Schlagwort: Mentale Gesundheit

  • Was bewirken Meditationen? 

    Was bewirken Meditationen? 

    Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass regelmäßige Meditation vielfältige positive Effekte auf Körper, Geist und Psyche hat. Zu den nachgewiesenen Wirkungen zählen:

    • Nachlassen von Ängsten und Stress
    • Förderung innerer Ruhe und Gelassenheit
    • Unterstützung des positiven Denkens
    • Stärkung der körperlichen und mentalen Widerstandskraft
    • Verbesserung von Konzentration und kognitiver Leistungsfähigkeit
    • Wachstum von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen
    • Aktivierung der Selbstheilungskräfte

    Schon wenige Minuten täglicher Meditation können spürbare Veränderungen bewirken – sanft, aber nachhaltig.

    Geführte Meditationen – Raum für dich selbst

    Mit geführten Meditationen findest du in eine tiefe Entspannung von Körper, Geist und Seele. Du lernst, bewusst nach innen zu lauschen, dich selbst besser wahrzunehmen und achtsamer mit deinen Gedanken und Gefühlen umzugehen. Im geschützten Raum der Meditation können sich innere Blockaden sanft lösen – Blockaden, die dich auf körperlicher, emotionaler oder geistiger Ebene belasten. Du übst, den Moment so anzunehmen, wie er ist – auch wenn er schwierig oder unangenehm erscheint. Ohne Bewertung. Ohne Druck.

    Weitere positive Effekte auf deine mentale Gesundheit:

    • Zuversicht wächst
    • Ein tiefer innerer Frieden entsteht
    • Und du entwickelst mehr Vertrauen in dich selbst und in das Leben

    „Meditation ist die Bereitschaft, mit uns selbst zusammen zu sein – genau so, wie wir in diesem Moment sind, ohne Urteil und ohne Versuch, etwas zu verändern.“

    – Pema Chödrön (Buddhistische Nonne & Autorin)


    Übung

    Meditation mit dem Mantra „So ham“

    „So ham“ (Sanskrit: सोऽहम् ) bedeutet „Ich bin“.

    Ankommen

    Setze oder lege dich bequem hin.

    Schließe deine Augen. Spüre den Kontakt deines Körpers mit dem Boden oder dem Stuhl. Entspanne die Schultern. Du darfst jetzt loslassen.

    Atem beobachten

    Lenke deine Aufmerksamkeit auf den Atem, ohne ihn zu verändern. Der Atem kommt, der Atem geht.

    Einatmen: So

    Ausatmen: Ham

    Wiederhole dieses lautlose Mantra mit jedem Atemzug.

    Nächster Schritt

    Stelle dir beim Einatmen vor, du atmest Frieden, Vertrauen und Liebe ein. Beim Ausatmen lässt du Anspannung, Angst oder Selbstkritik los. 

    Abschluss

    Lege deine Hände auf dein Herz. Verbinde dich mit dir selbst. Lass alle Emotionen zu, ohne sie zu bewerten.

    Sag leise zu dir selbst:

    „Ich bin verbunden. Ich bin im Vertrauen. So ham.“

    Öffne langsam deine Augen, wenn du bereit bist. Spüre deinen Körper. Lächle, zieh deine Mundwinkel sanft nach oben. Beobachte, wie du dich jetzt fühlst.

    Dauer: 3–5 Minuten


    Wie geht es dir mit dieser Art der Meditation? Meditierst du bereits regelmäßig, oder tastest du dich gerade ganz entspannt Schritt für Schritt heran? Ich würde mich freuen zu hören, wo du auf deiner Reise stehst!

    Wenn du dir bei der Umsetzung eine feste Wegbegleiterin an deiner Seite wünschst: Ich habe aktuell 1 freien Platz im 1:1-Mentoring. Schreib mir gerne eine Nachricht🙂


    Mehr Übungen findest du hier (Partnerlink) oder in meinem monatlichen Newsletter.

    Bis bald, liebe Grüße!

    Yve

    Foto: Clarettephoto

  • Über die Trauer, das Weiterleben und die Liebe, die bleibt

    Über die Trauer, das Weiterleben und die Liebe, die bleibt

    Wenn du mir schon länger folgst oder regelmäßig auf meinem Blog liest, weißt du: Hier geht es um mentale Gesundheit – um Impulse, Hintergründe und echte Lebenserfahrung. Genau deshalb gehört dieser Text hierher. Obwohl ich kurz gezögert habe, ob das nicht zu privat ist, möchte ich diesen Schmerz nicht verstecken. Wir müssen aufhören so zu tun, als müsste immer alles perfekt funktionieren. Auch Vermissen, Trauer und Verletzlichkeit brauchen ihren Platz.

    Über die Trauer…

    Und auch wenn ich weiß, dass du noch irgendwo hier bist … Nie wieder mit dir telefonieren zu können. Dich nie wieder in den Arm nehmen zu können. Nie wieder Rezepte auszutauschen. Nie wieder mit dir über missglückte Häkelversuche zu lachen. Nie wieder dein Lachen zu hören. Nie wieder …

    Wenn ein Mensch geht, der einen von klein auf begleitet, getröstet und beschützt hat, verändert sich alles. Es bleibt eine Lücke, die niemand sonst füllen kann. Beim Schreiben dieser Zeilen spüre ich den tiefen Schmerz über diesen Verlust – und doch zugleich eine große, unendliche Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit.



    Es ist mehr als nur Vermissen

    Obwohl wir tief in unserem Inneren spüren, dass die Liebe bleibt und der Mensch auf eine neue Art nah ist, fällt das Loslassen so schwer. Wir vermissen das Greifbare, das Vertraute: das Lächeln, die Stimme am Telefon, die kleinen Gesten. Wir halten an der bekannten Form fest – und genau das ist so menschlich.

    Trauer kommt in Wellen. Meist kommt sie unvorhersehbar und zieht einem ganz plötzlich den Boden unter den Füßen weg. An manchen Tagen überwiegt der Schmerz darüber, dass es nie wieder so sein wird. An anderen Tagen tröstet mich jedoch das Wissen, dass die Liebe für immer bleibt – und dass der Mensch nicht ganz geht, sondern seine Seele nach Hause zurückgekehrt ist.


    Wir alle lernen nach und nach, der Trauer und dem Leben gleichzeitig Raum zu geben.
    Das funktioniert nicht, indem wir versuchen, das Vermissen zu verdrängen, denn das würde bedeuten, zu vergessen, wie einzigartig diese Verbindung war. Sondern indem wir ihr einen festen Platz in unserem Alltag geben. Vielleicht in Form kleiner Rituale: eine Kerze anzünden, einen Dankesbrief schreiben, malen, tanzen, singen, Erinnerungen wie ein Schmuckstück bei sich tragen oder gemeinsame Hobbys weiterführen.

    Für mich war es ein wichtiger Schritt, die Gleichzeitigkeit aller Emotionen anzunehmen: Ich darf traurig sein und trotzdem lachen. Ich darf traurig sein und gleichzeitig voller Energie neue Projekte beginnen. Ich darf traurig sein und aussprechen, wie es mir geht. Ich darf traurig sein und trotzdem tanzen, singen und springen. Ich darf offen über meine Trauer sprechen, denn sie betrifft uns alle und braucht ebenso ihren Raum wie die Freude.

    Die Menschen, die gegangen sind, vermissen wir jeden Tag. Und doch spüren wir Dankbarkeit für all das, was war und uns für immer verbindet. Sie hinterlassen eine Lücke und zugleich Spuren, die uns durch unser ganzes Leben begleiten werden. Bis wir uns wiedersehen.

    Fühl dich umarmt,

    deine Yve



    Foto: Justyna Sieczka

  • Übungen zum Loslassen

    Übungen zum Loslassen

    Möchtest du den Loslassprozess aktiv unterstützen? Wie im Blogartikel Die Kunst des Loslassens bereits beschrieben, ist das Loslassen ein zentraler Baustein auf dem Weg zur inneren Heilung.

    1. Das Zettelritual

    Ein persönliches Abschiedsritual könnte eine schöne Möglichkeit sein, diesen vielleicht emotionalen Schritt zu begleiten. Durch das Niederschreiben dessen, was du loslassen möchtest, schaffst du Klarheit und machst den ersten Schritt zu innerem Frieden.

