Schlagwort: Entspannungsübungen

  • Schlaflos in München

    Schlaflos in München

    Du schüttelst die Decke ab, weil dir plötzlich heiß wird, dein Herz klopft und der Blick auf das Handy zeigt, dass du schon wieder viel zu früh wach bist. Es ist drei Uhr morgens. Draußen ist es still, alles schläft – nur du liegst wach. Ein Vogel zwitschert. Ist es die Nachtigall?

    Vielleicht kennst du das auch? In den Wechseljahren sind solche Nächte leider keine Seltenheit. Und ganz ehrlich: Es nervt. Es gibt hier nichts schönzureden. Der größte Wunsch ist einfach nur zu schlafen, schlafen, SCHLAFEN! Klingt so einfach, früher war es doch auch möglich. Hinlegen, Augen zu und gemütlich und sanft einschlummern. Das waren noch Zeiten. Wie lange ist das her?

    Häufig versuchen wir dann, das Einschlafen krampfhaft zu erzwingen: noch etwas Hörbuch oder Podcast hören, angestrengt ein paar Seiten lesen oder – denkbar ungünstig – durch Instagram scrollen. Wir drehen uns rastlos von links nach rechts und merken, wie erst Frust und dann Verzweiflung hochkochen. Das Resultat? Das Nervensystem gerät nur noch mehr in den Panikmodus und läuft auf Hochtouren. An Schlaf ist jetzt gar nicht mehr zu denken.

    Hormone und Schlaf

    Schlafstörungen in den Wechseljahren sind oft auf natürliche biologische Veränderungen zurückzuführen. Die Progesteron- und Östrogenspiegel sinken, was unsere innere Temperaturregulation durcheinanderbringt. Auch das Stresshormon Cortisol wird nachts viel schneller ausgeschüttet, was unser Nervensystem vor weitere Herausforderungen stellt. Laut Studien gehörst du damit zu den bis zu 40 Prozent der Frauen ab 35, die unter Schlafstörungen leiden. Die US-amerikanische Gynäkologin Dr. Christiane Northrup beschreibt in ihrem Buch „Weisheit der Wechseljahre“, dass Erschöpfung und Schlafstörungen in dieser Phase des Wandels häufig auch das Ergebnis ungelöster Emotionen wie Angst, Trauer und Wut sind.

    Ein häufiger Grund für Schlaflosigkeit ist das Gefühl, im Alltag ständig die Kontrolle behalten zu müssen. Diese Hyperkontrolle haben wir Frauen uns keineswegs freiwillig ausgesucht. Sie ist die Reaktion auf ein krankes gesellschaftliches System, das uns in vielen Lebensbereichen am Loslassen hindert: Konflikte in der Partnerschaft, Care-Arbeit und die Last der Kindererziehung samt Mutter-Schuldgefühlen, Wissenslücken in der Frauenmedizin und finanzielle Benachteiligung im Job – um nur einige Beispiele zu nennen.

    Was kannst du tun, um den Druck herauszunehmen?

    Wenn du das nächste Mal um drei Uhr morgens aus dem Schlaf gerissen wirst, darfst du deine Erwartungshaltung ganz bewusst herunterschrauben:

