn-Response – die Unterwerfungs- oder „People Pleasing“-Reaktion. Betroffene versuchen, durch Gefallen und Anpassung Sicherheit zu gewinnen. Eigene Bedürfnisse werden übergangen, Grenzen sind schwer spürbar, und innere Erschöpfung entsteht schnell.

    Zu verstehen, wie dein Nervensystem funktioniert, ist der erste Schritt, um sanft herauszufinden, welche Form der Selbstfürsorge dir wirklich hilft, wieder mehr Ruhe, Balance und innere Stärke aufzubauen.

    Dein Körper will dich nicht überfordern, sondern schützen. Doch im Überlebensmodus verlierst du leicht den Kontakt zu dir selbst: du funktionierst mehr, als du fühlst. Der Weg zurück beginnt nicht mit Anstrengung, sondern mit Sicherheit, Sanftheit und kleinen Momenten, in denen du dich wieder spüren darfst.


    Hier gehts zu meinen Büchern, wenn du mehr über das Nervensystem erfahren möchtest.

    Liebe Grüße,
    Yve

    Foto: Mikhail Nilov