    Nimm dir für dieses Ritual ein paar kleine Zettel und notiere auf jedem Zettel ein Thema, das du loslassen möchtest. Gib dir dafür ausreichend Zeit und spüre nach, warum dir das so wichtig ist. Möchtest du dich von einem alten Glaubenssatz befreien, von belastenden Gefühlen gegenüber einer Person oder einen alten Lebensabschnitt abschließen?

    Im nächsten Schritt kannst du die Zettel entweder in einer feuerfesten Schale auf dem Balkon oder im Garten verbrennen – oder sie in der Erde vergraben. Bei einem buddhistischen Mönch habe ich einmal einen praktischen Tipp gelesen: Wer mag, nutzt stattdessen Klopapier und spült die Notizen einfach in der Toilette hinunter:)

    Spüre hinein, welche Methode dir ein gutes Gefühl gibt und dich behutsam auf diesem Weg begleitet. Ein Ritual schenkt dir den Raum, den Abschied bewusst zu durchleben und das Geschehene Schritt für Schritt zu akzeptieren.



    2. Einfache Atemübung mit Mantra

    Setze dich für die Atemübung an einen ruhigen Ort und atme zunächst ganz entspannt durch die Nase ein und aus. 

    Wenn dein Atem ruhig und gleichmäßig fließt, denke 

    – beim Einatmen bewusst „LOS“ und 

    – beim Ausatmen „LASSEN“. 

    Um den Effekt zu verstärken, kannst du auch durch den Mund ausatmen, falls es sich stimmig für dich anfühlt.

    Dauer: Etwa 3 bis 5 Minuten – stelle dir dafür am besten einen Timer.

    Mehr Übungen und Impulse für dein Wohlbefinden und weitere Selbstfürsorge-Tipps findest du in meinen Büchern (*Partnerlink) und auch in meinem Newsletter.


    Ich wünsche dir viel Freude beim Loslassen!

    Alles Liebe, Yve




    Foto: Van Trang Ho

  • „Ich bin nicht richtig“

    „Ich bin nicht richtig“

    Über alte Glaubenssätze, Grenzen und warum du genau richtig bist.

    Kennst du diese leise, aber hartnäckige innere Stimme in deinem Kopf? Dieser immer wiederkehrende Zweifel, der im Alltag flüstert: „Ich bin nicht richtig, so wie ich bin.“

    Dieser Glaubenssatz ist einer der häufigsten, den ich in der Begleitung von Klientinnen gehört habe und den unfassbar viele von uns mit sich herumtragen. Er zeigt sich in unseren Beziehungen, im Job und vor allem im Umgang mit uns selbst. Aber woher kommt er eigentlich – und warum gibt es so große Unterschiede in der gesellschaftlichen Prägung zwischen Frauen und Männern?

    Die Prägung

    Dieser Glaubenssatz betrifft uns alle, egal ob Frauen, Männer oder nicht-binäre Personen. Aufgrund der gesellschaftlichen Prägung entwickeln wir jedoch ganz unterschiedliche Strategien, um mit ihm zurechtzukommen.

    • Männer werden oft von klein auf in die Rolle des „Versorgers“ und des „starken Mannes“ gedrängt, der keine Schwäche zeigen darf und seine Emotionen unterdrücken muss. Das führt im Alltag häufig zu emotionalem Rückzug oder Schweigen. Um dem inneren Druck ein Ventil zu geben, flüchten sich viele Männer dann in die Arbeit, in exzessiven Sport oder in die virtuelle Welt eines Computerspiels.
    • Bei Frauen äußert sich derselbe Glaubenssatz dagegen meist durch People Pleasing, Anpassung, Beziehungsarbeit, Harmoniesucht und das unermüdliche Bestreben, es allen recht machen zu wollen. Die damit verbundenen Schuldgefühle und Scham, nicht immer allen gerecht zu werden, belastet viele Frauen.

    Das Helfersyndrom: immer lieb, immer nett und hilfsbereit sein.

    Eine Klientin sagte mir erst letzte Woche Folgendes:
    „Wenn ich mich um alle kümmere, lieb und freundlich bin und niemandem erzähle, wie es mir wirklich geht, dann werde ich geliebt. Dann bin ich richtig … doch ich fühle mich selbst so schlecht damit.“ Ich konnte ihr nur zustimmen, denn das war auch lange Zeit meine unbewusste Überzeugung, nach der ich viele Jahre gelebt habe. Doch warum übernehmen so viele Frauen die klassische Helferrolle? Von klein auf wird Mädchen vorgelebt, dass Selbstwertgefühl über Mitgefühl, Fürsorge und Harmonie entsteht. Das ist tief in unserer Kultur verankert.

    Das ständige „Nett-Sein“ laugt jedoch nicht nur aus, sondern entfernt uns auch von unseren eigenen Bedürfnissen und Grenzen – und letztlich von uns selbst. Die Angst vor Ablehnung bringt uns Frauen – und Mädchen – dazu, daran festzuhalten, selbst wenn es uns schadet. Es ist ein Teufelskreis, den wir trotz der Angst durchbrechen dürfen, um endlich frei zu sein.

    Doch was passiert, wenn du anfängst, Grenzen zu setzen?

    Als ich vor zwei Jahren die bewusste Entscheidung traf: ‚Ich darf Nein sagen und meine Grenzen aufzeigen‘, waren die Reaktionen darauf häufig von Unverständnis geprägt.

    Es war mir schon vorher bewusst, dass sich meine Entscheidungen auf das gesamte System auswirken würden – vor allem in meinem Freundeskreis und in meiner Ursprungsfamilie. Mein Partner und meine Kinder haben mich dabei sehr unterstützt, wofür ich ihnen unglaublich dankbar bin. Denn einige Erfahrungen waren doch unerwartet schmerzhaft.

    1. Das eigene Umfeld ist mit solchen Veränderungen oft erst einmal überfordert: Menschen, die dich bisher nur als funktionierende ‚Helferfigur‘ kannten, reagieren meist irritiert, enttäuscht oder sogar wütend.
    2. Die Illusion verfliegt: Du erkennst klar, wer dich für deine Leistung, deine Hilfe und dein Funktionieren mochte – und wer dich für dein reines Sein und um deiner selbst willen liebt.

    Der Verlust

    Grenzen zu setzen ist wie ein Sieb für deine Beziehungen: Es zeigt sich ganz deutlich, welche Verbindungen auch ohne dein dauerhaftes Funktionieren Bestand haben. Das kann schmerzhaft sein, besonders wenn langjährige Freundschaften oder familiäre Bande daran zerbrechen.

    Und ja, ich höre deine innere Stimme fragen: Ist das nicht zu hart? Bin ich egoistisch?

    NEIN. Du darfst darauf vertrauen: Du bist genau richtig, wenn du endlich für dich einstehst und Grenzen ziehst. Du darfst einseitige Beziehungen mit gutem Gewissen loslassen, denn sie haben dich ohnehin nur ausgelaugt.

    Echte, tiefe und ehrliche Beziehungen wachsen daran, dass du auf dich Acht gibst. Sie lieben dich für das, was du bist – ganz ohne dass du dafür performen musst.



    Du bist bereits genau richtig

    Am Anfang mag es schwerfallen, „Nein“ zu sagen, aber du wirst schnell merken, wie befreiend es ist, klar zu kommunizieren, wenn dir etwas zu viel wird. Wenn du lieber einen Abend mit einem guten Buch und einer Wärmflasche auf der Couch verbringen möchtest, wirst du sehen, wie gut es tut, für dich selbst einzustehen.

    Und es wird immer wieder Momente geben, in denen der alte Glaubenssatz anklopft. Halte dann kurz inne und mach dir bewusst: Du musst nicht dauernd funktionieren, um wertvoll zu sein. Und du musst weder immer lieb, nett noch angepasst sein, um geliebt zu werden.

    Du verlierst vielleicht Kontakte – aber du gewinnst so viel mehr: die Verbindung zu dir selbst, deiner Intuition und deiner Seele. All die Menschen, die bleiben, bleiben deinetwegen. Weil du genau richtig bist, so wie du bist!


    Alles Liebe, Yve


    Mehr Impulse zum Thema Mentale Gesundheit, Nervensystem verstehen, Körpervertrauen, Kunst und mehr gibt es auch in meinem Newsletter.