    • Raus aus dem Bett bei Hitzewallungen: Bleibe nicht im Bett liegen, wenn dich Schweißausbrüche am Wiedereinschlafen hindern. Steh kurz auf, öffne das Fenster und atme tief die kühle Nachtluft ein. Auch ein Schluck kaltes Wasser oder kühlendes Wasser über den Handgelenken wirkt oft Wunder. Sollten die Beschwerden stärker sein, können – in Rücksprache mit einer Ärztin oder Heilpraktikerin – eine natürliche Progesteroncreme, die bioidentische Hormonersatztherapie, Melatonin oder pflanzliche Mittel helfen.
    • Tiefenentspannung üben: Den Schlaf können wir nachts nicht erzwingen – wir können aber lernen, tief zu entspannen. Ob Meditation, Yoga Nidra, Qigong, Atemübungen, oder Jin Shin Jyutsu (japanisches Heilströmen): Bereits tagsüber können wir Körper, Geist und Nervensystem darauf ausrichten, wieder loszulassen und zu vertrauen. So stimmen wir uns Schritt für Schritt auf einen erholsamen Schlaf ein. Das braucht etwas Geduld und regelmäßige Praxis, lohnt sich aber wirklich.
    • Gedankenkreisen unterbrechen: Wenn die Gedanken gar nicht aufhören wollen zu kreisen, nimm dir ein Blatt Papier und schreibe alles auf, was sich gerade zeigt. Alle Emotionen, wie Ängste, Sorgen, Wut, Trauer kannst du auf diese Weise loslassen. Ein Ventil, um dich von allem Ballast zu befreien.
    • Dein Tag beeinflusst deinen Schlaf: Da Koffein von Frauen langsamer abgebaut und verstoffwechselt wird, raten Expert:innen bei Schlafstörungen generell von Kaffeekonsum ab. Intensiver Sport wie Joggen oder Workouts gehört idealerweise in den Vor- oder Nachmittag – für den Abend eignen sich sanftes Yoga, Dehnen oder Entspannungsübungen. Vermeide, wenn möglich, auch emotional anstrengende Gespräche und Telefonate am Abend. Sie führen zur Ausschüttung der Stresshormone Cortisol und Adrenalin, was uns am Abschalten und Zur-Ruhe-Kommen hindert.
    • Nimm den Druck raus: Wer unbedingt schlafen muss, hält sich selbst wach. Hör auf, den Schlaf wie ein Projekt zu behandeln, das funktionieren muss. Auch Ruhen, Liegen und Stille schenken deinem Körper Kraft. Ersetze den Gedanken „Ich muss jetzt schlafen“ durch „Ich darf mich jetzt einfach ausruhen“ – das nimmt den Druck raus und holt dein Nervensystem aus dem Alarmmodus.

    Jede Phase geht vorbei

    Die Wechseljahre sind für viele Frauen eine große Herausforderung – körperlich wie emotional. Es gibt Tage, an denen es super läuft, und Nächte, in denen man eben wach liegt. Das gehört für die allermeisten, zumindest phasenweise, dazu. Erinnere dich daran: Dein Körper leistet in dieser Phase des Wandels Unglaubliches. Er ist immer für dich – niemals gegen dich – und sendet dir wertvolle Signale. Wenn du ihm zuhörst, deine Grenzen spürst, dir mehr Pausen erlaubst und bewusste Auszeiten nimmst, schenkst du deinem Nervensystem die nötige Ruhe. Und genau das hilft dir, abends wieder abzuschalten und durchzuatmen.

    Wenn du das nächste Mal wach liegst, während alle anderen schlafen: Atme tief und lange aus. Nimm den Optimierungsdruck raus und spüre in dich hinein. Welche Signale sendet dir dein Körper? Sprich mit ihm, wenn es sich für dich gut anfühlt. Auch sanfte Affirmationen können helfen, den Druck abzubauen, dein Nervensystem zu beruhigen und dir wieder ein Gefühl von Sicherheit zu schenken.

    Affirmationen zum Schluss:

    „Liebevoll lasse ich den Tag hinter mir und gleite in friedlichen Schlaf mit dem Wissen, dass der morgige Tag für sich selbst sorgen wird.“

    „Meine Welt ist sicher und freundlich.“

    „Ich liebe und akzeptiere mich und traue dem Prozess des Lebens. Ich bin in Sicherheit.“


    Ich wünsche dir eine erholsame und gute Nacht!

    Yve



    Quellen und Leseempfehlungen:


    Hay, Louise: Heile deinen Körper. Seelisch-geistige Gründe für körperliche Krankheit. Arkana Verlag.

    Northrup, Dr. med. Christiane: Weisheit der Wechseljahre. Selbstheilung, Veränderung und Neuanfang in der zweiten Lebenshälfte. Zabert Sandmann Verlag

    Northrup, Dr. med. Christiane: Frauenkörper, Frauenweisheit. Wie Frauen körperliche und seelische Gesundheit erlangen können. Zabert Sandmann Verlag.