    Foto: Veronika Voinorovich

  • Die Kunst des Loslassens: Raum für Neues schaffen und innere Freiheit finden

    Die Kunst des Loslassens: Raum für Neues schaffen und innere Freiheit finden

    „Du musst einfach loslassen.“ Ein Satz, den wir gefühlt hundertmal gehört und genauso oft empfohlen bekommen haben. Ein weiser Rat – der sich in der Praxis jedoch oft als unglaublich schwer erweist.

    Stell dir vor: Dein Herz schreit nach Veränderung und sagt dir ganz klar, dass du deine ungeliebte Arbeitsstelle kündigen solltest. Doch sofort schaltet sich der Verstand ein. Er äußert Bedenken, rät dir, lieber noch abzuwarten, und scheint dabei vernünftig abzuwägen. Das Ergebnis? Du bleibst, wo du bist, wirst von Tag zu Tag unglücklicher und ärgerst dich später vielleicht, die Chance auf etwas Besseres verpasst zu haben.

    Warum fällt uns das Loslassen so extrem schwer, obwohl wir wissen, wie gut es uns tun würde?

    Was Loslassen wirklich bedeutet

    Gehen wir einen Schritt zurück. Im Laufe unseres Lebens stehen wir immer wieder vor Situationen, in denen wir schweren Herzens Abschied nehmen müssen: von Menschen, von geliebten Haustieren oder von ganzen Lebensentwürfen.

    Doch nicht nur Ereignisse im Außen wollen losgelassen werden. Oft sind es innere Kämpfe, die uns blockieren:

    • Alte Glaubenssätze und unerreichbar hohe Erwartungen an uns selbst
    • Belastende Erfahrungen und tief sitzende Schuldgefühle
    • Ungesunde Beziehungen, die Energie rauben
    • Der Klammergriff der Vergangenheit

    Loslassen bewahrt uns vor Resignation und Stillstand. Es kann uns sogar vor Depressionen und Krankheiten schützen. Dennoch wehren wir uns oft mit Händen und Füßen dagegen.

    Der Grund ist simpel: Selbst wenn wir erkennen, wie gesund der Schritt wäre, kommen wir um Gefühle von Traurigkeit, Verlust, Enttäuschung und Schmerz nicht herum. Alles, was wir loslassen, hat uns schließlich über eine gewisse Zeit begleitet. Manch alter Glaubenssatz hat uns früher vielleicht sogar einmal beschützt und uns geholfen, schwierige Phasen zu überstehen.

    Zudem bedeutet Loslassen immer auch den Verlust von Kontrolle und vermeintlicher Sicherheit. Das löst Ängste aus – bekannte wie neue. Und wenn wir jemanden durch den Tod verlieren, erreicht dieser Schmerz eine Tiefe, die uns bis ins Mark erschüttern kann.

    Den Schmerz überwinden

    In solchen Phasen brauchen wir zwei Dinge ganz besonders: Selbstmitgefühl und Geduld. Es erfordert Mut, Zeit und das Vertrauen in uns selbst und in das Leben, das nach der Krise auf uns wartet.

    Rückblickend lässt sich jedoch oft etwas Erstaunliches feststellen: Gerade in den dunkelsten Zeiten des Loslassens – beim Durchleben von Trauer, Angst und Unsicherheit – wachsen wir über uns hinaus.

    Das mitten im Prozess zu erkennen, ist fast unmöglich. In solchen Momenten braucht es schlichtweg Zeit und manchmal auch professionelle Unterstützung. Therapeutische Hilfe einzufordern ist keine Schwäche, sondern Stärke und zeigt deine Bereitschaft, wirklich etwas verändern zu wollen.

    Der Moment der Befreiung

    Erinnerst du dich an das Gefühl, wenn du es schließlich doch geschafft hast? Wenn der gefühlt zentnerschwere Rucksack endlich von deinen Schultern gleitet?

    Menschen beschreiben diesen Moment oft mit:

    • einer großen Leichtigkeit und inneren Freiheit
    • reiner Zufriedenheit und großer Dankbarkeit
    • neu gewonnenem Vertrauen und innerem Frieden


    3 Schritte für dein bewusstes Loslassen

    Wenn du dich aktuell in einer Umbruchphase befindest, können dir diese drei Schritte helfen, deinen Ballast Schritt für Schritt abzuwerfen:

    1. Akzeptanz – Nimm Veränderungen an

    Der entscheidende erste Schritt zu innerem Frieden ist das Annehmen dessen, was ist. An der Vergangenheit festzuhalten führt unweigerlich in den Stillstand. Wenn du lernst, das loszulassen, was dich am Wachstum hindert, wirst du wieder freier und unbeschwerter leben. Trennungen und Verluste schmerzen, ja – aber dahinter warten neue Abenteuer, Glücksmomente und Chancen auf dich. Die schönen Erinnerungen bleiben in deinem Herzen, während du Raum für Neues schaffst.

    2. Entrümple dein Leben – Außen wie Innen

    Die fernöstliche Philosophie des Feng Shui lehrt uns, dass alles, was uns belastet, den natürlichen Energiefluss blockiert. Das gilt für das Physische wie das Emotionale:

    • Im Außen: Miste deine Wohnung aus. (*Partnerlink-Buchtipp) Das Beseitigen von unnötigem Krempel schafft sofort Klarheit, Ordnung und Struktur im Geist.
    • Im Innen: Miste deine emotionale „Ramsch-Schublade“ aus. Befreie dich Schritt für Schritt von Schuldgefühlen, unterdrückten Emotionen oder Energieräubern. Das fördert die Gesundheit von Körper, Geist und Seele.

    3. Gehe in den Austausch

    Wir alle tragen unsere Päckchen mit uns und wissen, wie weh Abschiede tun können. Du musst da nicht alleine durch. Ein vertrauensvolles, mitfühlendes Gespräch mit einem nahestehenden Menschen kann sehr tröstlich sein. Es zeigt dir, dass du mit deinem Schmerz nicht allein bist, schenkt dir neue Perspektiven und hilft dir dabei, deine Situation neu einzuordnen.

    Loslassen ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein Prozess, der Zeit, Selbstliebe, *Selbstfürsorge und Selbstakzeptanz erfordert. Sei geduldig mit dir. (*Partnerlink -Leseempfehlung)

    Wie geht es dir mit dem Loslassen? Kennst du dieses befreiende Gefühl, nachdem du einen schweren Rucksack abgelegt hast – oder steckst du gerade mittendrin?


    Liebe Grüße und viel Freude beim Loslassen!

    Deine Yve

    P. S.: Der Text zum Artikel stammt aus meinem ersten Buch „Mein schönes unperfektes Leben“. (*Partnerlink)


    Foto: Nirmal Rajendharkumar

  • Wieder ICH – sanfte Balance im Wandel

    Wieder ICH – sanfte Balance im Wandel

    Manchmal fühlt sich der Alltag wie ein Sturm an, in dem wir den Kontakt zu uns selbst verlieren. Besonders in Zeiten des hormonellen und emotionalen Wandels – in den Wechseljahren – reagiert unser Körper sensibler: Die Gefühle werden intensiver, die Energiereserven leerer. Viele von uns versuchen dann, wie gewohnt weiterzumachen, alles „zusammenzuhalten“ und einfach zu funktionieren. Doch die Wahrheit ist: Wenn dein Körper dir signalisiert, dass du nicht mehr alles stemmen kannst wie früher, ist das keine Schwäche. Es ist eine Einladung, deinen eigenen Rhythmus wiederzufinden.

    Es geht nicht darum, sich noch mehr anzustrengen, um wieder „in Balance“ zu kommen. Die wahre Regulation entsteht nicht durch den einen Entspannungstag am Wochenende, sondern durch die leisen, liebevollen Momente im Alltag – jeden Tag.

    Schenke deinem Nervensystem Sicherheit

    Dein Nervensystem unterscheidet nicht zwischen äußerem Stress und dem inneren Druck, den du dir selbst machst. Wenn du Emotionen ignorierst oder versuchst, sie immer wieder wegzudrücken, stauen sie sich an und lösen einen ständig anhaltenden Alarmzustand im Hintergrund aus. Gefühle zu erlauben bedeutet nicht, in ihnen zu versinken – es bedeutet lediglich, ihnen für einen Augenblick bewusst Raum zu geben.

    Wenn du das nächste Mal merkst, dass alles zu viel wird, halte kurz inne und stelle dir diese einfache Frage:

    „Was fühle ich gerade – und wo im Körper spüre ich es?“

    Ohne Bewertung, ohne Drama, ohne Selbstkritik. Sobald eine Emotion da sein darf, kann sie sich bewegen und langsam abfließen. Dein Körper spürt: Ich bin sicher. Und dein System beginnt ganz von allein, sich zu entspannen.