    Bild: kaboompics

  • Ein chronisch dysreguliertes Nervensystem? Warum „Urlaub machen“ bei innerer Unruhe nicht hilft

    Ein chronisch dysreguliertes Nervensystem? Warum „Urlaub machen“ bei innerer Unruhe nicht hilft

    Als ich vor mittlerweile über 20 Jahren meine eigene bewusste Heilreise begann, stieß ich in Büchern, durch eine Traumatherapie und auch in meinem persönlichen Umfeld immer wieder auf ein Thema: das Nervensystem.

    Ehrlich gesagt: Damals konnte ich den Zusammenhang zwischen Körper und Geist noch nicht vollständig begreifen. Den Begriff „Psychosomatik“ kannte ich natürlich. Aber dass ich aktiv auf mein Nervensystem einwirken kann? Das erzählte mir niemand.

    Stattdessen bekam ich von meiner Hausärztin Ratschläge wie: „Nehmen Sie sich mal eine Auszeit, fahren Sie in den Urlaub.“ Oder: „Machen Sie sich doch einfach etwas weniger Sorgen.“

    Ach, wenn es doch so einfach wäre! Wie du sicher auch schon selbst festgestellt hast, ist es mit solchen Ratschlägen nicht getan. Das Problem sitzt viel tiefer. Damals gab es kaum Informationen darüber, wie eng unsere mentale und körperliche Gesundheit mit einem dysregulierten Nervensystem verbunden sind. Heute wissen wir zum Glück mehr – und vielleicht hast auch du schon selbst erkannt, welch entscheidenden Einfluss ein reguliertes Nervensystem auf dein Wohlbefinden hat.

    Das Nervensystem: Ein faszinierendes Alarmsystem

    Das Nervensystem ist ein komplexes Universum aus Milliarden von Nervenzellen, das fortlaufend von der Wissenschaft erforscht wird. Leider wird diesem Thema in den meisten Arztpraxen nach wie vor viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

    Eine der wichtigsten Funktionen deines Nervensystems ist es, dich vor Gefahren zu schützen. Die Zellen reagieren blitzschnell auf Sinnesreize, verarbeiten sie und lösen Reaktionen aus. Das passiert ganz automatisch, ohne dass wir bewusst darüber nachdenken müssen – dank unseres hoch entwickelten, inneren Alarmsystems.

    Stell dir vor, du berührst versehentlich eine heiße Herdplatte: Noch bevor du den Schmerz überhaupt bewusst wahrnimmst oder denken kannst „Aua, heiß!“, hat dein Nervensystem deine Hand schon reflexartig zurückgezogen.

    Doch hier kommt der entscheidende Punkt: Unser Nervensystem unterscheidet nicht zwischen der heißen Herdplatte und unserem emotionalen Erleben. Alle unsere Handlungen, Gefühle, Kindheitserfahrungen, Nachrichten und Gespräche beeinflussen dieses System. Und neben der Gefahrenabwehr reguliert das autonome Nervensystem eben auch dein Immunsystem, deine Atmung, die Herzfrequenz, die Körpertemperatur, die Verdauung und deine Hormone.

    Wenn der Körper unter Dauerstrom steht: Die Fawn-Response & Hypervigilanz

    Es gibt Zustände des Nervensystems, die erst seit kurzer Zeit mehr Aufmerksamkeit bekommen, die aber rückblickend mein Leben über lange Zeit massiv beeinflusst haben.

    1. Die Fawn-Response (Unterwerfungsreaktion)

    Ausgelöst durch belastende Erlebnisse oder eine fehlende Co-Regulation (die liebevolle emotionale Begleitung durch Bezugspersonen) in der Kindheit, entwickeln viele Menschen eine sogenannte Fawn-Response. Betroffene vernachlässigen oft ihre eigenen Bedürfnisse, um dem Gegenüber zu gefallen und Konflikte zu vermeiden. Man nennt es auch „People Pleasing“.

    Es fällt unglaublich schwer, eigene Grenzen überhaupt wahrzunehmen. Die Folge? Chronische Überforderung, schnelle Erschöpfung und ein Gefühl der Energielosigkeit. Dieses dringende Bedürfnis nach Harmonie hat auch mich in den ersten Jahrzehnten meines Lebens intensiv begleitet.