    Die Kraft der kleinen Impulse

    Wir glauben oft, wir müssten unser Leben komplett umkrempeln, um wieder zu uns zu finden. Doch Nervensystem-Regulation funktioniert wie ein Muskel – sie wächst durch kleine, regelmäßige Reize, nicht durch einmalige Aktionen:

    • Eine 2-Minuten-Atemübung am Schreibtisch wirkt tiefer als die perfekte Stunde Yoga, für die du eigentlich keine Kraft hast.
    • Eine sanfte Bewegung zwischendurch bringt aufgestaute Energie wieder ins Fließen und löst Blockaden.
    • Eine Pause ohne Smartphone schenkt deinem Geist echte Regeneration.
    • Ein kleines Ritual nur für dich zieht eine spürbare Grenze zur Welt im Außen.

    Milder werden mit sich selbst

    Ein liebevoller Umgang mit dir selbst erfordert keine große Veränderung. Es beginnt mit der Bereitschaft, weicher und sanfter mit dir selbst zu werden. Wann immer du spürst, dass die Anspannung steigt, erlaube dir, den Druck herauszunehmen, den Körper bewusst zu entspannen und dich zu fragen: „Was brauche ich jetzt wirklich?“

    Manchmal ist es ein Glas Wasser, manchmal einfach nur Stille, manchmal einfach die Erlaubnis, jetzt nein sagen zu dürfen.

    Das Workbook „Wieder Ich – Sanfte Balance im Wandel“ möchte genau hier dein leiser Begleiter sein. Es lädt dich mit einfachen täglichen Ritualen, Übungen aus dem Qigong, Yoga, Heilströmen, Nervensystemregulation und achtsamer Selbstfürsorge ein, Schritt für Schritt wieder bei dir anzukommen – verbunden, getragen und das ganz ohne Druck, ganz in deinem eigenen Tempo.


    Alles Liebe und viel Freude beim Reflektieren, Üben und zu dir selbst finden.

    Deine Yve






    Foto: Canva

  • Mut zur Farbe, Mut zu sich selbst: Gabriele Münter

    Mut zur Farbe, Mut zu sich selbst: Gabriele Münter

    Hast du schon einmal vor einem Gemälde gestanden und gespürt, wie dich Farben, Formen oder Motive in den Bann ziehen? So, als ob sich in deinem Inneren eine lange verschlossene Tür öffnet? Genau das ist mir passiert, als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal die Werke von Gabriele Münter in einer Ausstellung im Kunstbau in München, und in ihrem Haus in Murnau gesehen habe.

    Ihr Name war mir zwar schon lange bekannt – als eine der Mitbegründerinnen des Expressionismus und die „Frau an der Seite“ von Wassily Kandinsky. Gabriele Münter war eine Pionierin. Mit ihrem einzigartigen Blick auf die Welt brachte sie ihre Vision in ausdrucksstarken Farben und Formen auf die Leinwand.


    Kurze Biografie

    Gabriele Münter (1877–1962) war eine bedeutende Künstlerin des Expressionismus. Nach einer Amerika-Reise im Jahr 1901 mit ihrer Schwester begann sie ihre künstlerische Laufbahn in München. Hier lernte sie Wassily Kandinsky kennen. Die beiden verband eine langjährige Partnerschaft sowie eine enge berufliche Zusammenarbeit.

    Zwischen 1908 und 1914 hatte Gabriele Münter in Murnau, Bayern, ihre produktivste Phase.: Sie war Mitbegründerin des berühmten „Blauen Reiter“ und prägte mit ihren klaren Formen und den kräftigen Farben den deutschen Expressionismus maßgeblich. Nach der Trennung von Kandinsky und Jahren in Skandinavien und Frankreich, kehrte sie 1930 dauerhaft in ihr Haus nach Murnau zurück, wo sie bis zu ihrem Tod mit ihrem Partner Johannes Eichner lebte und als Künstlerin arbeitete.


    Die Sprache der Farben

    Gabriele Münters Farbwahl war eine stille, künstlerische Revolution. Damals wurde von Künstlerinnen erwartet, zurückhaltend und akademisch angepasst zu malen. Sie setzte jedoch mutig auf starke, unverdünnte Farben.

    • Freie Farbwahl: Sie malte Objekte nicht in ihren „echten“ Farben, sondern wie sie sie fühlte. So malte sie einen Berg nicht in grau, wie es sonst üblich war, sondern in tiefem Blau und Violett.
    • Schwarze Konturen: Sie umrandete leuchtende Gelb-, Blau- und Rottöne mit dunklen, dominanten Linien. Erst durch diese Konturen kamen die Farben von innen heraus richtig zum Leuchten.
    • Die Seele malt mit. Ihre Werke und Farben spiegelten nicht wider, was das Auge sah, sondern was die Seele wahrnahm.

    Sie malte nicht, um zu gefallen, sondern um die Welt so zu zeigen, wie sie sie empfand.

    Gabriele Münters Botschaft an uns ist zeitlos, klar und hochaktuell:

    Nimm dir deinen Raum und vertraue deiner eigenen Stimme.



    Über viele Jahre stand Gabriele Münter im Schatten ihrer männlichen Kollegen wie Kandinsky, Marc, Klee und Macke. Sie wurde zur „Schülerin“, „Muse“ oder „Gefährtin von Kandinsky“ degradiert – während ihre männlichen Weggefährten als „Genies“ gefeiert wurden. Sie erlebte Phasen der Isolation und Ablehnung. Doch sie kämpfte für ihre Überzeugungen – als Künstlerin und als Frau. Mit ihrem außergewöhnlichen Mut versteckte sie während des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Kunstwerke des „Blauen Reiter“ in ihrem Haus in Murnau und bewahrte sie so vor den Nationalsozialisten.

    Ihre Werke und ihr Mut erinnern uns daran

    1. Trau dich, ganz du selbst zu sein!
    2. Setze deine Grenzen und vertraue deiner Intuition.
    3. Erkenne deine innere Kraft und entscheide dich mutig für deinen eigenen Weg!

    Gabriele Münter zeigt uns, dass Mitgefühl und Durchsetzungsvermögen einander nicht ausschließen. Doch das setzt voraus, dass wir trotz aller Widerstände – ob von außen oder in uns selbst – mutig unseren Weg gehen. Einen Weg, der mit unserem Herzen und unserer Seele resoniert. Und wenn du dich selbst erkennst, wirst auch du die Welt in deinen ganz eigenen Farben und in deinem eigenen Leuchten erleben.


    Kleine künstlerische Übung zum Schluss:

    1. Innehalten: Wie fühlst du dich gerade? Welches Gefühl ist jetzt in diesem Moment in dir am stärksten?
    2. Farben wählen: Gib diesem Gefühl eine Farbe. Vergiss die Realität: Dein Gefühl bestimmt die Farbwahl – egal ob neongelb, tiefviolett oder feurig rot.
    3. Einfach malen: Bringe die Farben ohne „schön“ malen zu wollen aufs Papier. Es muss kein konkretes Motiv sein – nur eine Form, eine Linie, dein Gefühl, das sich ganz intuitiv zeigt.



    Viel Freude, viel Mut und alles Liebe!

    Deine Yve




    Quellen, Leseempfehlungen und Farben:

    Gabriele Münter, Malen ohne Umschweife (*Partnerlink), Prestel Verlag, 2023

    Ausstellung „Blauer Reiter, Lenbachhaus, München

    Gabriele Münter, Eine Biografie, Insel Verlag, 2017

    Artecho Acrylfarben Set bei Amazon



    Foto: Pexels

  • Echte Dankbarkeit leben: Warum sie Körper, Geist und Herz guttut

    Echte Dankbarkeit leben: Warum sie Körper, Geist und Herz guttut

    In einer Zeit, in der negative Schlagzeilen wie Kriege, Gewalt, soziale Ungleichheit und Umweltkatastrophen unseren Alltag bestimmen, wird es immer wichtiger, positive Impulse zu setzen. Indem wir kleine Momente der Dankbarkeit zelebrieren, erkennen wir wieder, was im Leben wirklich zählt: geliebte Menschen, Frieden, die wunderschöne Natur, unsere Gesundheit und all die Dinge, die uns Erfüllung schenken. Dankbarkeit verändert unsere Perspektive und lässt uns bewusster und achtsamer durchs Leben gehen.