    2. Hypervigilanz (Ständige Alarmbereitschaft)

    Bist du besonders schreckhaft? Leidest du unter innerer Unruhe bei Lärm, wenn die Tür zufällt oder lauten Stimmen? Bei der Hypervigilanz ist dein Nervensystem in ständiger Alarmbereitschaft. Es scannt permanent die Umgebung ab, um abzuwägen, ob Gefahr droht.

    Vielleicht kennst du das: Du sitzt eigentlich entspannt auf dem Sofa, und plötzlich schießt Angst oder Unwohlsein in dir hoch. Schon ein einziger Gedanke an einen bevorstehenden Termin reicht aus, um den Alarm auszulösen. Dein Körper erinnert sich an alte, belastende Situationen und will dich um jeden Preis beschützen.

    In solchen Momenten schüttet der Körper Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus. Dein Herz rast, deine Atmung wird flacher – und das, obwohl du gemütlich auf dem Sofa unter deiner Kuscheldecke liegst.

    Bitte sei in solchen Momenten besonders liebevoll mit dir: Du bist weder falsch noch allein mit dem, was du fühlst. Dein Körper tut in diesem Moment genau das, was er gelernt hat – er reagiert auf tief abgespeicherte Erinnerungen. Es melden sich Anteile in dir, die noch nach Sicherheit suchen.

    Symptome: Wie sich ein chronisch dysreguliertes Nervensystem äußert

    Wenn das Nervensystem langfristig überreizt ist, kann sich das in einer Vielzahl von mentalen und körperlichen Symptomen zeigen:

    • Herzrasen und Herzklopfen
    • Schlafstörungen, bleierne Müdigkeit und Erschöpfung
    • Ängste, innere Unruhe und Konzentrationsprobleme
    • Druck auf der Brust oder Atemnot (Überatmung)
    • Verdauungsstörungen, Übelkeit und Kopfschmerzen
    • Muskelverspannungen und Aufgewühltheit
    • Fehlende Lebensfreude und das Gefühl, nicht genug oder richtig zu sein

    Langfristig erhöht dieser Dauerstress das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Magen-Darm-Beschwerden, ein geschwächtes Immunsystem sowie psychische Erkrankungen wie Panikattacken, Burnout oder Depressionen.


    „Du bist nicht dein Trauma!“ – Alfred Adler

    Erste Hilfe: Wie du dein Nervensystem regulieren kannst

    Was kannst du also tun, um deinem überreizten Nervensystem die Sicherheit zu geben, das es so dringend braucht?

    In meinen Kursen, Einzelstunden und im Austausch mit betroffenen Menschen haben sich bestimmte Tools als besonders wirksam erwiesen. Auch für mein eigenes, sensibles Nervensystem haben sie einen spürbaren Unterschied gemacht. Probier aus, was sich für dich gut anfühlt:

    Konsum überdenken: Es kann unglaublich entlastend sein, den Konsum von Social Media, Fernsehen, Kaffee und Zucker langfristig zu reduzieren.

    Regelmäßige Entspannungsübungen: Praktiken wie Qigong, Yoga Nidra, Yin Yoga, Meditation, japanisches Heilströmen oder gezielte Atemübungen, wie die tiefe Bauchatmung, helfen langfristig und auch im Notfall. Auch regelmäßige Bewegung und Zeit in der Natur bewirken Wunder.

    Achtsamkeitsübungen im Alltag: Gestalte eine feste Morgen- und Abendroutine. Versuche, alltägliche Handlungen wie Essen, Zähne putzen oder Wäsche zusammenlegen ganz bewusst und langsam durchzuführen.

    Selbstfürsorge: Gönne dir ganz bewusst Pausen. Ein warmes Fußbad, eine ruhige Teepause, Zeit für Kunst und Kreativität sowie gesunder Schlaf helfen dem Körper beim Herunterfahren.

    Heilsame Verbindungen: Der regelmäßige, ehrliche und vertrauensvolle Kontakt zu Familie, Freund:innen und zu Tieren spendet dem Nervensystem das Gefühl von Sicherheit.


    Du musst diesen Weg nicht alleine gehen

    Auch wenn diese Übungen und Verhaltensänderungen deine Gesundheit positiv beeinflussen werden, kann es sein, dass alte Gefühle und Muster aus der Kindheit oder ungesunde Beziehungen dein Nervensystem weiterhin stark belasten.

    Wenn du merkst, dass du alleine nicht weiterkommst, ist das absolut in Ordnung. In diesem Fall kann es unglaublich wertvoll sein, die Unterstützung einer Psychologin oder einer auf Trauma spezialisierten Therapeutin oder Trainerin in Anspruch zu nehmen. Gemeinsam könnt ihr negative Verhaltensmuster aufdecken und Schritt für Schritt loslassen.

    Vergiss nie: Deine Reise zu mehr innerer Sicherheit braucht Zeit – und du bist nicht allein auf diesem Weg. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass bereits der Weg dorthin eine wundervolle Reise zu dir selbst sein kann. Ja, es darf herausfordernd sein und es darf auch mal weh tun. Doch die Erkenntnisse, die du daraus gewinnen wirst, sind unbezahlbar.


    FAQ: Häufig gestellte Fragen zum dysregulierten Nervensystem

    Was ist ein chronisch dysreguliertes Nervensystem?

    Ein chronisch dysreguliertes Nervensystem befindet sich in einem dauerhaften Alarmzustand, ohne dass eine reale, akute Gefahr vorliegt. Ausgelöst durch anhaltenden Stress, ungelöste Traumata oder emotionale Belastungen in der Kindheit, verliert der Körper die Fähigkeit, sich nach Stressphasen wieder eigenständig in den Zustand der Sicherheit und Ruhe zu regulieren.

    Was sind typische Symptome eines dysregulierten Nervensystems?

    Die Symptome können sowohl körperlicher als auch mentaler Natur sein. Häufige Anzeichen sind chronische Erschöpfung, innere Unruhe, Herzrasen, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden, Muskelverspannungen und erhöhte Schreckhaftigkeit (Hypervigilanz). Auf psychischer Ebene äußert es sich oft durch Ängste, emotionale Taubheit, Konzentrationsprobleme oder durch das schon bekannte People Pleasing (Fawn-Response).

    Was ist die Fawn-Response – die Unterwerfungsreaktion?

    Die Fawn-Response ist eine biologische Überlebensstrategie des Nervensystems, die meist auf Kindheitserfahrungen zurückgeht. Statt mit Kampf (Fight) oder Flucht (Flight) zu reagieren, versuchen Betroffene, Gefahren und Konflikte abzuwenden, indem sie sich anpassen, die eigenen Bedürfnisse ignorieren und es anderen Menschen um jeden Preis recht machen wollen. Im Alltag zeigt sich dies oft als chronisches People Pleasing.

    Warum hilft Urlaub nicht bei einem dysregulierten Nervensystem?

    Eine kurze Auszeit oder ein Urlaub bekämpfen oft nur die oberflächlichen Symptome, ändern jedoch nichts an den tief sitzenden, im Körper gespeicherten Mustern und Erinnerungen. Da ein dysreguliertes Nervensystem Gefahr wittert, obwohl man „entspannt auf dem Sofa sitzt“, braucht es kontinuierliche, alltägliche Routinen und oft auch traumatherapeutische Begleitung, um dem Körper langfristig wieder echte Sicherheit zu vermitteln.

    Sei geduldig mit dir und deinem Körper; jeder noch so kleine Schritt zurück in die Sicherheit zählt.

    Alles Liebe,

    Yve




    Quellen und weiterführende Literaturempfehlungen:

    Wenn du tiefer in die neurobiologischen Zusammenhänge von Trauma, Stress und Nervensystemregulation eintauchen möchtest, empfehle ich dir diese Standardwerke der modernen Traumaforschung:

    Maté, Gabor (2023): Vom Mythos des Normalen: Trauma, Krankheit und Heilung in einer toxischen Kultur.(Original: The Myth of Normal).

    Van der Kolk, Bessel (2015): Verkörperter Schrecken: Wie Trauma in Körper, Geist und Gehirn heilt und wie wir wieder ganz werden. (Original: The Body Keeps the Score).

    Maté, Gabor (2004): Wenn der Körper Nein sagt: Wie verborgener Stress krank macht und wie wir gesund werden.(Original: When the Body Says No).

    Foto: Nuta Sorokina