    Wenn Dankbarkeit nach Pflicht klingt

    Blicken wir einmal zurück in die Kindheit: Erinnert dich das auch an Worte deiner Eltern oder Großeltern wie „Sag Danke“ oder „Wie sagt man da?“

    Diese Erinnerungen lösen häufig negative Gefühle aus. Viele Menschen verbinden Dankbarkeit aufgrund dieser Erfahrung leider dann mit Scham, Pflichterfüllung oder Schuldgefühlen. Dankbar sein zu müssen, erzeugt dann verständlicherweise Widerstand. Manche von uns neigen deshalb später dazu, sich für jede Kleinigkeit übermäßig oft zu bedanken.

    Dabei spielt sich bewusst geäußerte und vor allem gefühlte Dankbarkeit auf einer ganz anderen Ebene ab: Sie ist ein ganz wesentlicher Faktor in der positiven Kommunikation – sie stärkt das Miteinander und drückt echte Wertschätzung aus. Danke ist also weit mehr als eine reine Höflichkeitsfloskel.

    Die Wissenschaft der Positiven Psychologie zeigt deutlich, dass wir diese tief empfundene, echte Dankbarkeit im Erwachsenenalter wieder ganz neu erlernen können.

    Was Dankbarkeit in uns verändert

    • Für den Geist: Sie stärkt das Selbstwertgefühl, fördert Gelassenheit sowie Optimismus und reduziert ständiges Gedankenkreisen.
    • Für die Seele: Sie macht uns glücklicher, zufriedener und kann mentale Erkrankungen wie Angststörungen und Panikattacken mildern.
    • Für den Körper: Sie senkt Stresshormone und den Blutdruck, fördert gesunden Schlaf, lindert körperliche Beschwerden und kann sogar die Herzgesundheit positiv beeinflussen.
    • Für das Miteinander: Sie stärkt soziale Beziehungen und unser allgemeines Wohlbefinden.



    Drei wirksame Dankbarkeitsroutinen

    Beginne langsam und in ganz kleinen Schritten. Setz dich nicht unter Druck, wenn das Gefühl nicht sofort da ist. Teste aus, was zu dir passt. Hier gilt ganz klar: Lieber täglich ein paar Minuten üben als einmal wöchentlich eine Stunde.

    • 1. Das Dankbarkeitstagebuch (*Partnerlink) Schreibe täglich drei Dinge auf, für die du dankbar bist. Das können Erlebnisse mit Menschen oder Tieren sein, aber auch ganz alltägliche Kleinigkeiten: die leckere Tasse Tee am Morgen, Wolkenbilder am Himmel, die Kuscheldecke, ein gutes Essen, warme Socken oder das Lächeln einer fremden Person auf der Straße. Eine Freundin nennt diese kleinen Augenblicke treffend die „Glimmer-Momente“ des Tages.
    • 2. Achtsamkeit im Alltag Schenke alltäglichen Verrichtungen wie Händewaschen, Zähneputzen, Kochen, Duschen oder deiner Atmung bewusste Aufmerksamkeit. Wenn du dir die Hände wäschst, lenke die Gedanken voll ins Hier und Jetzt: Nimm das Wasser auf der Haut, den Duft der Seife, die Temperatur und das Plätschern ganz bewusst wahr. Auch diese kleinen Anker fördern die Dankbarkeit.
    • 3. Affirmationen nutzen Eine Affirmation ist eine positiv formulierte, kraftvolle Aussage, die du dir laut vorliest oder gedanklich wiederholst. Dadurch verinnerlichst du positive Gedanken und findest in schwierigen Situationen Halt.
      Frage dich einfach: Wofür oder für wen empfindest du Dankbarkeit in deinem Leben? 



      Beispiele für deine Dankbarkeitsroutine:

    Ich bin dankbar für meinen Körper und für alles, was er täglich für mich leistet. 

    Ich bin dankbar für alle Möglichkeiten, die mir bisher geschenkt wurden.

    Ich bin dankbar für die Kuscheldecke, mein schönes Zuhause, den Blumenduft, die Sonne, meine warmen Socken, meine Bücher. ….

    Ich bin dankbar für die lieben Menschen, die mein Leben bereichern.




    Ich danke dir von Herzen für dein Interesse an meinen Texten, Artikeln und Büchern!

    Alles Liebe, Yve



    Buchtipps: Robert A. Emmons – Vom Glück, dankbar zu sein (Grundlagenwerk der Dankbarkeitsforschung).

    Yve Nicole Mohnfeld – Mein schönes unperfektes Leben – Stress reduzieren, innere Ruhe wiederfinden und einfach entspannen – mit echter Selbstfürsorge, gesunden Routinen und Selbstreflexion

    Wissenschaft: Emmons & McCullough (2003) zeigten in ihren Studien erstmals drastische Verbesserungen von Schlaf und Wohlbefinden durch tägliche Dankbarkeitsroutinen.


    Foto: Maksim Goncharenok

  • Wie Frida Kahlo ihr Trauma verwandelte – und was wir von ihr lernen können

    Wie Frida Kahlo ihr Trauma verwandelte – und was wir von ihr lernen können

    Schmerz hat viele Gesichter. Oft ist er auf den ersten Blick nicht sichtbar. Wenn wir den Schmerz unterdrücken, schickt uns der Körper eindeutige Signale. Diese versuchen wir vielleicht lange Zeit zu ignorieren. Frida Kahlo zeigt uns eine Alternative: Wir sollten den Schmerz nicht verdrängen, sondern ihm künstlerisch Ausdruck verleihen.

    Zwischen Schmerz und Kunst

    Frida Kahlo wurde am 6. Juli 1907 in Coyoacán nahe Mexiko-Stadt geboren. Ihre Mutter war die Mexikanerin Matilde Calderón y González, ihr Vater der deutsche Fotograf Guillermo Kahlo.
    Mit sechs Jahren erkrankte Frida an Kinderlähmung. Bereits zuvor litt sie jedoch aufgrund einer angeborenen Fehlbildung unter gesundheitlichen Einschränkungen.

    Frida erlitt im Alter von 18 Jahren bei einem tragischen Busunfall schwerste körperliche Verletzungen. Danach folgten unzählige Operationen, lange Genesungsphasen im Bett und quälende Schmerzen. Da sie über Monate hinweg in einem Gipskorsett ans Bett gefesselt war, suchte sie nach Möglichkeiten, mit ihrer Verzweiflung und Isolation umzugehen. So begann sie mit der Malerei. Liegend mit einer speziell für sie angefertigten Staffelei und einem Spiegel, der an der Decke befestigt wurde. Dort entstand das erste Selbstporträt: „Selbstbildnis mit Samtkleid“ (1926).

    Neben den großen körperlichen Einschränkungen belastete Frida ein unerfüllter Kinderwunsch und die leidenschaftliche, oft qualvolle Liebe zu dem erfolgreichen Künstler Diego Rivera. die sie in eine tiefgreifende emotionale Abhängigkeit führte.

    Da sie ihren Körper, ihre Erkrankungen sowie ihre physischen und psychischen Verletzungen zur zentralen Bühne ihrer Kunst machte, konnte sie ihre Leiden besser verarbeiten.

    • Körper, Geist und Seele als Einheit:  In ihren Werken zeigt Frida eindrucksvoll, wie sehr sie einerseits unter ihren Schmerzen und Einschränkungen litt, andererseits spiegeln ihre Werke vor allem ihre unglaubliche Stärke wider. Ob Blutbahnen, offene Wunden, Amputation, Depression, Fehlgeburt, ein mit Dornen und Nägeln geschundener Körper – Frida hat keine Scheu, ihre körperlichen, seelischen und emotionalen Verletzungen zu teilen.
    • Kein Raum für Scham: Frida teilte schonungslos und ehrlich alles, was ihr Leben prägte. Ob Korsetts, Tränen oder chirurgische Narben. Sie brachte all das auf die Leinwand und nahm den traumatischen Erfahrungen so Gefühle wie Ohnmacht, Scham und Angst.
    • Den Schmerz loslassen: Indem sie ihren Schmerz in ihren Werken teilte, fühlte sie sich damit nicht mehr ganz allein. Zwar ist der Schmerz noch ein Teil ihres Lebens, doch auf einer tieferen Ebene ist sie davon auch losgelöst.


    Frida zeigt, dass Heilung nicht bedeutet, schmerzfrei durchs Leben zu gehen. Vielmehr geht es darum, einen Weg zu finden, trotz Verletzungen, Traumata und Wunden ein erfülltes Leben zu führen. Ungeachtet ihrer Einschränkungen war Frida eine starke Frau. Sie war politisch aktiv, zeigte durch das Tragen der traditionellen Tehuana-Tracht ihre tiefe Verbundenheit zur mexikanischen Kultur und war bereits zu Lebzeiten eine international anerkannte und erfolgreiche Künstlerin sowie eine Kämpferin für die weibliche Selbstbestimmung.

    Praxisübung: Versuche, deinen (Ur-)Schmerz auf kreative Weise auszudrücken.

    Du brauchst kein Talent, oder viele Farben, um Fridas Methode auch für dich zu nutzen. Es geht nicht um Perfektion oder Ästhetik, sondern darum, nach Innen zu schauen, es geht um Ehrlichkeit und deine Maske jetzt abzulegen.

    Nimm dir 15 Minuten Zeit, ziehe dich an einen Ort zurück, der dir Sicherheit schenkt:

    Option 1: Schreibe einen Brief. Versuche, dich mit deiner tiefsten Verletzung, deinem Ur-Schmerz zu verbinden. Beobachte den Schmerz, ganz ohne Bewertung.

    • Frage dich: Wo spüre ich den Schmerz? Was möchte er mir mitteilen? Was kann ich tun, um mit dem Schmerz, der Erkrankung oder der Verletzung in Frieden zu leben?
      Schreibe ohne lange nachzudenken alles auf, was sich an Gefühlen und Gedanken zeigt.

    Option 2: Male deinen Urschmerz
    Nimm dir einen Stift und, wenn du welche hast, Buntstifte (*Partnerlink) sowie ein Blatt Papier. Schließe vor dem Malen kurz die Augen und spüre in deinen Körper hinein. Welche Farben, Formen und Texturen erscheinen vor deinem inneren Auge, wenn du an deinen persönlichen Schmerz denkst?

    • Beginne dann, ohne groß darüber nachzudenken, mit deinem „Schmerzbild”. Es darf ruhig einfarbig, krakelig, bunt, abstrakt oder ganz wild sein. Lass deine Gefühle durch die Hände auf das Blatt Papier fließen.

    Betrachte zum Abschluss nun dein Ergebnis. Was eben noch ungreifbar in deinem Körper oder Geist saß, liegt nun vor dir auf dem Papier. Indem du deinem Schmerz Ausdruck verliehen hast und nicht mehr wegsiehst, entziehst du ihm einen Teil seiner Macht. Du befreist dich vom Gefühl, damit alleine zu sein, und kannst den Schmerz teilen, ohne dich zu schämen, ohne dich schuldig zu fühlen, ohne ihn zu bewerten.

    Kunst und Kunstgeschichte sind eines meiner großen Herzensthemen. Ich hatte das große Glück, im zweiten Anlauf mit Mitte 30 Kunstgeschichte zu studieren. Besonders berührt haben mich Künstlerinnen wie Frida Kahlo, Gabriele Münter und Paula Modersohn-Becker mit ihren Werken und Lebensgeschichten. Welche Künstlerin hat dein Herz erobert?

    Ich freue mich über deine Rückmeldung in den Kommentaren.

    Alles Liebe, Yve


    Quellen und Leseempfehlungen:

    • Frida Kahlo (Taschen GmbH, 2021) – Bildband / Monografie für visuelle Werkanalysen und Symbolik.
    • Selbstbildnisse der Künstlerinnen Maria Lassnig und Frida Kahlo (GRIN Verlag, 2023) – Fachliteratur zum therapeutischen Potenzial und zur Identitätsarbeit.
    • Frida Kahlo und die Farben des Lebens: Roman (Aufbau Taschenbuch, 2019) – Biografischer Roman für erzählerische Einblicke in Kahlos Gefühls- und Lebenswelt.


    Bild: Brett Sayles

  • Sommer, Sonne… und Symptome?

    Sommer, Sonne… und Symptome?

    Heiße Sommertage mit chronischer Erkrankung.

    Das Thermometer zeigt über 30 Grad und alle zieht es gefühlt nach draußen: Badesee, Biergarten, Grillpartys, Picknick im Park. Auch auf Social Media läuft die perfekte Sommershow: lachende, makellos gebräunte Menschen, die dem Sonnenuntergang entgegenpaddeln. Es sei ihnen gegönnt. Für viele Menschen mit chronischen Erkrankungen – sei es eine Autoimmunerkrankung, ME/CFS, Long Covid, Herz-Kreislauf-Probleme oder chronische Schmerzen – kann der Sommer zu einer großen Challenge werden. Auch für die mentale Gesundheit können die heißen Tage und Wochen eine besonders kräftezehrende Zeit sein. Kennst du das auch?

    Hohe Temperaturen fordern Körper und Nervensystem enorm heraus. Selbst viele gesunde Menschen klagen über die negativen Auswirkungen der Hitze auf ihr Wohlbefinden. Chronisch Kranke sind davon jedoch doppelt so stark betroffen. Die Erweiterung der Blutgefäße lässt den Blutdruck abfallen, die chronische Erschöpfung (Fatigue) nimmt drastisch zu und die Entzündungswerte können ansteigen. „Auch die Belastung der Organe, vor allem der Nieren, erhöht sich“, sagt Professorin Dr. Dr. med. Dagmar Führer-Sakel, Vorsitzende der DGIM und Direktorin der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Essen. Zudem verschlechtert sich die Schlafqualität, was das bereits dysregulierte Nervensystem zusätzlich extrem stressen kann.


    FOMO – die Angst das Leben zu verpassen

    Kommt dir das bekannt vor? Du verbringst den Tag im abgedunkelten Zimmer mit dem Ventilator, musst Verabredungen absagen – oder wirst gar nicht mehr eingeladen, weil deine Freund:innen davon ausgehen, dass du ohnehin nicht kommen kannst. Während die Welt draußen auf Festivals, Konzerten, im Park oder im Freibad das Leben feiert, suchst du Rückzug, Kühle und Sicherheit in deinen eigenen vier Wänden.

    Trauer, Frust oder Schuldgefühle: Das Gefühl, all das zu verpassen, was dein Leben einst erfüllt hat. Diese FOMO (Fear of Missing Out) ist unter Betroffenen leider weit verbreitet. Doch du bist so viel mehr als die verpassten Events und Verabredungen. Dein Wert misst sich nicht an deiner Aktivität im Sommer.

    Wertvolle Strategien für heiße Tage

    • Akzeptiere deine Grenzen. Du kannst das Wetter nicht beeinflussen, aber du kannst beeinflussen, wie du darüber denkst. Es ist keine Schwäche, Termine abzusagen oder Aktivitäten, die dir guttun, in die kühlen Morgen- und Abendstunden zu verlegen. Das ist Selbstfürsorge und Selbstliebe.
    • Hilfsmittel nutzen: Kühlpacks aus der Tiefkühltruhe, feuchte Tücher, erfrischende Kühlhandtücher, wohltuende Fußbäder, tragbare Mini-Ventilatoren für unterwegs oder wärmeableitende Bettwäsche aus Leinen sind kein unnötiger Schnickschnack, sondern wertvolle Hilfsmittel. Sie verschaffen dir echte Erleichterung und unterstützen deinen Körper.
    • Suche Schatten! Wenn du rausgehen möchtest, solltest du schattige Plätze bevorzugen. Ein kühler Ort im Schutz eines Baumes an einem Bächlein ist viel entspannender als ein überfülltes Strandbad und fördert die Gesundheit.
    • Priorisiere dein Pacing: Achte noch bewusster auf deinen Energiehaushalt und die Signale deines Körpers. Plane reichlich Pausen ein. Praktiziere sanfte Bewegung wie Yoga, Qigong oder Pilates in kurzen Sequenzen. An sehr heißen Tagen solltest du auf Übungen im Liegen oder Sitzen ausweichen. Für kurze Spaziergänge sind die Morgen- oder Abendstunden am besten geeignet.
    • Trinken: Achte auf genug Flüssigkeitszufuhr, am besten 2 bis 3 Liter Wasser. Aber auch Elektrolyte (ohne Zusatzstoffe) können deinen Kreislauf unterstützen.

    Ein schöner Sommer bedeutet nicht, die Tage an überfüllten Badeseen oder auf Grillpartys zu verbringen. Ein schöner Sommer kann bedeuten, dass du deine Grenzen erkennst und offen kommunizierst, auf dich achtest, dir etwas Besonderes wie die kühlende Bettwäsche aus Leinen gönnst, ein spannendes Buch liest, in der angenehm abgedunkelten Wohnung zu deinem Lieblingssong tanzt, einen inspirierenden Podcast hörst, ein neues kreatives Hobby findest, dich mit einer Freundin zum Morgenspaziergang im Wald triffst oder dir dein eigenes Eis zauberst und es mit der Familie auf dem Balkon genießt – eben all das, was dir wirklich guttut. In deinem Tempo – für deinen Körper, deinen Geist und deine Seele.

    Alles Liebe,

    Yve



    Foto: Pixabay

    Quellen & weiterführende Informationen:

    • Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
    • Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e. V.
    • Portal „Klima, Mensch, Gesundheit“
    • Umweltbundesamt

  • Die Kraft in dir: Wie Ressourcenaktivierung deine Resilienz stärkt und das Leben verändert

    Die Kraft in dir: Wie Ressourcenaktivierung deine Resilienz stärkt und das Leben verändert

    In herausfordernden Phasen unseres Lebens, richtet sich unsere Aufmerksamkeit fast automatisch auf das, was schief läuft. Doch was wäre, wenn der Schlüssel zur Lösung längst in dir liegt – du ihn nur gerade nicht findest?

    Hier kommt die Ressourcenarbeit zum Einsatz. Sie ist ein zentraler Baustein der Positiven Psychologie – ein wissenschaftlicher Bereich, der erforscht, was das menschliche Leben und Miteinander gelingen lässt – wie sich Vertrauen, Geborgenheit, Optimismus, Glück, Verzeihen und Solidarität auf die mentale Gesundheit des Menschen auswirken.

    Wie die Sozialpsychologin Ann Elisabeth Anhagen (Freie Universität Berlin) erklärt, knüpft die Positive Psychologie an die Humanistische Psychologie an. Ihr Ziel: Durch den Fokus auf die persönlichen Stärken, das Bedürfnis nach Glück, Ausgeglichenheit und seelische Gesundheit Wege aufzuzeigen, die das Erreichen von echtem Wohlbefinden erleichtern. Kurz gesagt: Wenn du dich selbst und deine Kraftquellen gut kennst, fühlst du dich automatisch wohler – auch in schwierigen Momenten.

    „Die Frage, wie Glück hergestellt wird, ist eine mindestens so wichtige Frage wie die, wie Unglück entsteht. […] Immer nur auf das zu schauen, was gescheitert ist, hilft nicht weiter […] sondern indem man möglichst viele neue positive und bedürfnisorientierte Erfahrungen macht.“

    — Klaus Grawe (1943–2005), Psychotherapieforscher


    Was sind Ressourcen überhaupt?

    Ressourcen sind deine persönlichen Kraftquellen. Sie stärken dein psychisches Immunsystem und erhöhen deine Resilienz, deine psychische Widerstandskraft. Dazu gehören oft ganz einfache Dinge im Alltag:

    • Bewegung und bewusste Wahrnehmung in der Natur
    • Musik, Kunst, Literatur und Kreativität
    • Schöne Erinnerungen
    • Tiere, Kochen, Tanzen, Humor und Lachen
    • Zeit mit Freunden und Familie

    In der ressourcenorientierten Begleitung gilt der Grundsatz: Jeder Mensch besitzt bereits die Fähigkeiten und die Stärke, die er zur Bewältigung seiner Herausforderungen braucht. Manchmal hat er sie nur vergessen oder noch nicht erkannt.

    Die Vielfalt deiner Kraftquellen

    In ihrem Buch „Coaching mit Ressourcenaktivierung“ unterscheiden Dr. Miriam Deubner-Böhme und Dr. Uta Deppe-Schmitz zwischen verschiedenen Ebenen:

    Ressourcen-KategorieBeispiele
    Interne RessourcenFähigkeiten, persönliche Eigenschaften, Interessen, Wissen, innere Haltungen
    Externe RessourcenSoziales Netz, Arbeitsumfeld, Infrastruktur, Natur, Kultur
    Körperliche & Psychische RessourcenGesundheit, Fitness, emotionale Stabilität, Achtsamkeit

    Wichtig zu wissen: Deine Ressourcen sind so individuell wie dein Fingerabdruck. Zwar gibt es Übereinstimmungen mit anderen (wie dem Wohnumfeld oder dem sozialen Status), aber dein Mix aus Kraftquellen gehört ganz allein dir. Zudem verändern sich Ressourcen mit dem Alter, der Lebenserfahrung oder der Gesundheit – hier ist die Flexibilität und die Anpassung an neue Lebensumstände wichtig.

    Vom Erkennen zum Tun: Wann ist eine Ressource wirklich aktiv?

    Schon der erste Blick auf die eigenen Kraftquellen ist ein wertvoller Schritt. Wissenschaftlich ist erwiesen, dass bereits das Nachdenken und Reflektieren über Ressourcen Akrivierungsprozesse auf neuronaler Ebene, in deinem Gehirn, in Gang setzt. Es erhöht dann die Wahrscheinlichkeit, dass du sie im Alltag tatsächlich auch nutzt um umsetzt.

    Wichtig: Solange eine Ressource nicht wirklich gelebt wird, profitierst du nicht in vollem Umfang von ihr.

    Ein einfaches Beispiel:

    Eva weiß, dass ihr ein Waldspaziergang guttut, um Abstand von Sorgen und Beschwerden zu gewinnen. Die Ressource existiert also bereits.

    Tatsächlich aktiviert ist sie aber erst in dem Moment, in dem Eva die Schuhe anzieht, in den Wald geht und vor Ort tiefe Entspannung und Glücksgefühle erlebt. Erst diese Aktivierung befriedigt ihre Grundbedürfnisse und löst die positiven Emotionen aus.

    Das klingt einfach, ist aber aus unterschiedlichsten Gründen – sei es wegen gesundheitlicher Einschränkungen oder aus Zeitmangel – nicht immer direkt machbar. Dann lohnt es sich, eine niederschwellige Alternative zu wählen, die sofort greifbar ist: wie etwa Lesen, Zeichnen, Musik hören, Meditation, Kochen oder Backen.


    Was bringt dir die Ressourcenaktivierung? (Wissenschaftliche Insights)

    Das bewusste Aktivieren deiner Kraftquellen verändert nachweislich deine psychische Gesundheit:

    1. Mehr Handlungsoptionen: Du wirst offener, kreativer und entwickelst eine höhere Veränderungsbereitschaft sowie bessere Problemlösefähigkeiten.
    2. Der positive Rückkoppelungsprozess: Klaus Grawe beschrieb, dass ressourcenorientierte Unterstützung von außen deinen Selbstwert stärkt. Das Gefühl, von anderen geschätzt zu werden, macht dich wiederum aufgeschlossener und zugewandter – deine sozialen Beziehungen festigen sich.
    3. Erfolg in der Therapie und Coaching: Die Coaching-Studien von Behrendt (2012, 2014) zeigen, dass sich ressourcenaktivierende Beratung direkt positiv auf den Gesamterfolg von Veränderungsprozessen auswirkt.

    Unabhängig von Studien bedeutet das für dich ganz persönlich: Durch das Integrieren deiner Ressourcen lebst du gestärkter, glücklicher, ausgeglichener, achtsamer, mutiger und dankbarer.

    Die Hürden im Alltag überwinden

    Warum fällt es uns eigentlich oft so schwer, uns auf das Gute zu besinnen? Häufig stehen uns alte Erziehungsmuster, in der Kindheit verinnerlichte Glaubenssätze oder die unbewusste Überzeugung im Weg, Selbstfürsorge sei reine Zeitverschwendung.

    Der Psychologieprofessor Mihaly Csikszentmihalyi beschreibt in seinem Buch „Lebe gut. Wie Sie das Beste aus Ihrem Leben machen können“ den ersten Schritt zur Besserung:

    • Achtsamkeit im Alltag: Achte genau darauf, was du täglich tust und welche Gefühle bestimmte Tätigkeiten, Orte, Tageszeiten oder Menschen in dir auslösen.
    • Das Eigene finden: Finde heraus, was sich für dich ganz besonders wohltuend und nährend anfühlt.
    • Gegenwärtige Freude spüren: Achte auf Gefühle wie Freude, Gelassenheit, Schwung und Vergnügen. Was lässt dein Herz vor Freude hüpfen?
    • Dankbarkeit praktizieren: Eine regelmäßige Dankbarkeitsroutine vergrößert die Wertschätzung für das Gute in deinem Leben.

    Alle Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, sind ein Privileg, um unser Leben gesünder zu gestalten.

    Fazit: Jeder Tag ist ein neuer Anfang – Beginne noch heute!

    Ressourcenarbeit erinnert uns daran, liebevoll mit uns selbst umzugehen und die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. Wenn wir lernen, unsere Stärken gezielt einzusetzen, steigt unsere Lebenszufriedenheit, während depressive Verstimmungen nachlassen. Ziel ist es, diese Kraftquellen so fest im Alltag zu verankern, dass wir selbst in Krisen den Blick auf das Positive nicht verlieren.

    „Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen.“

    — Siddharta Gautama


    Impuls: Kennst du deine Ressourcen, deine Kraftquellen? Schreibe sie dir auf einen Zettel, um dich täglich daran zu erinnern, was dir wirklich guttut. Hänge ihn gut sichtbar an den Kühlschrank oder platziere ihn direkt auf deinem Schreibtisch.

    Alles Liebe, Yve



    Quellen und Leseempfehlungen:

    • Deutschlandfunk: Beiträge & Interviews mit Prof. Dr. Ann Elisabeth Anhagen
    • Klaus Grawe & Gerber: Psychotherapieforschung und Ressourcenaktivierung
    • Dr. Miriam Deubner-Böhme & Dr. Uta Deppe-Schmitz: Coaching mit Ressourcenaktivierung
    • Fredrickson, B. L. & Cohn / Joiner: Broaden-and-Build-Theorie der positiven Emotionen
    • David Burns: Kognitive Verhaltenstherapie & Selbstwert
    • Mihaly Csikszentmihalyi: Lebe gut. Wie Sie das Beste aus Ihrem Leben machen können
    • ZHAW: Psychologie im Alltag nutzen
    • Behrendt (2012, 2014): Coaching-Forschung zur Ressourcenaktivierung
  • Wie spirituell bist du? Spoiler: Viel mehr, als du denkst!

    Wie spirituell bist du? Spoiler: Viel mehr, als du denkst!

    Wenn du das Wort „Spiritualität“ hörst – woran denkst du da zuerst? An Menschen, die im Schneidersitz meditieren oder kniend beten? An Frauen in weißen, weiten Leinenkleidern, mit Kristallketten um den Hals? An Räucherstäbchen oder Heilsteine, die im Mondlicht aufgeladen werden müssen?

    Lange Zeit dachte ich selbst, dass man Spiritualität nur mit Disziplin und noch mehr Meditation erreichen kann. Der Buddhismus spielt seit meiner Jugend eine wichtige Rolle in meinem Leben und tatsächlich haben mich die buddhistische Philosophie und Meditation durch manch dunkle Stunde getragen. Doch je mehr ich im Einklang mit mir selbst, meinem Nervensystem und meiner Berufung lebe, desto klarer wird mir: Spiritualität finden wir vor allem in den kleinen Momenten – wie beispielsweise in der tiefen Verbindung mit der Natur, in der Stille, in ehrlichen Gesprächen sowie im Zusammensein mit Tieren – und in meinem Fall auch im Tierschutz.

    Spiritualität braucht keine Perfektion und keinen Druck.

    Die Magie der leisen Momente

    Verbindung ist die Essenz der Spiritualität. Wir stehen dabei nicht nur in Verbindung mit unserem wahren Selbst – mit dem, wer wir wirklich sind –, sondern gleichzeitig und oft ganz unbewusst mit allem, was uns umgibt. Vielleicht fühlst du dich besonders wohl, wenn du unter einem alten, großen Baum Platz nimmst? Oder wenn du ein bestimmtes Lied hörst? Vielleicht spürst du auch eine tiefe Liebe zu den Menschen und Tieren, die dir besonders nahestehen – oder du liebst es einfach zu tanzen, ganz für dich, in deinem eigenen Rhythmus, und alles um dich herum komplett zu vergessen. All das ist Spiritualität.

    Du musst nicht dein ganzes Leben verändern, um spirituell zu sein. Vermutlich bist du es schon längst, ohne es bewusst gewählt zu haben.

    Möchtest du wieder mehr von diesen bewussten Momenten der Verbindung in deinen Alltag integrieren? Hier sind vier einfache Inspirationen, wie du gelebte Spiritualität ganz ungezwungen in dein Leben einladen kannst:

    1. Achtsamer Waldspaziergang: Nimm den Duft von feuchter Erde wahr, setze jeden Schritt ganz bewusst auf den weichen Waldboden, lausche dem Rauschen der Blätter im sanften Wind und werde dir bewusst, dass du ein Teil dieser wunderschönen Erde bist.

    2. Bewusste Atemzüge: Schließe deine Augen und lege eine Hand auf dein Herz, die andere auf deinen Bauch. Atme tief durch die Nase ein und sanft durch den Mund wieder aus. Nimm wahr, wie du mit jedem Atemzug ein bisschen weicher wirst.

    3. Echte Dankbarkeit: Lege beide Hände auf dein Herz und spüre in Gedanken mindestens drei Dingen nach, für die du jetzt von ganzem Herzen dankbar bist. Das können Dinge sein wie: Ich bin dankbar für meinen Körper. Ich bin dankbar für die geliebten Menschen und Tiere in meinem Leben. Ich bin dankbar für mein sicheres Zuhause.

    4. Reine Stille: Nichts tun, nichts anhören, nicht sprechen, nicht lesen – einfach nur das Hier und Jetzt wahrnehmen. Zehn Minuten bewusste Stille sind für dein Nervensystem wie ein kleiner Urlaub – sie verbinden dich mit dir selbst, deiner inneren Stimme und deinem Herzen.
    Das alles ist gelebte Spiritualität.


    Der Blick nach innen

    Wenn wir den Kontakt zu uns selbst verlieren, können wir uns auch nur schwer in unser Gegenüber hineinfühlen. Wir verlieren die Verbindung.

    Spiritualität ist die Einladung, den Blick wieder nach innen zu richten und sich seiner selbst bewusst zu werden – mit allem, was uns ausmacht. Auch alte Verletzungen, Ängste, Wut und Trauer dürfen da sein und finden ihren Platz. Wir verleugnen unsere Emotionen nicht mehr. Im Gegenteil: Wir erkennen unseren alten Schmerz, ja sogar den Ur-Schmerz an, und schauen ganz genau hin, was dahinter liegt. Öffne dein Herz für dich selbst und verstehe, dass es nicht darauf ankommt, immer ein glückliches und perfektes Leben zu führen – es geht vielmehr darum, wie wir mit den Herausforderungen des Lebens umgehen.

    Es heißt nicht, die Realität zu ignorieren und alles nur noch positiv zu sehen. Im Gegenteil: Wahre Spiritualität bedeutet anzunehmen, dass wir in einer Welt der Polarität leben – in der es Licht und Schatten gibt, Yin und Yang, das „Gute“ und das „Böse“. Alles existiert. Auch in uns selbst.

    Dein ganz persönlicher Weg

    Es gibt kein „Richtig“ oder „Falsch“. Deine Spiritualität ist so individuell wie du selbst.

    Sei neugierig, was dich auf der Reise zu dir selbst erwartet. Es ist ein wundervolles Abenteuer – und ja, es werden dir kleine und ganz große Steine in den Weg gelegt werden. Du hast die Wahl: Bleibst du stehen und kapitulierst? Oder gehst du mutig einen kleinen Umweg um die Steine herum und folgst weiter deinem Herzen?

    Spüre jetzt einmal für dich nach: In welchen Momenten fühlst du diese magische Verbindung zu dir selbst am stärksten? Wann wird es in dir ganz still und friedlich?

    Schnapp dir am besten gleich ein Blatt Papier oder dein Journal und einen Stift. Nimm dir ein paar Minuten Zeit und schreibe all das auf, was dir ganz intuitiv zu den Fragen und zu deiner persönlichen Spiritualität einfällt.

    Hat dir dieser Impuls gutgetan? Dann teile deine Gedanken dazu in den Kommentaren – ich freue mich so sehr auf den Austausch mit dir!



    Liebe Grüße,

    Yve